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Tarifkonflikt im Bausektor: Einigung gefunden

Tarifkonflikt im Bausektor: Einigung gefunden

Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 04.12.2018

Tarifkonflikt im Bausektor: Einigung gefunden

Mara BILO
Mara BILO
Der seit 2016 andauernde Tarifkonflikt ist zu Ende: Am Dienstag wurde der Kollektivvertrag für die Arbeitnehmer des Bausektors unterschrieben. Das teilt die Arbeitnehmerorganisation OGBL mit.

Nach langen und schwierigen Gesprächen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberseite haben beide Parteien nun eine Einigung im Tarifkonflikt gefunden. Am Dienstag wurde der Kollektivvertrag unterschrieben; etwa 18.000 Arbeitnehmer sind von den neuen Maßnahmen betroffen.


.2018 Luxembourg, Esch, place hôtel de Ville, LCGB Bausektor, LCGB Manif secteur construction photo Anouk Antony
Tarifstreit mobilisiert Tausende
Die Stimmung ist angespannt: Der Tarifkonflikt steckt schon seit 2016 in einer Sackgasse, der Dialog zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberseite ist abgebrochen. Kurz vor dem ersten Termin des Schlichtungsprozesses erhöhen die Gewerkschaften nun den Druck.

Die unterzeichnete Vereinbarung sieht unter anderem Folgendes vor:

  • eine Erhöhung der Tariflöhne um 2,4 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren (ein Prozent am 1. Januar 2019, 0,7 Prozent am 1. Januar 2020, 0,7 Prozent am 1. Januar 2021)
  • eine Erhöhung der Reallöhne um zwei Prozent durch eine Erhöhung des Jahresendbonus von derzeit fünf auf sieben Prozent

  • die Einführung eines Rechts auf Weiterbildung für alle Arbeitnehmer und die Anerkennung der erworbenen Qualifikation

  • eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Verwaltungsangestellten, denen zwei zusätzliche Urlaubstage (insgesamt 27 Tage) gewährt werden

  • die Übernahme von Weiterbildungsmaßnahmen für Lkw-Fahrer


27.7. Chantier / Bauferien / Conge Collectif / Chantier Roud Breck Foto:Guy Jallay
Gewerkschaften machen Druck
Im stockenden Tarifkonflikt des Bausektors rufen die Arbeitnehmerorganisationen OGBL und LCGB die Mitarbeiter zu Demonstrationen auf.

Insgesamt haben die Gespräche um den Kollektivvertrag etwa zwei Jahre gedauert; schon seit 2016 sind Gewerkschaften und Arbeitgeber im Bausektor in intensiven Diskussionen. Die Arbeitgeber beharrten auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten; Hauptforderung der Gewerkschaften war eine „reelle“ Erhöhung der Gehälter.

Im Schlichtungsverfahren konnte keine Einigung gefunden werden, sodass die Arbeitnehmerorganisationen OGBL und LCGB im Juli Protestaktionen in Luxemburg und Esch/Alzette organisiert hatten. Der Tarifstreit hatte nach damaligen Angaben der Polizei bis zu 3.000 Arbeitnehmer in Luxemburg mobilisiert - zusätzliche 500 Menschen waren in Esch/Alzette.  „Die Einigung ist auch auf die Mobilisierung der Arbeitnehmer während der Großdemonstration vom 5. Juli zurückzuführen“, schreibt der OBGL in einer Pressemitteilung.


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