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Thomas Rabe will RTL mit Stern fusionieren
Wirtschaft 3 Min. 12.03.2021

Thomas Rabe will RTL mit Stern fusionieren

Der Medienkonzern RTL Group büßte 2020 ein Drittel des Gewinns von 2019 ein. Nun will die Bertelsmann-Mutter die Kräfte bündeln.

Thomas Rabe will RTL mit Stern fusionieren

Der Medienkonzern RTL Group büßte 2020 ein Drittel des Gewinns von 2019 ein. Nun will die Bertelsmann-Mutter die Kräfte bündeln.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 3 Min. 12.03.2021

Thomas Rabe will RTL mit Stern fusionieren

Marco MENG
Marco MENG
Das Pandemie-Jahr 2020 schließt das Medienunternehmen mit Sitz in Luxemburg mit verringertem Gewinn ab.

Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe möchte den Medienkonzern mit Sitz in Luxemburg mit dem Verlag Gruner und Jahr (G+J) vereinigen. G+J gibt unter anderem den Stern heraus und produziert Stern-TV. Rabe hatte bereits vor einiger Zeit die Bildung nationaler Cross-Media-Champions angekündigt: Das soll nun mit der Vereinigung von RTL und G+J begonnen werden. 

„Wir stehen am Beginn des Prozesses “, teilte das Unternehmen dazu gestern auf Nachfrage mit. 

Beide Unternehmen haben Workshops mit Vertretern des jeweiligen Top-Managements ins Leben gerufen, die „ergebnisoffen verschiedene Optionen prüfen“, wie es heißt. Wichtig sei, gemeinsame Potenziale zu erschließen und so noch mehr Wachstum zu ermöglichen

Mit der Strategie des RTL-Mutterhauses Bertelsmann wolle man eine Antwort finden auf den Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen. Im dritten Quartal sollen Entscheidungen fallen und ab dem vierten Quartal die Umsetzung. Offen ist bislang, ob nur einige Geschäftsbereiche vereint oder die Geschäfte insgesamt zusammengeschlossen werden.  

„RTL United“ 

Unter dem Arbeitstitel „RTL United“ wird derzeit an einem Konzept zur Neugestaltung der Marke RTL gearbeitet. 

Der in Luxemburg geborene Thomas Rabe ist Chef von Bertelsmann und der RTL Group.
Der in Luxemburg geborene Thomas Rabe ist Chef von Bertelsmann und der RTL Group.
Foto: dpa

Am Ende sollen die Ressorts der verschiedenen Häuser enger zusammenarbeiten und sich mehr auf das Publikum fokussieren. Das reicht von Sender- und Formatmarken bis zu den digitalen Plattformen. 

Dazu gehört auch, dass in Deutschland – wie im Februar angekündigt - unter anderem der Streamingdienst „TV Now” in RTL+” umbenannt wird.

Angesichts eines massiv fragmentierten Publikums geht es Rabe darum zu unterstreichen, dass RTL ‚ein RTL‘ sei, mit gemeinsamem Auftreten, positiver Unterhaltung, unabhängigem Journalismus und einer klaren Haltung.   

„Auf den Standort Luxemburg haben die Gespräche über eine engere Zusammenarbeit von RTL Deutschland und Gruner+Jahr keinerlei Auswirkungen“, so ein Sprecher von RTL.

Deutlich geschrumpfter Gewinn 2020

Die RTL Group legte am Freitag ihre geprüfte Bilanz für das vergangene Jahr vor: Sie beendete das Jahr 2020 mit starkem Wiederaufschwung bei der TV-Werbung und hohem Streaming-Wachstum: Das Corona-Jahr schloss das Unternehmen mit einem Gewinn (Adjusted EBITDA) von rund 853 Millionen Euro ab (2019: 1.156 Millionen Euro). Das Konzernergebnis beträgt 625 Millionen Euro, 28 Prozent weniger als 2019.

Die TV-Werbemärkte in Europa haben sich im wichtigen vierten Quartal besser als zuvor erwartet entwickelt. Die Anzahl der zahlenden Abonnenten der Streaming-Dienste in Deutschland und den Niederlanden stieg um 52 Prozent auf 2,19 Millionen. 

Der Umsatz der RTL Group im Gesamtjahr 2020 lag bei rund 6,017 Milliarden Euro, das ist neun Prozent weniger als 2019 mit 6,65 Milliarden Euro. Für 2021 peilt die RTL Group einen Gewinn von etwa 975 Millionen Euro an. Dies beinhalte Anlaufverluste der Streaming-Dienste in Höhe von rund 150 Millionen Euro. 

Für 2020 will der Medienkonzern wieder eine Dividende zahlen: 3,00 Euro je Aktie. 


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