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Twinerg: Der Abbau des Kraftwerks hat begonnen
Die Twinerg-Anlage wird nun nach und nach abgebaut.

Twinerg: Der Abbau des Kraftwerks hat begonnen

Foto: Gerry Huberty
Die Twinerg-Anlage wird nun nach und nach abgebaut.
Wirtschaft 20.09.2017

Twinerg: Der Abbau des Kraftwerks hat begonnen

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Die Geschichte der Twinerg ist eine von hohen Erwartungen und herben Enttäuschungen. Mitte des Jahres wurde noch nach einem Käufer gesucht, nun hat der Abriss begonnen. Die große Frage ist, was mit dem Gelände passiert.

(las) - Es war eine letzte Galgenfrist für das 1998 in Betrieb gegangene Gas- und Dampfkraftwerk Twinerg in Esch-Raemerich: Der Abbau des Kraftwerks hat begonnen. RTL berichtete als erstes Medium über diese Entwicklung.

Erste Teile des Kraftwerks habe man verkaufen können, bestätigte der Betreiber Engie auf Nachfrage. Einen Zeitplan für die Arbeiten gebe es noch nicht: Diskussionen mit möglichen Käufern von Teilen der Anlage würden andauern, so eine Sprecherin weiter. Da die Gesellschaft Twinerg SA freiwillig liquidiert wird, müsse möglichst alles verkauft werden.

Im Juli 2016 beschlossen die Aktionäre Encevo, ArcelorMittal und der belgischen Konzern Engie die Stilllegung und den Abbau der Anlage. Der Wert des Kraftwerks in Höhe von 71,3 Millionen Euro wurde komplett abgeschrieben.

Ein attraktiver Standort

Bleibt der Wert des Geländes auf dem die Anlage steht. Der Standort ist attraktiv: Die Autobahn wird bald einen anderen Verlauf bekommen. Die angrenzenden Industriezonen werden erweitert, und in direkter Nachbarschaft entsteht bald das Südspidol. Die Gesellschaft gibt den ursprünglichen Wert der Fläche mit 1,1 Millionen Euro an, weil der aktuelle schwer einzuschätzen sei, heißt es in der Bilanz von 2016.

Twinerg wird nach dem Abbau des Kraftwerks das Gelände in seinen ursprünglichen Zustand bringen. Das schreibe der PAG so vor, heißt es von Engie. Die entsprechenden Genehmigungen sei bei der Umweltverwaltung beantragt worden.

Das Fernwärmenetz Sudcal ist ebenfalls auf dem dem Gelände präsent. Möglicherweise kaufe man diesen Teil des Gelände, so der Direktor Paul Weidig.

Die falsche Hoffnung auf einen Käufer

Der jetzige Ablauf entspricht den Entscheidungen von Juli 2016. Doch vergangenen Mai erwähnte der Encevo-Generaldirektor Jean Lucius einen möglichen Käufer der Anlage. Die potenziellen Abnehmer würden darauf spekulieren, dass die Twinerg als Reservekapazität dienen könne, so Lucius.

Vor dem Sommer seien die Verhandlungen jedoch gescheitert, so die Engie-Sprecherin. Der potenzielle Abnehmer kam zum gleichen Schluss wie die jetzigen Aktionäre: Die Twinerg ist nicht rentabel. Und so wird ein Kraftwerk in tadellosem Zustand nun abgerissen.


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