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Supercomputer in Luxemburg geht an den Start
Wirtschaft 1 3 Min. 07.06.2021

Supercomputer in Luxemburg geht an den Start

Supercomputer in Luxemburg geht an den Start

Foto: SIP
Wirtschaft 1 3 Min. 07.06.2021

Supercomputer in Luxemburg geht an den Start

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Der Hochleistungsrechner MeluXina ist ab sofort einsatzbereit. Der neue Supercomputer ist einer der leistungsstärksten Europas.

„Jetzt geht es erst richtig los“ – Premierminister Xavier Bettel hat am Montag  im Beisein von Großherzog Henri und Wirtschaftsminister Franz Fayot im Datenzentrum von LuxConnect in Bissen den Supercomputer MeluXina eingeweiht. Luxemburg verfügt damit über „einen der leistungsstärksten Hochleistungsrechner nicht nur in Europa, sondern weltweit“. 

Premierminister Xavier Bettel, Großherzog Henri, Wirtschaftsminister Franz Fayot und Anders Jensen, Exekutivdirektor des EuroHPC JU (v.l.n.r.)
Premierminister Xavier Bettel, Großherzog Henri, Wirtschaftsminister Franz Fayot und Anders Jensen, Exekutivdirektor des EuroHPC JU (v.l.n.r.)
Foto: Guy Jallay

Der neue Rechner ist in der Lage, riesige Datenvolumen zu verarbeiten und Tausende von Milliarden von Rechenoperationen pro Sekunde durchzuführen. Er bietet, genauer gesagt, eine Rechenleistung von 10 Petaflops, das heißt zehn Millionen Milliarden Operationen pro Sekunde oder in Zahlen ausgedrückt: 10.000.000.000.000.000 – „Etwas Unglaubliches ist auf einmal Realität geworden“, so Bettel in seiner Ansprache. „Wir sind fest davon überzeugt, dass der Supercomputer die Innovation auf europäischer Ebene fördern wird.“ 


"Meluxina" unter den 25 schnellsten Supercomputern
Wirtschaftsminister Etienne Schneider stellte am Freitag Luxemburgs zukünftigen Hochleistungsrechner vor.

Das neue 30,4 Millionen Euro teure technologische Juwel ist im Datenzentrum von LuxConnect in Bissen beherbergt, wird von dort aus betrieben und vermarktet; es funktioniert ausschließlich mit grüner Energie, die zum Teil von Kiowatt stammt, einer mit Holzabfällen betriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. 

Der luxemburgische Supercomputer ist einer von insgesamt acht Hochleistungsrechnern der EU, die über ganz Europa verteilt sind und in den nächsten Jahren an den Start gehen sollen. Die Computer sind Teil des EuroHPC, des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (Joint Undertaking European High Performance Computing) – eine öffentlich-private Partnerschaft von EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und der Industrie. Das Unternehmen soll unter anderem den Aufbau und Betrieb von acht Supercomputern in Europa steuern und diese Hochleistungsrechenkapazitäten für Nutzer aus Industrie und Forschung bereitstellen. 

Franz Fayot: „Für alle zugänglich machen“

Das „EuroHPC JU“ wurde 2018 gegründet. Luxemburg ist der Hauptsitz des EuroHPC und verfügt nun mit MeluXina über einen Supercomputer – nach „Vega“ in Slowenien der zweite aktive in Europa. Weitere Supercomputer sind jeweils in Portugal, Spanien, Italien, Bulgarien, Finnland und in der Tschechischen Republik geplant oder befinden sich derzeit im Bau. 


Wi,High Performance Computing Uni.lu, Esch-Belval,Uni.Letzebuerg. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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„Wenn wir den Abstand zwischen Europa und anderen Regionen der Welt im Rennen um eine wettbewerbsfähige Datenökonomie schließen wollen, brauchen wir ein Netzwerk von Supercomputern“, sagte Wirtschaftsminister Franz Fayot. Der Start von MeluXina sei ein wichtiger Meilenstein in diesem Wettlauf zu einem wettbewerbsfähigeren digitalen Europa. 

„In Luxemburg ist MeluXina ein wesentlicher Schritt, um sicherzustellen, dass öffentliche und private Akteure Zugang zu einer möglichst wettbewerbsfähigen Basisinfrastruktur haben. Während sich die meisten Supercomputer in der Welt auf die akademische Forschung konzentrieren, hat sich Luxemburg dafür entschieden, dass sein HPC - High Performance Computer - auch spezifische Businessanforderungen erfüllen soll. Und das ist es, was MeluXina so besonders macht“, sagte Fayot. Ob multinationaler Konzern, kleines und mittleres Unternehmen oder junges Start-up, „unser Ziel ist es, Supercomputing für alle zugänglich zu machen“, betonte der Minister.

Wirtschaftsminister Franz Fayot: "Start von MeluXina ist wichtiger Meilenstein im Wettlauf zu einem wettbewerbsfähigeren digitalen Europa."
Wirtschaftsminister Franz Fayot: "Start von MeluXina ist wichtiger Meilenstein im Wettlauf zu einem wettbewerbsfähigeren digitalen Europa."
Foto: Guy Jallay

„Wir sind bereit, unsere Kunden zu bedienen“

„MeluXina ist ab heute voll einsatzfähig und wir sind bereit, unsere Kunden zu bedienen“, sagte Mario Grotz, Verwaltungsratspräsident von LuxProvide, das den Supercomputer betreiben wird. Die Anwendungsmöglichkeiten sind zahlreich: Modellierung, Entwicklung von neuen Produkten, Prognosen oder aber auch Big Data. Mit dem derzeitigen Aufbau könne MeluXina alle Arten von Nutzergruppen über die gesamte Bandbreite des Forschungs- und Innovationsspektrums bedienen, von wissenschaftlicher Grundlagenforschung, Forschung, Entwicklung und Innovation bis hin zur kommerziellen Nutzung.


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„Mit der Investition in MeluXina positioniert sich LuxProvide als Vorreiter in Europa für industriezentriertes HPC, indem es im Wesentlichen auf die Wirtschaftsstruktur des Landes und der Großregion abzielt, einschließlich Industrie, KMU und Start-ups“, so Grotz.

Um den Markt zu testen, hat LuxProvide kürzlich einen Aufruf für einen frühen und kostenlosen Zugang zu MeluXina gestartet. „Mit 38 eingereichten Bewerbungen ist das Ergebnis sehr vielversprechend und bestätigt das aktuelle Geschäftsmodell“, sagte Grotz. Die Anwendungen seien sehr heterogen und würden vom traditionellen HPC (Modellierung/Simulation) bis hin zu Big-Data-Anwendungen reichen. „Alle Arten von Anwendern von der Wissenschaft bis zur Industrie, von großen Unternehmen bis zu KMUs haben sich an der Ausschreibung beteiligt.“

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