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TikTok zieht sich aus Hongkong zurück
Wirtschaft 2 Min. 07.07.2020

TikTok zieht sich aus Hongkong zurück

TikTok zieht sich aus Hongkong zurück

Rishi Deka/ZUMA Wire/dpa
Wirtschaft 2 Min. 07.07.2020

TikTok zieht sich aus Hongkong zurück

Chinas neues Sicherheitsgesetz beschneidet die Freiheit in sozialen Medien in Hongkong. TikTok zieht sich zurück, andere Internetriesen verweigern die Kooperation mit Behörden.

(dpa) - Aus Angst vor dem neuen Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong zieht sich die populäre internationale Videoplattform TikTok aus der chinesischen Sonderverwaltungsregion zurück. Das chinesische Mutterhaus ByteDance bestätigte nach chinesischen Medienberichten, dass der internationale TikTok-Dienst "angesichts der jüngsten Ereignisse" in Hongkong eingestellt werde. Die zensierte und in der Volksrepublik verfügbare chinesische Plattform-Version "Douyin" werde in der ehemals britischen Kronkolonie aber weiter betrieben.


TOPSHOT - A woman reacts after she was hit with pepper spray deployed by police as they cleared a street with protesters rallying against a new national security law in Hong Kong on July 1, 2020, on the 23rd anniversary of the city's handover from Britain to China. - A man found in possession of a Hong Kong independence flag became the first person to be arrested under Beijing's new national security law for the city, police said on July 1. (Photo by DALE DE LA REY / AFP)
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Andere internationale Internetkonzerne und Chatplattformen wie Facebook, WhatsApp, Google, Twitter und Telegram kündigten an, mögliche Anfragen Hongkonger Behörden, Daten von Nutzern zur Verfügung zu stellen, vorerst nicht zu beantworten. Facebook teilte mit, vor weiteren Entscheidungen zunächst Menschenrechtsexperten über die Auswirkungen des neuen Gesetzes konsultieren zu wollen. Wenn die Unternehmen nicht kooperieren, könnten ihre Dienste in Hongkong wie auch heute schon in der Volksrepublik geblockt werden.

Das Gesetz sieht vor, dass Dienste-Anbieter auf Anfrage "Identifikationsnachweise oder Hilfe bei der Entschlüsselung zur Verfügung stellen" müssten. Das weitgehende, drakonische Gesetz richtet sich gegen Aktivitäten, die aus Pekinger Sicht als separatistisch, subversiv und terroristisch betrachtet werden. Es gibt chinesischen Sicherheitsorganen weitreichende und unkontrollierte Vollmachten in Hongkong, ermöglicht eine Auslieferung nach China und sieht als Höchststrafe lebenslange Haft vor.

Seit der Rückgabe 1997 an China wurde die ehemals britische Kronkolonie nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Mit dem Gesetz und dem eigenmächtigen Einsatz der chinesischen Staatssicherheit in Hongkong werden die bisher gewährten Freiheiten und Rechte der Hongkonger nach Einschätzung von unabhängigen Juristen allerdings stark beschnitten. Kritiker sehen heute nur noch "ein Land, ein System".


Pro-China supporters display Chinese and Hong Kong flags as they open champagne bottles during a rally near the government headquarters in Hong Kong on June 30, 2020, as China passed a sweeping national security law for the city. - China passed a sweeping national security law for Hong Kong, a historic move that critics and many western governments fear will smother the finance hub's freedoms and hollow out its autonomy. (Photo by Anthony WALLACE / AFP)
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Die Geheimhaltung um das Gesetz und seine Umsetzung dauert weiter an. Regierungschefin Carrie Lam betonte, dass die dafür neu geschaffene Sicherheitskommission in Hongkong geheim arbeiten werde. Auch beantwortete sie besorgte Fragen von Journalisten über die Zukunft der Pressefreiheit nur ausweichend. Sie wolle keine Garantie geben, weil die Journalisten ihr auch keine 100-prozentige Garantie geben würden, dass sie nicht gegen das Gesetz verstoßen würden.

Mit dem Rückzug von TikTok aus Hongkong demonstriert der chinesische Internetkonzern ByteDance einmal mehr seine schon länger laufenden Bemühungen, die internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen. Das chinesische Unternehmen wird im Ausland wegen einer möglichen Nähe zu Chinas Behörden und dem Umgang mit persönlichen Daten mit Argwohn betrachtet. In den Spannungen um den Grenzstreit mit China hatte Indien sogar TikTok und 58 andere chinesische Apps verboten, was zu Milliardenverlusten für ByteDance führen dürfte.


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