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Statec: Die Krise hinterlässt Spuren
Wirtschaft 13.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Statec: Die Krise hinterlässt Spuren

Weniger soziale Kontakte, Existenzängste, finanzielle Probleme - die Pandemie trübt das Wohlbefinden.

Statec: Die Krise hinterlässt Spuren

Weniger soziale Kontakte, Existenzängste, finanzielle Probleme - die Pandemie trübt das Wohlbefinden.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 13.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Statec: Die Krise hinterlässt Spuren

Marco MENG
Marco MENG
Nicht nur gesundheitlich wirkt sich die Corona-Pandemie aus, auch wirtschaftlich und psychisch.

Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie sind schwerwiegend. Die Krise führte bei einem von sechs Bewohnern zu einem Einkommensrückgang und wirkte sich bei einem von sechs Personen negativ auf die körperliche Gesundheit aus. Zudem wirken sich Lockdown-Beschränkungen und der Rückgang der sozialen Beziehungen auch psychologisch auf die Bevölkerung aus. Jeder fünfte Bewohner fühlte sich einsamer als sonst. All diese Ergebnisse stammen aus der am Freitag vorgelegten Analyse „PIBien-être 2020“ des Statistikamts Statec.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus mit sozialer Distanzierung haben demnach dazu geführt, dass das Gefühl der Einsamkeit auf mehr als 21 Prozent der Bewohner zu Beginn des Lockdowns zutraf und etwa auf 19 Prozent zwischen April und Juni, verglichen mit fünf Prozent in normalen Zeiten.

Die Innenstadt von Echternach: wo sich sonst Menschen tummeln, herrscht Leere.
Die Innenstadt von Echternach: wo sich sonst Menschen tummeln, herrscht Leere.
Foto: Anne-Aymone Schmitz

Während des Lockdowns war das Gefühl der Einsamkeit unter den jungen und weniger wohlhabenden Menschen stärker ausgeprägt. Zusätzlich zu den Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen kamen für einige Menschen niedrigeres Einkommen und finanzielle Schwierigkeiten. „In den ersten Wochen der Gefangenschaft berichtete jeder vierte Bewohner, dass sein Leben, unabhängig vom Geschlecht, weniger zufriedenstellend war als zuvor“, so Statec. Die gleiche Frage wurde im zweiten Quartal gestellt, als jeder fünfte Bewohner angab, im Vergleich zu der Zeit vor der Gesundheitskrise mit seinem Leben unzufrieden zu sein.

Wohlbefinden und Wirtschaftsleistung laufen nicht parallel

Eine Analyse des luxemburgischen Index des Wohlbefindens (LIW) zeigt einen Rückgang des Wohlbefindens ab 2011, das heißt drei Jahre nach Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise, wobei das Wohlbefinden in Luxemburg 2013 seinen niedrigsten Stand erreicht. 


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Interessant ist die Feststellung, dass die Verschlechterung des Einkommens- und Vermögensindikators sich nicht notwendigerweise - zumindest nicht direkt  - auf das Wohlbefinden auswirkt. „Dieses Ergebnis deutet darauf hin, wie wichtig andere Faktoren als finanzielle Faktoren für die Entwicklung des Wohlstands in Luxemburg sind“, so Statec.

Seit 2010 hat sich demnach das Wohlbefinden der Bevölkerung um ein Prozent verbessert, während sich die Wirtschaftsleistung pro Kopf (BIP) um mehr als zwölf Prozent verbesserte.

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