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Statec erwartet für 2023 deutlich weniger Inflation
Wirtschaft 2 Min. 05.12.2022
Prognose

Statec erwartet für 2023 deutlich weniger Inflation

Der Statec sieht ein Abflauen der Inflation im nächsten Jahr.
Prognose

Statec erwartet für 2023 deutlich weniger Inflation

Der Statec sieht ein Abflauen der Inflation im nächsten Jahr.
Foto: dpa
Wirtschaft 2 Min. 05.12.2022
Prognose

Statec erwartet für 2023 deutlich weniger Inflation

Industrie und Baugewerbe spüren Nachfragerückgang. Inflation könnte nächstes Jahr bei 3,4 Prozent liegen.

(ndp) – Der Inflationsschub ist in Luxemburg weniger ausgeprägt als in anderen EU-Ländern. Das schreibt der Statec in seiner neuen „Note de conjoncture“. Das Jahr 2022 sei durch historisch hohe Inflationsraten gekennzeichnet, auch wenn „die Inflation in Luxemburg weniger ausgeprägt ist als anderswo in der EU“. Der Inflationsschub sei auf ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren zurückzuführen, von Engpässen beim weltweiten Angebot, einer steigenden Nachfrage nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen, Spannungen auf dem Energiemarkt und nicht zuletzt einer Aufwertung des Dollars.

Lag die Inflation dieses Jahr noch bei 6,4 Prozent, so könnte sie nächstes Jahr bei 3,4 Prozent liegen, wobei die Prognosen natürlich mit einer großen Unsicherheit behaftet sind. Die Indextranche, die in diesem Jahr nicht mehr ausgezahlt wird, könnte laut Statec im ersten Quartal des kommenden Jahres ausgezahlt werden. Wie der Statec im November mitteilte, geht er auch von einer weiteren Tranche im nächsten Jahr aus. Im wahrscheinlichsten, zentralen Szenario würde eine dritte Tranche im vierten Quartal 2023 ausgezahlt werden. Im hohen Szenario würde die Indextranche bereits im dritten Quartal ausgezahlt werden müssen. Beide Szenarien sind jedoch sehr stark vom Ölpreis abhängig. 


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Die Aktivität in Luxemburg ging im zweiten Quartal 2022 zurück; dies wurde vor allem durch die negative Entwicklung in der Industrie und im Baugewerbe beeinflusst. Während die beiden Branchen im Jahr 2021 mit Angebotsproblemen zu kämpfen hatten, mussten sie in diesem Jahr mit einem Nachfragerückgang kämpfen. Der Finanzsektor konnte im 2. Quartal besser abschneiden, aber seine Wertschöpfung verzeichnet in der ersten Jahreshälfte einen Rückgang im Vergleich zu 2021, so der Statec.

Tripartite-Maßnahmen unterstützen Kaufkraft

Die Aussichten für das zweite Halbjahr 2022 seien nicht sehr rosig, da die Meinungsumfragen auf eine weitere Verschlechterung der Konjunktur für die Unternehmen und „sehr negative Signale für den Konsum der Haushalte“ hindeuten. Die Tripartite-Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen des Energiepreisanstiegs werden allerdings „die Kaufkraft der Haushalte und die von der Energiekrise betroffenen Unternehmen maßgeblich unterstützen“. Die Wirtschaft würde folglich weiter wachsen, allerdings auf einem sehr bescheidenen Wachstumsniveau: Das reale BIP soll in diesem Jahr um 1,7 Prozent und 2023 um 1,5 Prozent steigen. 

Was der Arbeitsmarkt anbelangt, so sind die Aussichten für 2023 etwas düsterer als im laufenden Jahr. Die für den Euroraum vorgesehene Stagnation der Wirtschaft würde auch mit einer Stagnation der Beschäftigung einhergehen. In Luxemburg ist der Konjunkturrückgang allerdings weniger ausgeprägt, dennoch könnte er zu einer Abschwächung der Beschäftigung von 3,4 Prozent auf 2,3 Prozent im Jahr 2022 führen. Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 5,1 Prozent der Erwerbsbevölkerung - gegenüber 4,8 Prozent im Jahr 2022 - ist ebenfalls vorzusehen.

Gas-Verbrauch geht deutlich zurück

Luxemburg verbrauchte in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre deutlich weniger Gas: Der Rückgang beläuft sich auf minus 19 Prozent - gegenüber 7 Prozent in der EU. „Der Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022 hatte also einen durchschlagenden Einfluss auf den Verbrauch“, schreibt der Statec. 


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Auf der anderen Seite haben die Hilfsmaßnahmen in den Nachbarländern den Wettbewerbsvorteil der Preise an luxemburgischen Tankstellen vorübergehend beseitigt, was zu einem Rückgang der Kraftstoffverkäufe führte. Dadurch werden die Treibhausgasemissionen (THG) im Jahr 2022 um zehn Prozent sinken und damit unter dem Niveau des Krisenjahres 2020 liegen.


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