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Streik im Pflegesektor ist vorbei
Wirtschaft 2 Min. 16.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Streik im Pflegesektor ist vorbei

Zusammenkunft der Regierung mit der Gewerkschaftsvertretern.

Streik im Pflegesektor ist vorbei

Zusammenkunft der Regierung mit der Gewerkschaftsvertretern.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 2 Min. 16.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Streik im Pflegesektor ist vorbei

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Am Samstagmorgen konnte bei einem Treffen der Gewerkschaft mit den Arbeitgebern und den zuständigen Ministern eine Einigung gefunden werden.

Bei einem Treffen am Samstagmorgen konnten die zuständigen Minister, die Gewerkschaft OGBL und die Arbeitgeber (COPAS) und nach intensiven Gesprächen eine Einigung finden. Die Verhandlungen starteten um 10 Uhr und waren erst gegen 14 Uhr abgeschlossen.


Der Streik geht laut OGBL weiter "bis schriftliche Garantien vorliegen".
OGBL: "Streik kann morgen beendet werden"
Der Konflikt im Pflegewesen kann am Samstag beigelegt werden, teilt der OGBL am Freitag mit. Es fehle nur noch die Unterschrift der Arbeitgeber.

Der Streik in den Pflegeheimen "An de Wisen" in Bettemburg, ZithaSenior in Luxemburg-Stadt und Petingen, wird mit sofortiger Wirkung beendet. Der Streik im "Les Parcs du 3ème Age" in Bartringen war bereits vorige Woche beendet worden. Im Pflegeheim von Bettemburg war mehr als zehn Tage lang gestreikt worden. 

Die Vereinbarung sieht für alle betroffenen Mitarbeiter eine Aufwertung der Karrieren vor.

Das Abkommen garantiert zudem, dass alle im Pflegesektor beschäftigten FHL-Mitarbeiter die Bedingungen des Spitalkollektivvertrags bis zu ihrem Ruhestand in Anspruch nehmen dürfen.

Darüber hinaus wurde sichergestellt, dass alle FHL-Mitarbeiter des Pflegebereichs automatisch von den künftigen Entwicklungen des Spitalkollektivvertrags profitieren können.

"Die von der Regierung vorgeschlagene Lösung bietet dauerhafte und endgültige Garantien, die uns erlauben, den Konflikt zu beenden", sagte die Gewerkschaftssekretärin Nora Back am Samstagnachmittag.

"Uns war wichtig, dass die Spannungen ein Ende finden und dass wir gleichzeitig eindeutige Garantien bekommen", sagte Premierminister Xavier Bettel nach dem Treffen. "Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir in Konflikten eine Vermittlerrolle übernehmen."

Staat bekommt Garantien

Die von der Regierung geforderten Garantien sehen einerseits vor, dass die betroffenen Pflegeheime die Kosten für die Bewohner in den nächsten zwei Jahren nicht erhöhen werden. Zudem haben sich die Pflegeheime dazu verpflichtet, keine neuen Mitarbeiter unter dem "alten" FHL-Vertrag einzustellen.

Sozialminister Romain Schneider stellte klar: "Es geht hier darum, einen geeigneten Mechanismus zu finden, um die Mehrkosten aus den zwei verschiedenen Kollektivverträge auszugleichen. Einige Pflegehäuser sind einer größeren Belastung ausgesetzt als andere. Wir haben eigentlich ein ganz einfaches Prinzip zurückgehalten. Eine Gesetzesänderung ist nicht nötig." Der Mechanismus finanziert sich zu 60 Prozent aus der CNS-Pflegeversicherung und zu 40 Prozent aus dem Staatsbudget.

Der OGBL sprach am Samstag von einem "Sieg auf ganzer Linie". Die Gewerkschaft und die Mitarbeiter, die gestreikt haben, seien die ersten, die sich über das Abkommen freuen würden. "Der soziale Frieden kehrt wieder ein und die qualitative Pflege der Personen in den Einrichtungen kann wieder garantiert werden", so Nora Back. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass es "nie das Ziel war, es zu einem Streik kommen zu lassen.”

"Eine pragmatische Lösung"

"Auch wir sind mit der Lösung sehr zufrieden", sagte Copas-Präsident Marc Fischbach. "Die betroffenen Häuser waren in den vergangenen Tagen mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Die Regierung hat erkannt, dass es so nicht weitergehen konnte." Laut Fischbach wurde am Samstag eine "pragmatische Lösung" gefunden. Die Copas sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Denn: "Es geht ja letzten Endes um eine Umverteilung des Geldes, das durch die Pflegeversicherung zur Verfügung gestellt wird und das von allen Copas-Mitgliedern akzeptiert wird."

"Wir bitten darum, dass künftig keine Mitarbeiter unter dem FHL-Vertrag eingestellt werden. In unserem Sektor ist nur ein Kollektivvertrag gültig, und das ist der SAS-Kollektivvertrag", stellte Marc Fischbach abschließend klar.


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