Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Space Resources"-Forschungszentrum nimmt Arbeit auf
Wirtschaft 2 Min. 18.11.2020

"Space Resources"-Forschungszentrum nimmt Arbeit auf

Das Innovationszentrum soll Forschung und Entwicklung rund um Weltraumfragen ankurbeln.

"Space Resources"-Forschungszentrum nimmt Arbeit auf

Das Innovationszentrum soll Forschung und Entwicklung rund um Weltraumfragen ankurbeln.
Foto: NASA
Wirtschaft 2 Min. 18.11.2020

"Space Resources"-Forschungszentrum nimmt Arbeit auf

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Die Luxembourg Space Agency und die Europäische Weltraumagentur unterzeichnen eine Partnerschaftsvereinbarung zur Gründung des "European Space Resources Innovation Centre“ (ESRIC).

Klappern gehört bekanntermaßen zum Handwerk. Das scheint allerdings auch für das Weltraum-Geschäft zu gelten. Denn geklappert wurde reichlich bei der gestrigen Eröffnung der Forschungseinheit „European Space Resources Innovation Centre“ (ESRIC). So wurden nicht nur prominente Vertreter der amerikanischen und europäischen Weltraumagenturen (ESA) zugeschaltet, sondern es gab auch einen aufwendig produzierten Film, der die Ambitionen Luxemburgs im Bereich „Space Resources“ - also dem Abbau und der Nutzung von Rohstoffe im All - erklärt. Daneben führte eine spektakuläre Animation das recht unspektakuläre Logo des neuen Forschungszentrum ein. Besucher erhielten Tassen, Anstecknadeln und saisonbedingt eine Gesichtsmaske mit dem Branding des ESRIC. 

Jetzt ist es am Interimsdirektor des Forschungszentrums, Matthias Link, dieses Vorhaben mit Inhalt zu füllen. Link, dessen Mandat über zwei Jahre läuft, ist bereits seit zwei Jahren bei der „Luxembourg Space Agency“ (LSA) für das Thema Space Resources verantwortlich. Zu den ersten Aufgaben des promovierten Ingenieurs und Physikers wird es gehören, die richtigen Mitarbeiter für die Entwicklungsprojekte zu rekrutieren und die benötigte Forschungsinfrastruktur aufzubauen. Dazu steht ihm ein Anfangsbudget von 20 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre zur Verfügung. 


Wirtschaft, Pressekonferenz Artemis, Franz Fayot, Wirtschaftsminister, Space Angency, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Luxemburg ist Teil der Mondmission der NASA
Exklusiver Club: Luxemburg gehört zu den ersten Ländern, die den "Artemis-Vertrag" der US-Weltraumbehörde NASA unterzeichnet haben.

Angesiedelt wird das ESRIC am „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST) in Beles und wird dort als eigenständige Abteilung geführt werden. Nach der Aufbauphase soll das ESRIC möglicherweise vom LIST abgespalten und als eigenständige Institution geführt werden. Die Anbindung ans LIST mache Sinn, betont der Chef des Instituts Thomas Kallstenius. Denn dort werden nicht nur bereits jetzt einige Forschungsprojekte für den Weltraumsektor betrieben, sondern die für die Space Resources wichtigen Materialwissenschaften sind einer der Schwerpunkte der Forschungseinrichtung. „Wir haben viele potentielle Synergien zwischen ESRIC und unseren Forschungsabteilungen identifiziert“, sagte der Schwede bei der Veranstaltung. 

Dabei betonte er auch die Bedeutung des „Dual Use“ – dass man eben nicht nur nach Lösungen für die Raumfahrt, sondern immer auch nach Anwendungsmöglichkeiten auf der Erde suchen wolle. Eine weitere wichtige Säule des ESRIC neben der Forschung soll die Förderung des Unternehmertums in diesem Bereich sein. So soll gleich zu Beginn ein eigener Incubator aufgebaut werden, der junge „Space Resources“-Firmen bei der Entwicklung ihres Geschäfts unterstützen soll.

Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung stand aber die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung zwischen der ESA und der LSA, die die Gründung des ESRIC möglich machte. Die ESA trägt acht Millionen Euro zum Startbudget des Forschungszentrums bei und stellt einen Teil der Forschungsausrüstung - wie eine Vakuumkammer, in der Materialien unter den im Weltall herrschenden Bedingungen getestet werden können - zur Verfügung. Sie wird vermutlich auch einer der Hauptabnehmer der Innovationen sein, die im ESRIC entwickelt werden. ESA-Generaldirektor Jan Wörner, der per Video zugeschaltet war, betonte, dass die Idee eines Forschungszentrums speziell für den Bereich „Space Resources“ bisher „einzigartig“ sei. 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luana Capus: „Ich bin eine Ausnahme“
Warum nicht einfach nach den Sternen greifen – das war wohl eine der Überlegungen von Luana Capus. Die 22-Jährige aus Düdelingen studiert Luft- und Raumfahrtechnik im niederländischen Delft.