Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Razzia in Luxemburg
Wirtschaft 01.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Steuerhinterziehung

Razzia in Luxemburg

Der mutmaßliche Steuerbetrug flog durch eine von NRW gekaufte Offshore-CD auf.
Steuerhinterziehung

Razzia in Luxemburg

Der mutmaßliche Steuerbetrug flog durch eine von NRW gekaufte Offshore-CD auf.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 01.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Steuerhinterziehung

Razzia in Luxemburg

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Vor wenigen Wochen fand hierzulande in den Räumlichkeiten eines Unternehmens eine Razzia statt. Deutsche Fahnder wurden von den luxemburgischen Behörden unterstützt.

(ml) - Im Januar sollen in Luxemburg die Geschäftsräume eines Unternehmens von deutschen und luxemburgischen Fahndern durchsucht worden sein, da es einen Verdacht auf Steuerhinterziehung, Steuerbetrug und Geldwäsche gegeben habe, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe.

Das Unternehmen soll über dubiose Offshore-Gesellschaften Kunden dabei geholfen haben, teilweise große Summen in Panama und anderswo vor dem deutschen Fiskus zu verstecken. Rund 50 Briefkastenfirmen sollen an dem Unternehmen hängen. Eine Offshore-CD, die Nordrhein-Westfalen für rund 500.000 Euro gekauft hatte, brachte den Stein ins Rollen.

Das Besondere sei, dass die Razzia überhaupt stattgefunden habe, heißt es weiter. Vor anderthalb Jahren habe die luxemburgische Staatsanwaltschaft in dem gleichen Verfahren ein Rechtshilfeersuch kategorisch abgelehnt. Die deutschen Strafverfolger und Steuerfahnder seien damals "regelrecht düpiert" worden und verdächtige Vermögensverwalter unbehelligt geblieben.

Inzwischen hätten es sich die luxemburgischen Behörden anders überlegt, so die "Süddeutsche Zeitung" und titelt: "Luxemburg gibt das Mauern auf." Zwei neue Rechtshilfeersuchen seien nun "ohne viel Tamtam" durchgewinkt worden. Die luxemburgische Staatsanwaltschaft wies darauf hin,  dass "Verdachtsmomente für systematisch betrügerische Machenschaften" vorliegen müssten. Das neue Rechtshilfeersuch der Kölner Staatsanwaltschaft habe "genügend Elemente" gehabt, um Durchsuchungen durchführen zu können.




Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Eine Sollbruchstelle im deutschen Steuerrecht nutzten Banken und Investoren, um unter anderem über Luxemburg Millionengewinne zu machen. Der Bundestag arbeitet neben Steuerfahndern an der Aufklärung. In Luxemburg ist der Skandal bisher kaum ein Thema.
Viele der deutschen Großbanken waren in fragwürdige Aktiendeals verstrickt, darunter auch die Deutsche Bank.
Steuerskandal in Deutschland
Im Skandal um die neueste "Steuer-CD" geht es um Steuerhinterziehung durch sogenanntes „Dividenden-Stripping“. Luxemburg war in der Vergangenheit bereits in solche Fälle verstrickt.
Die Rolle der "Spuerkeess" im Steuerskandal bleibt weiter unklar.
Luxemburg wolle aus politischen Gründen bei den Ermittlungen um deutsche Steuerhinterzieher nicht kooperieren, lautet der Vorwurf des nordrhein-westfälischen Finanzministers. Die luxemburgische Staatsanwaltschaft widerspricht.
Die Cité Judiciaire, in der auch die Staatsanwaltschaft untergebracht ist.
"Luxembourg Leaks"
Der luxemburgische Finanzplatz steht im Zentrum einer weltweiten Recherche von 80 Journalisten. Geheimdokumenten zufolge sollen internationale Großkonzerne ihre Steuerlast mit Hilfe Luxemburger Behörden drastisch gedrückt haben.
Geballte Ministerkraft: Bettel, Gramegna, Schneider, Braz.