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Strategiewechsel: Enovos International wird zu Encevo
Wirtschaft 3 Min. 03.10.2016

Strategiewechsel: Enovos International wird zu Encevo

Die neue Muttergesellschaft Encevo behält ihren Hauptsitz in Esch/Alzette.

Strategiewechsel: Enovos International wird zu Encevo

Die neue Muttergesellschaft Encevo behält ihren Hauptsitz in Esch/Alzette.
Foto: Alain PIRON
Wirtschaft 3 Min. 03.10.2016

Strategiewechsel: Enovos International wird zu Encevo

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Die Muttergesellschaft des Energieanbieters Enovos und des Netzbetreibers Creos hat einen neuen Namen. Damit einher geht der Wille des Konzerns, bei der Digitalisierung und der dezentralen Energieerzeugung mitzumischen.

(las) - Während Arbeiter das neue Logo am Gebäude anbrachten, erklärte der alte und neue Verwaltungsratsvorsitzende Marco Hoffmann, dass mit der Namensänderung von Enovos International SA zu Encevo SA mehr Klarheit geschaffen werden soll: "Wir wollen die Muttergesellschaft besser nach außen vertreten."

Folgen für die 1.500 Angestellten und die Kunden hat die Umstrukturierung zunächst nicht. Die 140 Mitarbeiter der Holding behalten ihre Aufgaben in der Unterstützung der Tochtergesellschaften Creos und Enovos. Dazu zählen etwa die Personalverwaltung, die Buchhaltung oder die Gebäudeverwaltung. "Encevo wird auch den Willen der Aktionäre kanalisieren und zwischen ihnen und den Tochtergesellschaften vermitteln", erklärte Jean Lucius, der Generaldirektor der Muttergesellschaft bleibt.

Gemeinsame Projekte mit Start-up-Unternehmen

Neben dem Namenswechsel soll sich auch die Unternehmenskultur in den nächsten anderthalb bis zwei Jahren in Richtung Innovation verändern, betonte Jean Lucius. "In den letzten drei bis vier Jahren hat das Unternehmen einen großen Wandel vollzogen: vom klassischen Stromanbieter und Netzbetreiber zu einem Dienstleister", erklärte er.

CEO Jean Lucius und der Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann präsentieren das neue Logo.
CEO Jean Lucius und der Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann präsentieren das neue Logo.
Foto: Alain PIRON

Die künftigen Konkurrenten seien Akteure wie Google oder Amazon und nicht andere Energieanbieter, meint Lucius. Denn die US-Unternehmen hätten bereits sehr viele Kunden und böten komfortable Lösungen.

Encevo will deshalb seine Expertise im Bereich der Digitalisierung deutlich ausbauen. Etwa mit den intelligenten Stromzählern, die Creos gerade in den Häusern einbaut, fallen viele Daten an. "Diese Daten müssen verarbeitet werden", erklärte Lucius. Das Ziel ist ebenfalls ein engerer und besserer Austausch mit den Endkunden.

Das nötige Wissen will sich Encevo über gemeinsame Projekte mit Start-ups erarbeiten. Der Luxemburger Konzern sucht nach Partnern im Silicon Valley. Die Amerikaner seien technologisch weiter als die Europäer, meint Lucius. Für amerikanische Start-ups könnte Luxemburg als Testfeld und Einstieg in den europäischen Markt attraktiv sein, so Lucius weiter.

Das Unternehmen will sich auch die Arbeitsweise bei den Start-ups abschauen: Künftig soll beim Luxemburger Energiekonzern flexibler und in Teams gearbeitet werden. Auch sollen Mitarbeiter einfacher innerhalb der Unternehmensgruppe wechseln können.

In Luxemburg wolle man sich ebenfalls nach Partnern umschauen. So besteht etwa eine Kooperation mit dem Gründerzentrum Technoport. Doch das reiche nicht, meinte Lucius. Sollte ein Start-up zu den Hauptaktivitäten des Konzern passen, könne man sich durchaus daran beteiligen, erklärt Lucius.

Erneuerung bei gleichbleibenden Mitteln

"Es braucht eine gewisse Größe, um die Herausforderung durch die neuen Technologien zu meistern", sagte der Generaldirektor Jean Lucius. Nur so könne das Unternehmen die Talente anziehen, die es brauche - auch über die Landesgrenzen hinweg. Das Ziel dabei ist klar: Encevo will das führende Energieunternehmen in der Großregion bleiben.

Im Rahmen der Wachstumsstrategie bot Enovos International im Juni in einem Konsortium mit, um das Gasnetz von Thyssengas zu übernehmen. Der Zuschlag ging am Ende jedoch an EDF zusammen mit dem niederländischen Infrastruktur-Fonds DIF. "Es war ein gute Gelegenheit, aber letztendlich war der Preis zu hoch", erklärte Jean Lucius auf Nachfrage. Zwar seien die Zinsen aktuell niedrig, doch bei einer langfristigen Investition wie einem Gasnetz könne man sich darauf nicht verlassen, ergänzte der Verwaltungsratspräsident Marco Hoffmann.

Das Unternehmen investierte 2015 etwa 200 Millionen Euro. Bei diesem Volumen soll es vorerst bleiben, erklärte Lucius. Allerdings sei die Bilanz von Enovos International und nun Encevo gesund, so dass bei Bedarf, die Mittel bereitstünden, um mehr zu investieren. Auch mehr Personal wird vorerst nicht eingestellt. Die Fluktuation bei der Mitarbeiterzahl von acht bis zehn Prozent pro Jahr lasse jedoch genügend Spielraum, um gezielt IT-Experten einzustellen.


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