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42 Millionen Euro für Käse aus dem Labor
Wirtschaft 13.09.2021
Start-up Formo

42 Millionen Euro für Käse aus dem Labor

Das Start-up Formo will mit seiner Technologie den Massenmarkt für Käse erobern.
Start-up Formo

42 Millionen Euro für Käse aus dem Labor

Das Start-up Formo will mit seiner Technologie den Massenmarkt für Käse erobern.
Foto: Formo
Wirtschaft 13.09.2021
Start-up Formo

42 Millionen Euro für Käse aus dem Labor

Das Startup Formo, das Mozzarella und Ricotta ohne Kuhmilch herstellt, erhält Rekordgelder von Investoren.

(Bloomberg) - Das Berliner Start-up Formo hat 50 Millionen Dollar (42 Millionen Euro) im Rahmen einer Serie-A-Finanzierung eingesammelt – ein Rekord für ein europäisches Foodtech–Unternehmen. Mit dem Geld will Formo seine Produktpalette um gereifte Käsesorten wie Cheddar und Gruyere erweitern sowie seine Fermentationstechnologie skalieren, heißt es in einer Erklärung am Montag.

“Wir sprechen von einem Produkt, das auf den Massenmarkt gebracht oder in großen Stückzahlen produziert werden muss, also arbeiten wir jetzt an einer Skalierung”, sagte Raffael Wohlgensinger, Mitgründer und CEO von Formo, in einem Interview. “Wir wollen sicherstellen, dass wir so ziemlich jede erdenkliche Käsesorte abdecken können.”


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Investoren finanzieren derzeit eine neue Generation von Start-ups, die versuchen, den Genuss von Käse ohne die klimaschädlichen Folgen von Tierhaltung möglich zu machen. Unternehmen wie Miyokos Creamery in den USA und Stockeld Dreamery aus Schweden haben sich in den letzten Wochen Finanzierungen gesichert. Größere Unternehmen, darunter die bereits börsennotierte Oatly Inc, sehen Laborkäse als attraktives Neuland zur Produkterweiterung.

EQT Ventures führte die Finanzierungsrunde an zusammen mit Elevat3 Capital und Lowercarbon Capital. Fonds wie Happiness Capital und Agronomics Ltd. nahmen ebenfalls teil. Formo, früher bekannt als Legendairy Foods GmbH, versucht, Geschmack und Textur von echtem Käse nachzubilden. Seine Präzisions-Fermentationstechnologie basiert auf Mikroben, die Proteine erzeugen, welche die Grundlage von Käse sind.

Nicht von der Kuh

“Unsere Produkte enthalten Milchproteine, aber wir bekommen sie nicht von der Kuh”, sagt Britta Winterberg, Mitbegründerin und Chief Scientific Officer von Formo. “Wir bekommen sie von unseren Mikroorganismen.”


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Das Unternehmen peilt zunächst die Märkte an, in denen es behördliche Genehmigungen zügig bekommen kann. Dazu zählt Formo Singapur, Israel und den Nahen Osten und später auch Europa. Da die Produkte keine Laktose enthalten, sind sie besonders interessant für den asiatischen Markt, wo mehr Menschen entsprechende Unverträglichkeiten haben, sagte Wohlgensinger.