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Tablets, Blackberrys und das Ende einer Schonzeit
Wirtschaft 2 Min. 08.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Tablets, Blackberrys und das Ende einer Schonzeit

Spitzentreffen: Erbgroßherzog Guillaume und Wirtschaftsminister Etienne Schneider wurden am Montag in Montréal vom Premierminister von Québec, Jean Charest, empfangen.

Tablets, Blackberrys und das Ende einer Schonzeit

Spitzentreffen: Erbgroßherzog Guillaume und Wirtschaftsminister Etienne Schneider wurden am Montag in Montréal vom Premierminister von Québec, Jean Charest, empfangen.
Foto: SIP / Luc Deflorenne
Wirtschaft 2 Min. 08.05.2012 Aus unserem online-Archiv

Tablets, Blackberrys und das Ende einer Schonzeit

Montréal, Toronto und Vancouver, das sind die Etappen der von Erbgroßherzog Guillaume und Wirtschaftsminister Etienne Schneider angeführten Delegation, die bis zum kommenden Samstag in Kanada weilt.

Von Marc Glesener

Montréal, Toronto und Vancouver, das sind die Etappen der von Erbgroßherzog Guillaume und Wirtschaftsminister Etienne Schneider angeführten Delegation, die bis zum kommenden Samstag in Kanada weilt. 16 Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie verschiedene Promotionsagenturen und Arbeitgeberverbände sind mit von der Partie und untermauern, wie sehr Luxemburg an einer Vertiefung der ökonomischen Beziehungen mit Kanada gelegen ist.

„Wir sind hier, um Überzeugungsarbeit zu leisten, Beziehungen zu vertiefen und zu lernen“, so Schneider zu Beginn des Programms. Interessantes Detail: Am Donnerstag ist der Krecké-Nachfolger genau 100 Tage im Amt. Das Ende der Schonzeit...

RIM in der Neuausrichtung

Kanada hat die zehntgrößte Wirtschaftskraft weltweit und ist besonders im Sektor neuer Technologien und bei der Forschung ein Pionier und allein deshalb schon ein interessanter Partner für Luxemburgs Diversifizierungsbestrebungen. Auf dem Programm der Mission steht unter anderem ein Besuch beim Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM). Das Unternehmen hat mit der Entwicklung von Organizern Meilensteine gesetzt, durchlebt zurzeit allerdings eine schwierigere Phase der Neuausrichtung. Mit den aktuellen Modellen geht es für die Blackberry-Plattform abwärts. Das kürzlich angekündigte neue Betriebssystem und die neuen Geräte sind die großen Hoffnungsträger von RIM. In der Branche gibt es jedoch Skepsis, ob das gelingen wird. Und doch wäre eine Präsenz von RIM in Luxemburg ein Gewinn für den Standort.

Apropos Gewinn für Luxemburg: Das land könnte zur europäischen Tablet-Drehscheibe werden. Das kanadische Unternehmen KOBO, das seit 2012 zur japanischen Gruppe Rakuten gehört, ist nämlich offenbar gewillt, seine europäischen Aktivitäten via Luxemburg zu relancieren. KOBO verkauft Tablets und den dazu gehörenden Content. Wie zu erfahren war, ist KOBO interessiert, in seine technologische Plattform (Server) in Luxemburg zu investieren und hier sogar seinen Hauptsitz einzurichten.

Des weiteren könnten die Tablets (es soll um Millionen dieser Geräte gehen) von Luxemburg aus auf den europäischen Markt gebracht werden. Der geschätzte Umsatz für die von Luxemburg aus gesteuerten Aktivitäten soll innerhalb von nur drei Jahren die Grenze von mehreren Milliarden Euro sprengen.

16 Unternehmen und Forschungszentren

Folgende Unternehmen und Forschungszentren aus Luxemburg nehmen mit Delegationen an der Mission in Kanada teil: Allen & Overy Luxembourg, Boson Energy, CRP Gabriel Lippmann, CRP Henri Tudor, CRP Santé, Deloitte, ebRC ,Epuramat S.A., Ernst & Young Tax Advisory Services, IBBL integrated Biobank of Luxembourg, Intertrust Luxembourg S.A., KPMG Luxembourg S.à r.l., P&T Luxembourg, PwC PricewaterhouseCoopers, Telindus Telecom, TMF Luxembourg S.A.