Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Swissleaks: Luxemburger Namen veröffentlicht
Wirtschaft 2 Min. 12.02.2015

Swissleaks: Luxemburger Namen veröffentlicht

222 Kunden aus Luxemburg haben ein Vermögen von 2,9 Milliarden Dollar bei der HSBC-Bank in der Schweiz gehortet.

Swissleaks: Luxemburger Namen veröffentlicht

222 Kunden aus Luxemburg haben ein Vermögen von 2,9 Milliarden Dollar bei der HSBC-Bank in der Schweiz gehortet.
Foto: Marc Wilwert
Wirtschaft 2 Min. 12.02.2015

Swissleaks: Luxemburger Namen veröffentlicht

Unter den HSBC-Kunden aus Luxemburg sind zahlreiche Personen aus dem Finanzsektor sowie aus dem Gold- und Diamantgeschäft vertreten.

(ml) - Auf LuxLeaks folgte SwissLeaks. Im Kreuzfeuer der Kritik steht die Genfer Filiale der britischen Großbank HSBC. Sie soll Schwarzgelder in Milliardenhöhe gehortet haben. Und auch dieses Mal gibt es einen Bezug zu Luxemburg. 222 Kunden, die in Luxemburg wohnen, sollen auf die Dienste der HSBC-Bank zurückgegriffen haben. Sie hatten ein Vermögen von insgesamt 2,9 Milliarden Dollar auf Schweizer Konten geparkt. Neben Luxemburgern gehören u.a. Belgier und Japaner dazu.

Die französischsprachige Wochenzeitung "Le Jeudi" hat in ihrer neuesten Ausgabe einige Namen der Kunden aus Luxemburg veröffentlicht. Dabei sticht besonders die Gesellschaft Brown Brothers Harriman heraus. In den Jahren 2006 bis 2007 hatte sie bei HSBC in der Schweiz mehr als 1,1 Milliarden Dollar gebunkert. Die Gesellschaft, die einem Milliardär gehört, verwaltet Fonds und ist seit 25 Jahren in Luxemburg vertreten.

Auf der Liste der Kunden aus Luxemburg werden zahlreiche Personen aus dem Finanzsektor aufgeführt. Unter ihnen findet man auch José Safra und Jorge Kininsberg, die Verantwortlichen der Safra Bank am Boulevard Joseph II in Luxemburg-Stadt. Pikantes Detail ist, dass HSBC 1999 Safra übernahm.

Zu den Kunden aus Luxemburg gehört auch Grégoire de Spoelberch. Der Belgier gehört einer Familie an, die historischer Aktionär beim Brauerei-Giganten AB Inbev ist, und deren Namen bereits im Zuge der LuxLeaks-Affäre auftauchte.

Grégoire de Spoelberch verfügt über eine Adresse in Luxemburg. Derzeit leitet er die Marketing-Abteilung von Coca-Cola in Deutschland. Sein Bruder Alexis beauftrage die luxemburgische Anwaltskanzlei Elvinger-Dessoy-Dennewald damit, sich um die Verwaltung von drei Schweizer Konten mit einem Vermögen von 1,5 Millionen Dollar zu kümmern.

Im Zusammenhang mit SwissLeaks werden auch die Namen der luxemburgischen Rechtsanwälte Philippe und Jean Hoss genannt. Jean Hoss zeigte sich gegenüber dem "Jeudi" überrascht. Er habe keine Konten bei der Schweizer Bank gehabt. Er sei lediglich von Firmen bevollmächtigt worden, über deren Konten zu verfügen.

Die Kanzlei Elvinger, Hoss & Prussen zählt übrigens in ihren Reihen mit Franz Fayot (LSAP) und Léon Gloden (CSV) zwei Abgeordnete. Fayot, Partner von Me Hoss, beteuert, er habe nicht gewusst, dass seine Berufskollegen im Fall SwissLeaks auftauchen. Er selber habe keine Beziehungen zu der Bank, stellt der LSAP-Politiker klar.

Die Kundenliste aus Luxemburg wird ergänzt durch Personen aus dem Gold- und Diamantgeschäft. Einer von ihnen ist Alain Goetz, der im Burundi mit Gold handelte und eine Fluggesellschaft betrieb. Das Profil der HSBC-Kunden aus Luxemburg ist breit gefächert. Neben einem Immobilienmakler und einer Zahnärztin, werden auch zwei Minderjährige, Hausfrauen und Arbeitslose erwähnt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Vermögensverwaltung: Vom Umbruch zur Konzentration
Die Vermögensverwaltung ist weltweit im Wandel, das zeigt ein Bericht der Beratungsgesellschaft EY. In Luxemburg wollen die Banken nach dem Ende des Bankgeheimnisses vor allem ihre Einkünfte steigern und die Kosten senken.
ITV Olivier Maréchal vun EY (classement des banques), Foto Lex Kleren
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.