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Steuervorteil: Neuauflage für "Patentbox"
Wirtschaft 08.08.2017

Steuervorteil: Neuauflage für "Patentbox"

50 Millionen Euro wird der Steuervorteil für Forschungsergebnisse den Staat kosten, schätzt das Finanzministerium.

Steuervorteil: Neuauflage für "Patentbox"

50 Millionen Euro wird der Steuervorteil für Forschungsergebnisse den Staat kosten, schätzt das Finanzministerium.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 08.08.2017

Steuervorteil: Neuauflage für "Patentbox"

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Viele Unternehmen warten ungeduldig auf die nachgebesserte Steuerbegünstigung für Gewinne aus geistigem Eigentum, die nun als Entwurf vorliegt. Sie ist strenger als in der Version, die 2015 abgeschafft wurde.

(las) - Der Steuervorteil für Gewinne aus geistigem Eigentum wird neu gestaltet. Ein entsprechender Gesetzesentwurf für die Patentbox wurde am 4. August im Parlament hinterlegt. Einkünfte aus geschützten Erfindungen und Software sind ab 2018 zu 80 Prozent von der Einkommens- und Gewerbesteuer befreit. Das Ziel der Regierung: die Innovation zu fördern und zur Di­ver­si­fi­ka­ti­on der Luxemburger Wirtschaft beizutragen.

Um in den Genuss des Steuervorteils zu kommen, müssen die Firmen Ausgaben für die Forschung und Entwicklung der entsprechenden Produkte vorlegen. Das ist eine deutliche Einschränkung zur früheren Patentbox. Die Regierung beschloss Ende 2015 die Steuernische in der damaligen Form bis 2021 auslaufen zu lassen.

Die Änderung wurde nötig, da neue internationale Regeln erfordern, dass den Einkünften eigene Forschung zugrunde liegt. Laut dem Entwurf sind Marken und Domainnamen deshalb künftig ausgeschlossen. Neu ist allerdings auch, dass der Wert von Patenten von der Vermögenssteuer befreit ist. Die Maßnahme wird den Staat 50 Millionen Euro pro Jahr kosten, schätzt das Finanzministerium.


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