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Stressfrei vor den Traualtar
Wirtschaft 3 Min. 20.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Hochzeitsplaner sollen es möglich machen

Stressfrei vor den Traualtar

Arbeitet das Brautpaar mit einem Hochzeitsplaner zusammen, kann es während der Vorbereitungen auch mal die Füße hochlegen.
Hochzeitsplaner sollen es möglich machen

Stressfrei vor den Traualtar

Arbeitet das Brautpaar mit einem Hochzeitsplaner zusammen, kann es während der Vorbereitungen auch mal die Füße hochlegen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 20.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Hochzeitsplaner sollen es möglich machen

Stressfrei vor den Traualtar

Die perfekte Hochzeit ist ihre Mission: Hochzeitsplaner organisieren Brautpaaren den Tag ihrer Träume – doch das hat seinen Preis.

(miz) - Der Hochzeitstag soll der schönste Tag im Leben eines Paares sein. Oft wird es auch einer der teuersten und stressigsten. Vor allem, weil jedes Brautpaar sich der gleichen Herausforderung stellen muss: Ein altes Ritual möglichst individuell und einmalig zu gestalten.

Am großen Tag soll alles perfekt sein. Das bedeutet für das Brautpaar im Vorfeld der Hochzeit oft jede Menge Stress.
Am großen Tag soll alles perfekt sein. Das bedeutet für das Brautpaar im Vorfeld der Hochzeit oft jede Menge Stress.
Foto: Guy Wolff

Eine Hochzeit erfordert demnach ein bestimmtes Budget und eine gute Organisation. Wem das zu aufwendig ist, kann einen Hochzeitsplaner engagieren. Seine Aufgabe: Die Vorstellungen und Wünsche des Paares so umsetzen, dass die Feier perfekt wird.

Der Beruf des Wedding Planners kommt eigentlich aus den USA. Mittlerweile haben aber auch in Luxemburg einige Agenturen Fuß gefasst. Dabei geht die Zahl der heiratswilligen Luxemburger zurück. Von 2014 auf 2015 ist die Zahl zwar von 847 auf 950 gestiegen, im Jahr 2000 wurden allerdings 1.243 und 1960 sogar noch 1.814 Trauungen vollzogen.

Viel Geld für intime Feiern

Wedding Planner sind trotzdem gefragt. Auch, weil das „Drumherum“ bei Hochzeiten immer wichtiger wird. „Die Leute schauen sich Hochzeitsblogs an, Onlineseiten, sehen Fotos auf Apps wie Pinterest und wollen dann genau das, was sie auf den Bildern sehen für ihr eigenes Fest“, so Katia Bukina von der Wedding-Planner-Agentur „Love Your Day“. Sie stellt fest, dass sich die Prioritäten bei Brautpaaren in den letzten Jahren verschoben haben.

Ein Mix aus klassisch und rustikal: Die Dekoration auf einer Hochzeitsfeier.
Ein Mix aus klassisch und rustikal: Die Dekoration auf einer Hochzeitsfeier.
Foto: Shutterstock

Wurde früher meist richtig groß gefeiert, gibt es heute immer öfter kleinere Hochzeitsgesellschaften. Intime Feiern, auch noch „Intimate Weddings“ genannt, seien momentan sehr beliebt, sagt die Hochzeitsplanerin. Das Paar lädt nur die engsten Freunde und Verwandten ein.

Das Geld, das dadurch gespart wird, investiert das Paar dann in eine ausgefallene Location oder ein exklusives Restaurant. „Heute wollen Kunden kein Geld für Hochzeitsgäste ausgeben, die sie eigentlich kaum kennen oder zu denen sie keine Beziehung haben“, so die Expertin. Katia Bukina bietet Paaren Hilfe bei der Organisation an – egal ob kleine oder große Feier. Für eine einfache Beratung liegt der Preis bei 99 Euro, für das „Complete Package“ zahlt der Kunde 2 280 Euro (inbegriffen sind u. a. Beratung, Hochzeitsvorbereitungen und Hilfe am großen Tag selbst). Für Schnellentschlossene („Early Birds“) gibt es reduzierte Preise.

Ein Paar, eine Marke

Nancy Wendt von Partyville ist Partyplanerin und organisiert seit kurzem auch Hochzeiten. Sie sagt, dass Paaren Individualität besonders wichtig ist: „Damit das Fest möglichst einzigartig wird, muss das Paar seine eigene Marke, sein eigenes Konzept entwickeln“, so Wendt.

Ein gemeinsames Hobby, ein Lieblingsreiseziel, eine romantische Kennenlerngeschichte – all das kann zum Markenzeichen oder Thema einer Hochzeit werden. „Es ist dann am Hochzeitsplaner, eine Feier um dieses Merkmal herum zu gestalten“, so Wendt.

Die 28-Jährige sagt, Kunden müssten mindestens 20 000 Euro für eine Hochzeit einplanen. Sie bekommt 12 bis 20 Prozent Provision, je nach Budget des Paares. Nicht nur die Hochzeit an sich, sondern auch die Geschenkideen haben sich verändert. Viele Paare verzichten mittlerweile auf die klassischen Hochzeitslisten und wollen lieber Geld, um die Hochzeitsreise oder die Kosten der anstehenden Feier abzudecken.

Crowdfunding statt Geschenke

Happy Couple: Das Paar nach der Trauung.
Happy Couple: Das Paar nach der Trauung.
Foto: Guy Wolff

Eine digitale Alternative zum Umschlag mit Geld bietet die Internetseite Wedzem. Hier zählen Paare die Dinge auf, bei denen die Gäste (mit-)investieren sollen. Jeder, der mitfeiert, kann die Summe beitragen, die er möchte. Quasi Crowdfunding für die Hochzeit. „Einige Paare setzen das Brautkleid oder Catering mit auf die Liste. Andere haben außergewöhnliche Wünsche, wie ein Besuch in einem Insektenrestaurant während der Hochzeitreise“, so Sandrine Noël, Gründerin von Wedzem in Luxemburg.

Die Seite sei aber nicht nur für Leute mit kleinem Budget gedacht, präzisiert Sandrine Noël. Es sei einfach eine moderne Variante des klassischen Geldgeschenks.

Das Konzept scheint aufzugehen. Die Firma gibt es bereits in Frankreich, den USA, Belgien und Schweden und seit gut einem Jahr auch in Luxemburg. Neben den digitalen Listen bietet Wedzem auch kostenlose Hochzeitsberatung und Wedding Planner an – sie vermittelt dabei zwischen Kunden und Dienstleistern, stellt die Kontakte her. „Wir arbeiten oft mit Betrieben zusammen, die vielleicht noch nicht so bekannt sind, dafür aber eine genau so gute Arbeit machen“, so die Chefin. „Echte Perlen“, die das Paar nicht schon von anderen Hochzeiten kennt.

Auch bei Wedzem steht demnach Individualität im Mittelpunkt. Und natürlich die Wünsche des Brautpaars.

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