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Statec-Studie : Brexit: neue Chance für den Finanzplatz?
Welchen Weg werden die Banken der Londoner City gehen?

Statec-Studie : Brexit: neue Chance für den Finanzplatz?

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Welchen Weg werden die Banken der Londoner City gehen?
Wirtschaft 16.02.2017

Statec-Studie : Brexit: neue Chance für den Finanzplatz?

Das Luxemburger Statistikamt veröffentlichte eine Studie, in der die möglichen Auswirkungen eines Brexit analysiert werden. Die Prognosen für Luxemburg sehen sowohl Chancen aber auch Risiken für das Großherzogtum.

(M.G.) - Das Luxemburger Statistikamt Statec zeigt in einer Simulation welche Auswirkungen ein Brexit auf Luxemburg haben könnte. Laut dieser Studie würden die Exporte von Finanzdienstleistungen aus Luxemburg bis 2020 mit rund 350 Millionen Euro um vier Prozent fallen. Der Umsatz des Luxemburger Finanzsektors wäre um zweieinhalb Prozent rückläufig und das Bruttoinlandsprodukt würde um knapp einen Prozent schrumpfen. Somit hätte der Austritt von Großbritannien aus der EU  den Verlust von etwa 1 600 Arbeitsplätzen, davon 600 im Finanzsektor, zur Folge. 

Gleichzeitig zeigt die Studie des Statec, dass Luxemburg durchaus auch vom Austritt des Inselstaates profitieren könnte. Würde Großbritannien seinen Europäischen Pass, das heißt seinen unbegrenzten Zugang zum europäischen Binnenmarkt, verlieren, müssten die Akteure der City einen Teil ihrer Aktivitäten in ein anderes Mitgliedsland verlegen. Da der Luxemburger Finanzplatz spezialisiert ist auf Investmentfonds und Vermögensverwaltung, bestünden gute Chancen weitere Aktivitäten aus London anzuziehen. Dabei stünde Luxemburg allerdings auch in Konkurrenz mit Finanzzentren wie Frankfurt, Dublin, Paris und Amsterdam. Objektive Auswahlkriterien, die eine Vorhersage ermöglichen würden, gibt es allerdings nicht. Die Statec-Studie nennt allerdings einige Hinweise, die ein gewisses Interesse an Luxemburg erkennen lassen. Laut der englischen Tageszeitung The Times hätten die Banken HSBC und J.P. Morgan bereits vor ihre Geschäfte nach Luxemburg zu verlegen.


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