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Steuerhinterziehung: Luxemburger Spedition in Deutschland bestraft
Bei dem luxemburgischen Unternehmen handelte es sich laut Finanzamt um eine Spedition, die europaweit Warentransporte durchführt.

Steuerhinterziehung: Luxemburger Spedition in Deutschland bestraft

Symbolfoto: Shutterstock
Bei dem luxemburgischen Unternehmen handelte es sich laut Finanzamt um eine Spedition, die europaweit Warentransporte durchführt.
Wirtschaft 2 Min. 08.09.2016

Steuerhinterziehung: Luxemburger Spedition in Deutschland bestraft

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Das Unternehmen hatte laut Finanzamt Trier wissentlich falsche Lohnbescheinigungen für deutsche Grenzgänger ausgestellt, sodass zuviel Steuer in Luxemburg und zu wenig Steuer in Deutschland abgeführt wurde.

(aa) - In Deutschland wohnende Angestellte luxemburgischer Unternehmen müssen ihren Lohn anteilig in Deutschland versteuern, wenn sie außerhalb Luxemburgs eingesetzt werden. Oft werde dies jedoch gar nicht oder unzureichend befolgt – sei es vorsätzlich oder aus grober Fahrlässigkeit, so Klaus-Robert Braus vom Finanzamt Trier.

Dass dies schwerwiegende Folgen haben kann – sowohl für den in Deutschland Steuerpflichtigen als auch für den luxemburgischen Arbeitgeber – belegt nun ein abgeschlossenes Verfahren, wobei insgesamt 400000 Euro Steuern nachgezahlt und Strafen von 47900 Euro verhängt wurden.

Zuviel Lohnsteuer in Luxemburg abgeführt

Bei dem luxemburgischen Unternehmen handelte es sich laut Finanzamt um eine Spedition, die europaweit Warentransporte durchführt. Der Geschäftsführer habe seine Arbeitnehmer im Großherzogtum angemeldet und hier auch Lohnsteuer abgeführt. Unter den Arbeitnehmern befanden sich auch Grenzgänger.

Wie das Finanzamt Trier mitteilt wurden in dem genannten Streitfall 60 Prozent des Lohns der Grenzgänger in Luxemburg besteuert und die verbleibenden 40 Prozent in Luxemburg steuerfrei belassen. Die Beschäftigten sollten die 40 Prozent selbst in ihrem Wohnsitzstaat besteuern.

Steuerfahnder kamen der Sache auf die Spur

Die Steuerfahnder des Finanzamtes Trier fanden jedoch heraus, dass die in Deutschland wohnenden Fahrer der luxemburgischen Spedition in 70 bis 90 Prozent der Fälle außerhalb Luxemburgs unterwegs waren. Tatsächlich hätte also deutlich weniger Lohn in Luxemburg, und mehr in Deutschland versteuert werden müssen.

Falls die Arbeitnehmer wissen, dass ihre luxemburgische Lohnbescheinigung falsch ist und sie dennoch einen zu niedrigen Betrag in ihrem Wohnsitzstaat deklarieren, begehen sie selbst Steuerhinterziehung, so das Finanzamt Trier. Der luxemburgische Arbeitgeber könne dann wegen Beihilfe belangt werden.

Arbeitnehmer nur zu Nachzahlung verdonnert

Im vorliegenden Fall geht das deutsche Finanzamt aber davon aus, dass die Grenzgänger nicht wussten, dass zu viel Lohn in Luxemburg deklariert wurde. „Sie haben sich daher nicht strafbar gemacht“, heißt es beim Trierer Finanzamt. Stattdessen wurde der Geschäftsführer wegen Steuerhinterziehung belangt.

Völlig Ungeschoren kamen die Arbeitnehmer nicht davon. Sie mussten Lohn in Deutschland nachversteuern, während Unternehmen und Geschäftsführer jeweils mit einer Geldstrafe belegt wurden.

Selbstanzeige auch für luxemburgische Firmen möglich

Das Finanzamt weist darauf hin, dass luxemburgische Arbeitgeber beim deutschen Finanzamt Selbstanzeige erstatten können, solange die Sache noch nicht aufgeflogen ist. Legen sie eine Liste der in Deutschland wohnenden Arbeitnehmer vor, inklusive zutreffender Aufenthaltszeiten in den jeweiligen Ländern, führe dies zur Straffreiheit für die jeweilige Steuererklärung.

In einer ersten Version dieses Artikels hatte es geheißen, es seien 50000 Euro Steuern nachgezahlt worden. Dieser Wert basierte auf Angaben des Finanzamtes Trier. Die Behörde korrigierte ihre Angabe nachträglich auf 400000 Euro.



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