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Statec-Chef-Allegrezza: Rezession kommt hart - und geht schnell wieder
Wirtschaft 2 Min. 11.07.2020

Statec-Chef-Allegrezza: Rezession kommt hart - und geht schnell wieder

Serge Allegrezza.

Statec-Chef-Allegrezza: Rezession kommt hart - und geht schnell wieder

Serge Allegrezza.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 11.07.2020

Statec-Chef-Allegrezza: Rezession kommt hart - und geht schnell wieder

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Im "Background"-Interview auf RTL lässt Serge Allegrezza vom Statistikinstitut Statec keinen Zweifel daran, wie wichtig es ist, einen zweiten Lockdown zu verhindern.

In Luxemburg sei aufgrund der Corona-Krise eine V-förmige Rezessionskurve zu erwarten, so der Chef des Statec, Serge Allegrezza, am Samstag im RTL-Background-Gespräch. V-förmig bedeute, im Gegensatz zu U- oder L-förmigen Verläufen: Die Rezession kommt schnell und sie trifft das Land hart - aber sie geht auch vergleichsweise schnell vorüber. Im Moment sei in den Zahlen für das erste Trimester 2020 noch nichts von einer Rezession zu sehen, weil der Lockdown in diesem Zeitraum noch nicht berücksichtigt sei. Das zweite Trimester werde dann aber eine massive Rezession von bis zu -25% zeigen, so Allegrezza. Unter der Bedingung, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt, sei ein Wert von -6% zum Jahresende realistisch - und eine Erholung bis ins zweite Trimester 2021, also ein "V", ebenfalls. 


A warehouse worker wearing a protective mask and a hard hat pushes a hand truck and a stack of boxes in a warehouse stacked with inventory.
So hart trifft es Luxemburgs Wirtschaft
Ein Blick auf noch nie dagewesene Daten, Zahlen und Fakten aus der Wirtschaft.

Diese Bedingung, den fehlenden zweiten Lockdown, unterstrich der Statistiker allerdings gleich mehrmals. Luxemburg müsse zusammenstehen um zu verhindern, dass das geselleschaftliche und wirtschaftliche Leben ein weiteres Mal lahmgelegt wird. "Wir brauchen eine soziale Kontrolle, die die Auswirkungen auf die Wirtschaft minimiert. Wir brauchen Instrumente, die den Menschen helfen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen", fasste Alegrezza zusammen. Dazu sei gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ressorts und Arbeitsgruppen notwendig, um präzise, ständig aktualisierte Zahlen zu erheben. Systematische und regelmäßige Tests in Betrieben könnten eine Möglichkeit sein, die Situation besser in den Griff zu bekommen. Der Vorteil der vielen Tests liege in präzisen Daten und der Möglichkeit, die Infektionsketten effizient zu unterbrechen. 

Wir brauchen eine soziale Kontrolle, die die Auswirkungen auf die Wirtschaft minimiert. Wir brauchen Instrumente, die den Menschen helfen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.  

Serge Allegrezza

Alegrezza befürwortete den möglichen Einsatz einer Tracing-App, allerdings nur, wenn der Datenschutz und die ethischen Fragen, die damit in Zusammenhang stehen geklärt seien: "Es muss uns gelingen, so etwas zu entwickeln, weil es uns hilft, den nächsten Lockdown zu verhindern." Wenn das gelänge, so der Statec-Chef, könne man mit einer Arbeitslosigkeit von knapp unter sieben Prozent zum Jahresende rechnen. Käme der Lockdown doch, könne diese allerdings bis zu zehn Prozent betragen. 

Man müsse allerdings bedenken, dass Corona nicht die einzige Ursache für die aktuellen wirtschaftlichen Probleme sei. Der Brexit oder der Handelsstreit der USA mit China hätten ebenfalls Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt, die noch nicht ausgestanden seien. 

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