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Spuerkeess mit einem starken Jahr 2019
Wirtschaft 2 Min. 03.04.2020

Spuerkeess mit einem starken Jahr 2019

Spuerkees gehört zu den solidesten Geldhäusern Europas.

Spuerkeess mit einem starken Jahr 2019

Spuerkees gehört zu den solidesten Geldhäusern Europas.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 2 Min. 03.04.2020

Spuerkeess mit einem starken Jahr 2019

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
Bankergebnis 2019 schließt an frühere Rekorde an, doch vorerst erhält der Staat keine Dividende. 2020 dürfte schwieriger werden: 1.100 der insgesamt 1.844 Beschäftigten arbeiten derzeit von zuhause aus.

Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2018 hat die Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat (BCEE) 2019 wieder ihre gewohnte Profitabilität erreicht. 

Das Bankergebnis stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 um 12,4 Prozent auf 603,6 Millionen Euro, der Nettogewinn wuchs um 4,9 Prozent auf 183,9 Millionen Euro. 

Auf die 40 Millionen Euro an Dividenden, die die Staatssparkasse ihrem Aktionär, dem Luxemburger Staat, regelmäßig überweist, wird dieser vorerst verzichten müssen. Die Europäische Zentralbank hat den europäischen Geldinstituten geraten, während der Coronakrise keine Dividenden an Aktionäre auszuschütten. Wie viele andere Banken in Europa folgt auch die „Spuerkeess“, dieser Empfehlung, zumal sie aufgrund ihres Gewichts in der nationalen Wirtschaft als systemisch eingeschätzt wird. Im Oktober werde die Bank entscheiden, ob die wirtschaftliche Lage eine Dividendenzahlung zulasse, erklärte Generaldirektorin Françoise Thoma am Freitag bei einer Telefonkonferenz. 

1, Place Metz, landesweit bekannter Sitz der Direktion der BCEE.
1, Place Metz, landesweit bekannter Sitz der Direktion der BCEE.
Foto: Gerry Huberty

Der Ertrag aus Zinsgeschäft und Provisionen belief sich auf 553,8 Millionen Euro, eine Steigerung von 7,3 Prozent im Vergleich zu 2018. Mit dem dauerhaft niedrigen Zinsumfeld, das europaweit der Finanzbranche zusetzt, hat sich die Spuerkeess arrangiert. „Es ist zur neuen Normalität geworden“, sagte Françoise Thoma. 

Auf Negativzinsen verzichtet die Bank – bei ihren Retailkunden. Institutionelle Kunden hingegen müssen diese „Strafzinsen“ zahlen. 

Die Betriebskosten stiegen um 4,2 Prozent auf 356,8 Millionen Euro. Vor allem die Gehaltskosten sind im Zuge der fälligen Indextranche im vergangenen Jahr gestiegen. Auch Investitionen in die Informatik und die Modernisierung des Agenturnetzes trugen zu dem Kostensprung bei. 

Die Eigenmittel erreichten 4085 Millionen Euro, einen Zuwachs von 1,9 Prozent. Mit einer Eigenmittel-Ratio von 21,1 gehört die Spuerkees zu den solidesten Geldhäusern Europas.

Virtuelle Agentur kommt zur rechten Zeit 

In ihrem Kerngeschäft, den Immobilienkrediten, wo sie Marktführer ist, verzeichnete die Bank einen Zuwachs von 6,1 Prozent. Die Kundeneinlagen erreichten 33484,9 Millionen Euro (+4,7 Prozent), die Kundenkredite 22857,1 Millionen Euro (+4,9 Prozent). Retailkunden, die wegen der Corona-Krise ihren Hauskredit nicht mehr bedienen könnten, gebe es derzeit wenig, erklärte Generaldirektorin Françoise Thoma. „Es ist für uns wesentlich auf die Schwierigkeiten der Kunden einzugehen“, betonte sie. 


Schliessung von Sparkassenfilialen,BCEE,hier:Belair,av. du X Septembre.Foto:Gerry Huberty
Kommentar: Meng Agence
Die Spuerkeess dünnt ihr Filialnetz aus: Bridel, Colmar-Berg, Esch-Lallange, Hosingen, Larochette, Pommerloch, Réiserbann, Wasserbillig, Rumelange sowie Belle Etoile in Bartringen werden geschlossen.

 Schon im Oktober 2019 hatte die Bank ihre virtuelle Agentur „Spuerkeess direct“ eröffnet. Von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends können dort Kunden an den Werktagen Beratung erhalten und Aufträge erledigen lassen. Und das ohne technische Hilfsmittel, außer einem Telefon. Das Angebot kommt angesichts der Viruskrise und der Anweisung an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben, zur rechten Zeit. „Wir verzeichnen 2.000 bis 3.000 Anfragen pro Tag“, gab Françoise Thoma bekannt. 

Ob ein Angebot wie „Spuerkeess direct“ alle zufriedenstellt, scheint zumindest gemessen an der Reaktion der Bürgermeister aus elf Gemeinden, in denen die Bank ihre Niederlassungen schließt, fraglich.

Dort, wo Filialen aufgegeben werden, will die Spuerkeess möglichst Selbstbedienungsterminals einrichten.
Dort, wo Filialen aufgegeben werden, will die Spuerkeess möglichst Selbstbedienungsterminals einrichten.
Foto: Pierre Matgé

Die Banken seien nicht Schuld an dem allgemeinen Phänomen der Verödung der Dörfer, sagte Françoise Thoma. Den betroffenen Gemeinden und ihren Bürgermeistern habe die Bank Ersatzlösungen vorgeschlagen. Zum Beispiel liefere sie Bargeld an ältere Menschen in ihre Wohnungen, und das ohne zusätzliche Gebühren. 

1.100 Mitarbeiter im „Home Office“

Von den insgesamt 1.844 Beschäftigten der Bank befinden sich derzeit insgesamt 1.100 im „Home Office“ und verrichten ihre Arbeit von zuhause aus. Etwa 20 Prozent der Belegschaft arbeitet noch wie gewohnt, teilweise in den Agenturen, die noch geöffnet sind.

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