Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Statec: Zahl der Beschäftigten im Home Office mehr als verdreifacht
Wirtschaft 2 Min. 19.05.2020

Statec: Zahl der Beschäftigten im Home Office mehr als verdreifacht

Immer mehr Beschäftigte verlegen ihr Büro in die eigenen vier Wände.

Statec: Zahl der Beschäftigten im Home Office mehr als verdreifacht

Immer mehr Beschäftigte verlegen ihr Büro in die eigenen vier Wände.
Foto: Pixabay
Wirtschaft 2 Min. 19.05.2020

Statec: Zahl der Beschäftigten im Home Office mehr als verdreifacht

Laut einer Umfrage des Statec arbeiteten zwischen Ende April und Anfang Mai 69 Prozent der Beschäftigten von zu Hause aus. Für die meisten von ihnen war es eine positive Erfahrung.

(SC) - Die ersten Resultate einer spontanen Untersuchung des Statistikamts Statec sind da: In Luxemburg haben durch die Corona-Krise 69 Prozent der Beschäftigten in den letzten Wochen und Monaten von zu Hause aus gearbeitet. In drei von vier Fällen war die Heimarbeit der Corona-Krise geschuldet. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag der Prozentsatz noch bei 20.

Zwischen dem 29. April und dem 8. Mai wurden 2.000 Bewohner über Telefon zu ihrer Arbeitssituation befragt. Im Laufe der kommenden Wochen werden die Ergebnisse noch weiter ausgewertet und dann vom Statistikamt publiziert.


Anfangs werden intubierte Patienten 16 Stunden auf dem Bauch gelagert. Dies verbessert die Sauerstoffversorgung des Bluts.
Archivierter Liveticker zur Corona-Pandemie
Das Corona-Virus bestimmt die Nachrichtenlage in Luxemburg. Wir bilden die Situation in einem Liveblog ab. Aus Gründen der Übersichtlichkeit haben wir den ersten Ticker archiviert, ein zweiter ist angelegt.

48 Prozent aller Arbeitnehmer und Selbständigen waren demnach komplett im Home-Office, während 21 Prozent zumindest teilweise von zu Hause aus gearbeitet haben. Nur 31 Prozent der Beschäftigten sind nach wie vor täglich an ihrem Arbeitsplatz erschienen.

Wenig überraschend: Das Bildungswesen in der Home-Office-Statistik besonders stark vertreten. Hier arbeiteten 74 Prozent von zu Hause aus, gefolgt von Verwaltungsdiensten und dem Finanzwesen (61 Prozent) und dem öffentlichen Dienst (47 Prozent). 66 Prozent der Selbstständigen und Freiberufler arbeiteten im heimischen Büro.

Home-Office häufig mit längeren Arbeitstagen verbunden

Vor allem im Zentrum des Landes war die Heimarbeit in den vergangenen Monaten weit verbreitet: In der Stadt Luxemburg, in der ein Großteil der Menschen im Servicebereich arbeitet, haben 60 Prozent komplett von zu Hause aus gearbeitet, im Vergleich zu 52 Prozent im Osten des Landes, 42 Prozent im Süden und 31 Prozent im Norden. Auch haben ausländische Arbeitnehmer mit 55 Prozent häufiger in Heimarbeit gearbeitet, als luxemburgische Staatsbürger (40 Prozent). Personen über 55 Jahren und solche, deren Kinder zu Hause betreut werden mussten, sind ebenfalls besonders zu Hause geblieben.


Nach dem Ende der Osterferien geht Nick Stephany, zehn Jahre, den Unterrichtsstoff auf der Terrasse durch.
Homeschooling: Ohne Engagement läuft nichts
Seit Mitte März steht bei Tausenden Luxemburger Familien Homeschooling auf dem Tagesprogramm. Der Unterricht zu Hause kostet Schüler und Eltern Zeit und Nerven.

Von den 69 Prozent, die durch die Krise von zu Hause arbeiten, hatte lediglich eine von vier Personen vor der Krise bereits Erfahrungen in Sachen Home-Office sammeln können. Der Großteil von ihnen gab an, der Zahl ihrer geleisteten Arbeitsstunden habe seit der Krise zugenommen (43 Prozent), bei 36 Prozent ist der Umfang gleich geblieben.

Überwiegend positive Resonanz

Obwohl einige durch die Arbeit im heimischen Büro einen höheres Arbeitspensum zu bewältigen hatten, gaben nur 15 Prozent der Befragten an, für sie sei die Arbeit zu Hause eine negative Erfahrung gewesen. 55 Prozent gaben hingegen eine positive Resonanz, während 33 Prozent die Erfahrung weder positiver, noch negativer als die Arbeit im Büro bewerteten. Vor allem im öffentlichen Sektor, in der Verwaltung und in der Finanzbranche ist das Konzept Heimarbeit gut angekommen (60 Prozent), während Beschäftigte im Bildungswesen die Erfahrung am negativsten bewerteten (29 Prozent).


Stressfaktor Heimarbeit: Das Private stört bei der Arbeit und das Berufliche belastet das Privatleben.
Wenn Homeoffice krank macht
Der Gesundheitsdienst des Luxemburger Finanzplatzes hat eine Hotline für Burnout-Gefährdete eingerichtet.

Auch gefiel die Heimarbeit denen besser, die mehr Platz zu Hause haben. 58 Prozent der Hausbewohner bewerteten die Heimarbeit als positiv, im Vergleich zu 51 Prozent der Menschen, die in einer Wohnung leben.

Ein Viertel der Befragten sorgt sich um ihre Arbeitsplatzsicherheit, vor allem in der Gastronomie (44 Prozent), der Industrie (39 Prozent) und im Einzelhandel (31 Prozent). Bei 16 Prozent der Bevölkerung sind die Gehälter seit dem Beginn der Krise gesunken. 17 Prozent fühlen sich physisch ungesünder und ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich durch die Krise auch mental belastet.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Archivierter Liveticker zur Corona-Pandemie
Das Corona-Virus bestimmt die Nachrichtenlage in Luxemburg. Wir bilden die Situation in einem Liveblog ab. Aus Gründen der Übersichtlichkeit haben wir den ersten Ticker archiviert, ein zweiter ist angelegt.
Anfangs werden intubierte Patienten 16 Stunden auf dem Bauch gelagert. Dies verbessert die Sauerstoffversorgung des Bluts.
Die Chamber und das Virus
Parlamentspräsident Fernand Etgen erklärt im Interview wie das Parlament trotz der Einschränkungen in der Corona-Krise seiner Aufgabe als "Herzkammer der Demokratie" (Etgen) nachkommt.
Politik, Chamber, aktuelle Stunde zum Corona-Virus, Ankündigung Xavier Bettel, Paulette Lenert, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort