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Steuerfahnder durchsuchen Flughafen Hahn
Wirtschaft 2 Min. 24.07.2020

Steuerfahnder durchsuchen Flughafen Hahn

Der Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück.

Steuerfahnder durchsuchen Flughafen Hahn

Der Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück.
Foto: Andreas Arnold/dpa
Wirtschaft 2 Min. 24.07.2020

Steuerfahnder durchsuchen Flughafen Hahn

Zusammen mit Steuerfahndern aus Trier durchsuchten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag ein Gebäude am Flughafen Hahn.

(dpa/lrs/SC) - Im Zuge von Ermittlungen hat es am Hunsrück-Flughafen Hahn Durchsuchungen gegeben. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Koblenz am Freitag mit. Die Behörde ermittle zusammen mit der Steuerfahndung des Finanzamts Trier gegen drei Verantwortliche von sechs am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaften.

Die Durchsuchungen am Donnerstag sollten zur Aufklärung der Vorwürfe beitragen. Zu den Details schwieg die Staatsanwaltschaft. Dem stehe das Steuergeheimnis entgegen, erklärte die Behörde. Zuvor hatte die „Rhein-Zeitung“ über die Durchsuchungen berichtet.

CDU-Fraktionschef verlang Aufklärung

Angesichts der Ermittlungen hat der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf Aufklärung von der Landesregierung verlangt. Im Sommerinterview von SWR Aktuell forderte Baldauf am Freitagabend, Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) müsse vor Ort mit den Beteiligten sprechen.

Die CDU-Opposition brauche jetzt Informationen aus dem Innen- und Justizministerium, was genau am Hahn vor sich gehe, sagte Baldauf, der als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 14. März 2021 antritt. Viele Menschen im Hunsrück sorgten sich um ihre Arbeitsplätze und hätten Transparenz verdient. Zudem sei in den Regionalflughafen Steuergeld in Millionenhöhe geflossen. „Es ist leider eine Geschichte, die in die Reihe Nürburgring, FCK und vieles andere passt“, sagte Baldauf mit Blick auf frühere Finanzaffären mit Beteiligung des Landes. „Und ich kann nur raten, das aufzuklären.“


ARCHIV - 12.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Weeze: Flugzeuge der irischen Airline Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens. Europas größte Billig-Airline Ryanair hat am Dienstag wegen der Corona-Pandemie alle Flüge für mindestens zwei Monate gestoppt. Das Unternehmen gehe derzeit davon aus, dass keine Flüge im April und Mai stattfinden werden, teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Dublin mit. Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der regionale Flughafen wurde 2016 von der chinesischen HNA Group aufgekauft, die im Zuge dessen auch die Anteile des Landes Rheinland-Pfalz übernommen hat. Trotzdem verpflichtete sich das Bundesland zu Investitionsbeihilfen, um den kriselnden Flughafen zu unterstützen. Wie der „Trierische Volksfreund“ am Freitag berichtet, habe das Land Rheinland-Pfalz für die Jahre 2019 und 2020 noch keine Beihilfen ausgezahlt - es seien noch keine Anträge eingegangen. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte am Freitag, vor zukünftigen Beihilfszahlungen müssten die Vorwürfe zunächst aufgeklärt werden.

Im Jahr 2019 hatte der Hunsrück-Flughafen erneut einen Rückgang der Passagier- und Frachtzahlen hinnehmen müssen. Die Zahl der Fluggäste ging im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent zurück, beim Frachttransport handelte man sich ein Minus von rund vier Prozent ein. Auch das Jahr 2020 brachte keine Wende. Wie andere Flughäfen auch litt der Standort Hahn an den internationalen Flugstopps zu Beginn des Jahres. Erst am Mittwoch hatte die irische Fluggesellschaft Ryanair, mit der bisher die meisten Passagiere in Frankfurt-Hahn abgehoben sind, ihren Rückzug von dem defizitären Standort zum 1. November angekündigt.


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