Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Streit um Handel mit Jagdtrophäen
Wirtschaft 18.08.2019

Streit um Handel mit Jagdtrophäen

Immer mehr Länder haben in den letzten Jahren den Handel mit Elfenbein verboten.

Streit um Handel mit Jagdtrophäen

Immer mehr Länder haben in den letzten Jahren den Handel mit Elfenbein verboten.
Foto: Aziz Hussin/epa/dpa
Wirtschaft 18.08.2019

Streit um Handel mit Jagdtrophäen

Elefantenschädel als Jagdtrophäen, Elfenbein für Schmuck: Länder im südlichen Afrika wollen Handelsrestriktionen lockern. Tierschützer sind strikt dagegen.

(dpa) - Können dezimierte Arten wie der Afrikanische Elefant gerettet werden, indem man den Handel mit Elfenbein und erlegten Tieren als Jagdtrophäen erlaubt? Mehrere Länder im südlichen Afrika beantragen bei der Artenschutzkonferenz in Genf, mehr Handel mit Elefanten zuzulassen

Seit Samstag beraten dort über diese und andere Anträge Vertreter der 183 Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzübereinkommens über den Handel mit wilden Tieren und Pflanzen (Cites). Der kommerzielle Handel mit Elfenbein ist zur Zeit verboten.

„Es darf keine Lockerung geben“, sagte Arnulf Köhncke von der deutschen Sektion der Umweltstiftung WWF am Sonntag in Genf. „Es wäre zu schwierig, den Handel zu regulieren.“ Wilderer könnten Elfenbein als Material von legal gejagten Tieren ausgeben, für Zöllner wäre es schwierig, illegales von legalem Elfenbein zu unterscheiden. 


Verspätungen können mehrere Gründe haben: das Wetter, Wartungsprobleme oder die nötige Ruhezeit, die das Personal zwischen zwei Fahrten braucht.
Cargolux sagt Nein zu Jagdtrophäen
Cargolux wird ab sofort keine Jagdtrophäen mehr in seinen Flugzeugen transportieren. Das entspreche nicht der Ethik der Gesellschaft.

„Und das Signal an Konsumenten wäre fatal: Wenn Elfenbein wieder legal zu kaufen wäre, würde die Nachfrage steigen.“

Die Konferenz befasst sich bis zum 28. August unter anderem auch mit Tropenhölzern, exotischen Tieren für den Heimtierhandel sowie Giraffen, Rochen und Haien. Über die Anträge zu Elefanten wird voraussichtlich am Donnerstag (22. August) debattiert.

Sambia, Botsuana, Namibia und Simbabwe begründen ihre Anträge auf Lockerung des Elefantenschutzes damit, dass ihre Schutzmaßnahmen erfolgreich gewesen seien. In Botsuana etwa sei die Population zwischen 2002 und 2015 von rund 100 000 auf 130 000 Tiere gewachsen. In der Zählung des „Great Elephant Census“ hieß es 2016 allerdings, seit 2010 sei die Population dort schon wieder um 15 Prozent geschrumpft. 

Jagdverbände befürworten eine Lockerung des Schutzes. Geld aus Abschusslizenzen könnte etwa in Bildungseinrichtungen oder die Sanitärversorgung der örtlichen Bevölkerung fließen, sagte Dietrich Jelden, Experte beim Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC). 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Hinter den Kulissen: Belugas an Bord
Cargolux transportiert Güter von Luxemburg aus in die Welt und wieder zurück – darunter auch Tiere. Warum der Transport von Little Grey und Little White in jeder Hinsicht etwas Besonderes war.
Die Reportage: Elefantenmassaker in Botswana
Tierschützer finden über 100 frische Elefanten-Kadaver. Die Regierung des südafrikanischen Landes denkt jedoch darüber nach, die Großwildjagd wieder zu erlauben. Ein Aufschrei der Entrüstung von Tier- und Naturschützern geht um die Welt.