Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Übernahme der Fortuna Bank ist gescheitert
Wirtschaft 11.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Übernahme der Fortuna Bank ist gescheitert

Muss die gleichen teuren Regularien erfüllen wie die großen Multis: die  genossenschaftliche Fortuna Bank.

Übernahme der Fortuna Bank ist gescheitert

Muss die gleichen teuren Regularien erfüllen wie die großen Multis: die genossenschaftliche Fortuna Bank.
Foto. Guy Jallay
Wirtschaft 11.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Übernahme der Fortuna Bank ist gescheitert

Marco MENG
Marco MENG
Die Bank of Beirut wollte die Luxemburger Genossenschaftsbank kaufen, doch der Libanon ist pleite, das libanesische Banksystem angeschlagen - nun müssen die Luxemburger einen neuen Partner finden.

Eigentlich sollte die Luxemburger Fortuna-Bank längst im Besitz der Bank of Beirut sein. Die hatte 2018 bekannt gegeben, dass sie die Fortuna kaufen wolle. Die Wirtschaftskrise im Libanon macht dem nun einen Strich durch die Rechnung. 

„Die Vereinbarung mit der Bank of Beirut lief im Dezember 2019 aus. Es wurde beschlossen, sie nicht zu verlängern“, erklärt auf Nachfrage Fortuna-Chef Jerry Grbic dem „Luxemburger Wort“. 

Der hoch verschuldete Libanon ist praktisch pleite. Am Wochenende konnte eine fällige Staatsanleihe über 1,2 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) nicht zurückgezahlt werden, das Banksystem steht vor dem Kollaps. So gesehen vielleicht gut für die Fortuna, dass sie nicht noch vorher von dem libanesischen Kreditinstitut gekauft wurde 

Die Bank of Beirut wollte mit der Fortuna in Europa expandieren; für die Fortuna mit 27 Mitarbeitern hingegen ist es wichtig, einen starken Partner zu finden. Schon geraume Zeit sieht sich die Luxemburger Traditionsbank aus diesem Grund nach einem Interessenten um. 

Schwere Zeiten für kleine Banken   

Mit Kreditvergabe verdient man nichts mehr, gleichzeitig muss eine kleine Bank wie die Fortuna genauso alle kostspieligen Regularien erfüllen wie sie für milliardenschwere Bankkonzerne gelten. 


Nick Rollinger ist tot
Der ehemalige Direktor der Fortuna Bank und Filmproduzent, Nicolas Rollinger, ist im Alter von 57 Jahren gestorben.

Die 1920 gegründete Genossenschaftsbank machte 2018 einen Nettogewinn von 52.000 Euro. Im Vorjahr war es das Zehnfache gewesen. Gedrückt wurde das Resultat von hohen Aufwendungen. Insbesondere die Installation einer neuen IT-Infrastruktur schlug zu Buche. 

Die Bank vergab 2018 Kredite in Höhe von 189 Millionen Euro, 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr mit 203 Millionen Euro. 

Die Bank of Beirut wies Ende 2017 eine Bilanzsumme von 18,40 Milliarden US-Dollar aus. Größter Aktionär ist mit 24,40 Prozent die in Luxemburg registrierte International Century Corporation, die wiederum libanesischen Geschäftsmännern gehört, unter anderem dem Chef der Bank selbst, Salim Sfeir.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Sie ist ein Exot – als kleines Kreditinstitut mit 30 Mitarbeitern scheint die 1920 gegründete Fortuna Genossenschaftsbank wie aus der Zeit gefallen. Nun fand sie einen Partner und neuen Eigentümer - das Geschäftsmodell bleibe aber gleich, erklärt Bankchef Jerry Grbic im Interview.
Die Fortuna Banque SC auf dem Boulevard de la Pétrusse in Luxemburg Bahnhof. (Foto: Alain Piron)
Wie kann Luxemburgs Bankenverband seine Mitglieder auf Zukunftsthemen vorbereiten? Im Streit darüber ist Serge de Cillia von Yves Maas als Interim-CEO ersetzt worden.
Wirtschaft, Interview mit ABBL-Interims-Präsident Yves Maas, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Der ehemalige Direktor der Fortuna Bank und Filmproduzent, Nicolas Rollinger, ist im Alter von 57 Jahren gestorben.
Die Finanzkrise und der Zusammenbruch der außerhalb von Fachrkreisen weitgehend unbekannten Bank namens Lehman Brothers hatte den Menschen ins Bewusstsein gebracht, dass in einer globalisierten Welt jeder persönlich davon betroffen ist, wenn Finanzinstitute kollabieren.
A man under an umbrella walks past the logo of the financial group Fortis NV near the entrance the company's headquarters in Brussels February 10, 2009. Fortis shareholders are due to meet on Wednesday in Brussels for a crucial vote over the break-up of the stricken group agreed last October -- involving the Netherlands' purchase of Fortis's Dutch activities, Belgium's purchase of the Belgian banking arm Fortis Bank, and BNP Paribas' acquisition of Belgian assets.  REUTERS/Thierry Roge   (BELGIUM)