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Studie zum Kraftfahrzeugmarkt: Luxemburg könnte Umweltziel verfehlen
Wirtschaft 3 Min. 06.05.2015

Studie zum Kraftfahrzeugmarkt: Luxemburg könnte Umweltziel verfehlen

Trotz hoher Wachstumsraten von zuletzt knapp 32 Prozent kommen vollelektrische Fahrzeuge und Hybridautos in Luxemburg noch auf keinen grünen Zweig.

Studie zum Kraftfahrzeugmarkt: Luxemburg könnte Umweltziel verfehlen

Trotz hoher Wachstumsraten von zuletzt knapp 32 Prozent kommen vollelektrische Fahrzeuge und Hybridautos in Luxemburg noch auf keinen grünen Zweig.
Foto: Serge Waldbillig
Wirtschaft 3 Min. 06.05.2015

Studie zum Kraftfahrzeugmarkt: Luxemburg könnte Umweltziel verfehlen

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Fahrzeuge ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft KMPG hervor. Sollte sich die Entwicklung in gleichem Maße fortsetzen, könne man 2020 jedoch nicht den empfohlenen Grenzwert von 95 g/km erreichen.

(aa) - Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Fahrzeuge in Luxemburg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft KMPG zum luxemburgischen Kraftfahrzeugmarkt hervor, die sich u. a. auf Informationen der Europäischen Umweltagentur und der Verkehrsbehörde SNCA beruft. 2013 habe der durchschnittliche Ausstoß an Kohlendioxid 133,3 Gramm pro Kilometer betragen. 2014 waren es 131,4 g/km.

Luxemburg hinter Frankreich und Belgien

Sollte sich die Entwicklung in gleichem Maße fortsetzen, sei davon auszugehen, dass Luxemburg in diesem Jahr 128,2 g/km erreichen und damit die EU-Empfehlung von 130 g/km erfüllen werde, heißt es. Allerdings könne man auf diesem Wege nicht den empfohlenen Grenzwert von 95 g/km im Jahr 2020 schaffen. Sofern der Ausstoß im bisherigen Tempo gesenkt werde, komme man dann lediglich auf 113,2 g/km.

Im Vergleich mit den drei Nachbarländern, befindet sich Luxemburg laut der KPMG-Analyse bei den Kohlendioxid-Emissionen eher im Mittelfeld. Deutschland schneidet etwas schlechter ab, Frankreich und Belgien hingegen besser. Beide unterschritten demnach bereits 2013 den Zielwert für 2015.

Anteil an E-Autos unter einem Prozent

Bei den Antriebsarten spielen Dieselfahrzeuge in Luxemburg weiterhin die größte Rolle. Von 2013 bis 2015 lag ihr Anteil nahezu unverändert bei knapp 66 Prozent, während die Benziner auf rund 34 Prozent kamen. Da die Preisspanne zwischen Diesel und Benzin in den vergangenen zehn Jahren bereits von 20 auf acht Prozent zurückgegangen sei, könne dies künftig eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen.

Trotz hoher Wachstumsraten von zuletzt knapp 32 Prozent kommen vollelektrische Fahrzeuge und Hybridautos in Luxemburg noch auf keinen grünen Zweig. Ihr Anteil am gesamten luxemburgischen Fuhrpark mache gerade einmal 0,7 Prozent aus - gegenüber 0,5 Prozent zu Beginn des vergangenen Jahres 0,7 Prozent - das sind in absoluten Zahlen 2531 Autos auf luxemburgischen Straßen.

Rund 800 Ladestationen geplant

Insgesamt gibt es 372827 in Luxemburg zugelassene Personenwagen. Tendenz steigend. Die Zuwachsrate lag zuletzt bei 2,57 Prozent. Wenn die Regierung bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent erneuerbarer Energie bei Autoantrieben erreichen will, bleibt einiges zu tun. Die Car-E-Prämie bei Kauf eines Elektroautos ist inzwischen ausgelaufen. Stattdessen wird nun in den Bau von Ladestationen investiert. Rund 800 sollen in ganz Luxemburg entstehen.

2014 hatte Luxemburg rund 537000 Einwohner und 370378 Beschäftigte, davon 164070 Grenzgänger. Laut der KPMG-Studie folgt die Entwicklung des Fahrzeugparks der demografischen Entwicklung. Anders ausgedrückt: Kommen mehr Menschen ins Land, wird auch die Zahl der Autos wahrscheinlich zunehmen.

Hoher Anteil an Leasingfahrzeugen

Die KPMG-Studie listet Luxemburg bei der Autodichte pro 1000 Einwohner auf Platz sechs hinter San Marino, Monaco, Liechtenstein, den USA und Island. Allerdings wurde dabei nicht berücksichtigt, dass der luxemburgische Fahrzeugpark nicht vollständig den Einwohnern zugeschrieben werden kann, da viele Autos mit luxemburgischen Kennzeichen auch von im Großherzogtum arbeitenden Grenzgängern genutzt werden, die z. B. von ihrem Arbeitgebern ein Leasingauto bekommen.

Die Zahl der Neuzulassungen in Luxemburg lag im Gesamtjahr 2014 bei 49793, was einem Anstieg gegenüber 2013 (46624) und einem Rückgang gegenüber 2012 (50398) entspricht. Die vorliegende Studie geht davon aus, dass 28 Prozent der Neuzulassungen im Jahr 2014 Leasingfahrzeuge waren. Beim gesamten luxemburgischen Fahrzeugpark mache der Leasinganteil 13,6 Prozent aus. 

Steuerliche Fördermaßnahmen in Planung

Wie François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, kürzlich dem Luxemburger Wort gegenüber sagte, sollten in der kommenden Steuerreform auch ökonomische Komponenten einfließen. Um den E-Markt anzukurbeln, könnten Leasingfirmen Steuervorteile beim Kauf von Elektrofahrzeugen bekommen. Auch bei Privatkunden denkt man an steuerliche Förderung.


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