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Teures Betrugsmanöver von Enovos-Tochter

Teures Betrugsmanöver von Enovos-Tochter

EAM
Wirtschaft 3 Min. 14.05.2019

Teures Betrugsmanöver von Enovos-Tochter

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Italienisches Gericht verurteilt Manager des Enovos-Tochterunternehmens Aveleos zu Schadenersatz in Millionenhöhe.

In die seit nunmehr knapp fünf Jahren schwelende Affäre um den Verkauf von Solarparks an das norwegische Unternehmen EAM Solar durch die Enovos-Tochtergesellschaft Aveleos kommt Bewegung: Die Aveleos-Chefs Igor Akhmerov und Marco Giorgi sind schuldig des Betruges gegenüber der norwegischen Firma EAM; die zunächst festgesetzte Schadenersatzsumme beläuft sich auf fünf Millionen Euro.

Dem Urteil zufolge ist Aveleos für die Zahlung des Schadenersatzes zivilrechtlich haftbar. So lautet die Entscheidung eines Mailänder Gerichtes, die bereits am 18. April gefallen ist und erst jetzt bekannt wurde; die Urteilsbegründung steht noch aus.


Die Enovos-Gruppe "weist die Vorwürfe von EAM Solar ASA zurück".
In Luxemburg: Millionenklage gegen Enovos eingereicht
Ein norwegisches Unternehmen hat beim Luxemburger Gericht eine Klage eingereicht. Sie verlangt Schadensersatz in Millionenhöhe.

Gegen Aveleos S.A., 2010 vom Energielieferanten Enovos Luxembourg und der in Zürich ansässigen Gruppe Avelar Energy gegründet, wurde bereits seit 2014 ermittelt. Seinerzeit verhaftete die italienische Polizei den Aveleos-Chef Igor Akhmerov. Der Vorwurf gegen ihn und einen weiteren Manager: Die Enovos-Tochtergesellschaft habe den italienischen Staat im Zusammenhang mit dem Bau von Solarkraftwerken um mehrere Millionen Euro steuerliche Subventionen betrogen.

Chinesische Solarpanels

Den Aveleos-Managern wird vorgeworfen, die wahre Herkunft der seinerzeit verbauten Solarpanels verfälscht zu haben – als „europäische Ware“ deklariert, stammten die Panels tatsächlich aus China. Auf der Grundlage dieser falschen Angaben kassierte Aveleos unrechtmäßig staatliche Fördergelder.

Eine der geschädigten Parteien ist die börsennotierte norwegische EAM Solar. Im Juli 2014 hatte das Unternehmen 31 Solarkraftwerke für rund 115 Millionen Euro bei Aveleos gekauft. „Eine Woche nach der Auslieferung der Solaranlagen stellte sich heraus, dass 27 der 32 geplanten Kraftwerke sowie mehrere Verkäufer im Fokus eines Ermittlungsverfahrens standen“, schreibt EAM Solar im Jahresbericht 2015.

Aufgrund dieses Strafverfahrens habe der italienische Vertragspartner „Gestore dei servizi energetici“ (GSE) mehrere langfristige Verträge gekündigt. Und: In der Folge sei, so behaupten die Norweger, die Marktbewertung der Firma gesunken.

Im März 2016 dann, beschloss ein Mailänder Gericht, gegen Aveleos ein Betrugsverfahren einzuleiten, in dem der italienische Staat und EAM Solar als Geschädigte gelten.

Klage in Luxemburg

Bislang indirekt betroffen von den Vorwürfen ist auch der Energieversorger Enovos Luxembourg als Teilhaber des beklagten Unternehmens. So kündigte der EAM Solar-Chef Viktor E. Jakobsen schon im Oktober 2016 in einem Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ an, bei der Luxemburger Justiz eine Klage auf 215 Millionen Euro Schadensersatz einzureichen.

Auf Nachfrage stellt Enovos fest: „In diesem Zusammenhang ist es unseres Wissens nach nicht zu einer Anklage gekommen.“

Weiter heißt es: „Unsere Position bleibt in dieser Hinsicht unverändert. Wir bestreiten formal alle Vorwürfe der EAM“. Mit Bezug auf das jetzt in Mailand ergangene Schadensersatzurteil heißt es in einer schriftlichen Erklärung (siehe Kasten): „Entgegen den Behauptungen von EAM in ihrem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2018 wurde Enovos vom Mailänder Gericht entlastet und damit in seiner Position bestätigt.“

Darin legt Enovos auch Wert auf die Feststellung, dass „allein Aveleos verantwortlich ist“.

Die Enovos-Stellungnahme im Wortlaut:

"Le jugement de première instance du tribunal de Milan a été rendu le18 avril dernier, mais la motivation ne sera disponible que dans plusieurs semaines.

Concernant Enovos, il y a deux volets. Premièrement, le tribunal a estimé les faits de fraude aux subsides en relation avec les parcs photovoltaïques détenus à 100 % par Enovos au travers de sa filiale ESI II comme non avérés. Enovos devrait donc être en mesure d’introduire une demande de rétablissement des tarifs suspendus et revaloriser cet investissement.

Par ailleurs, la demande de compensation financière demandée par EAM, à l’encontre des actionnaires d‘Aveleos, c’est-à-dire Enovos et Avelar Energy, en tant que responsables civils d’éventuels agissements frauduleux de deux de ses anciens administrateurs lors de la vente de parcs par Aveleos vis-à-vis d’EAM,le tribunal a explicitement rejeté une telle responsabilité. Contrairement donc à ce qu’EAM affirme dans son rapport annuel 2018 qu'elle vient de publier, Enovos a été mise hors de cause par le tribunal de Milan et voit donc sa position confirmée. Seule Aveleos est tenue civilement responsable, solidairement avec ses deux anciens administrateurs, l’un russe, l’autre italien, pour indemniser EAM des pertes subies, actuellement à titre provisionnel pour un montant de cinq millions d’euros. Le dommage réel devra quant à lui être quantifié dans une nouvelle procédure, qui sera toutefois suspendue en cas d’appel interjeté à l’encontre du jugement de Milan.

En ce qui concerne la plainte d’EAM au Luxembourg, elle n’a, à notre connaissance, donné lieu à aucune inculpation. Notre position reste d’ailleurs inchangée à cet égard: nous contestons formellement toutes les accusations d’EAM."


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