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Sommerurlaub: "Man kann ohne Risiko buchen"
Wirtschaft 5 Min. 20.05.2020

Sommerurlaub: "Man kann ohne Risiko buchen"

Italien bereitet sich auf Sommersaison vor.

Sommerurlaub: "Man kann ohne Risiko buchen"

Italien bereitet sich auf Sommersaison vor.
Foto: AFP
Wirtschaft 5 Min. 20.05.2020

Sommerurlaub: "Man kann ohne Risiko buchen"

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Wie man sich in den bevorzugten Reisezielen der Luxemburger auf die Sommersaison vorbereitet.

Ob ans Meer, an Mallorcas Strände oder an die Côte d’Azur: Die Luxemburger lieben es, zu verreisen. Und obwohl noch vor einigen Tagen Urlaub im Ausland höchst unwahrscheinlich schien, kommt jetzt nach der Zeit des Bangens um die schönsten Wochen des Jahres langsam Bewegung ins Spiel.

So geht die nationale Airline am 29. Mai wieder mit Flügen an den Start und fliegt zunächst in einer ersten Phase in fünf europäische Städte: Stockholm, Lissabon, Porto, Hamburg via Saarbrücken und München. „Im März war Luxair Luxembourg Airlines die letzte Fluggesellschaft, die ihre Flüge von Luxemburg aus einstellte, nachdem sie dafür gesorgt hatte, dass alle ihre Kunden zurückgeholt wurden. Mit der für Pfingsten geplanten Wiederaufnahme der Flüge wird die nationale Fluggesellschaft als erste wieder in Findel abheben und die Großregion schrittweise wieder an das übrige Europa anbinden“, heißt es bei der Fluggesellschaft. Und dort arbeitet man nach eigenen Angaben, „eng mit den offiziellen Behörden in jedem unserer Reiseziele zusammen, um sicherzustellen, dass wir uns stets an die neuesten offiziellen Regeln, Richtlinien und Empfehlungen halten“.

LuxairTours startet am 13. Juni

Auch der Reiseveranstalter LuxairTours rüstet sich nach wochenlangem Stillstand für den Start in die Sommersaison in Europa, am 13. Juni geht es wieder los. Wie der Sommer-Fahrplan genau aussehen wird, kann der Reiseveranstalter zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht verraten – man verfolgt die Situation Tag für Tag, heißt es, näheres erst in Kürze.

Auch das Reiseunternehmen Sales-Lentz bereitet sich auf den Neustart vor: „Unsere Teams arbeiten an Reisevorschlägen für diesen Sommer“, freut sich Pressesprecherin Charlotte Baille Barrelle, „wir warten noch auf genaue Informationen über die Öffnung der Grenzen nach dem 15. Juni und auf Richtlinien für Busreisen aus allen Grenzländern.“


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Nach der Ankündigung erster Grenzöffnungen fährt auch die ULT (Union luxembourgeoise de Tourisme) ihren Betrieb wieder hoch. Lydia Heinisch, CEO der ULT: „Wir befinden uns derzeit in der Vorbereitung. Wir würden sehr gerne wieder fliegen, unsere Kunden wollen reisen, wir müssen allerdings noch abwarten, die Situation ändert sich von Tag zu Tag.“ 

Entscheidend sei, wann die Fluggesellschaften und die Hotels ihren Betrieb wieder aufnehmen. Auf die Frage, ob es ratsam sei, den Sommerurlaub jetzt zu buchen, sagt sie: „Absolut. Es besteht derzeit kein Risiko für den Kunden. Die allgemeinen Reisebedingungen haben sich ja auch mittlerweile geändert, eine Reise lässt sich jetzt kurzfristig stornieren. 

Außerdem gilt: Wenn es bei einer Reise ein Problem gibt, sagen wir als Reiseveranstalter die Reise ab. Und die Kunden bekommen ihr Geld zurück. Wir schicken ja niemanden hin, wo es nicht erlaubt oder gefährlich ist.“ Laut Lydia Heinisch warten viele Kunden mit ihren Sommerplänen noch ab, manche haben noch Angst irgendwohin zu fahren. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Sonnenhungrige, die auf ihren Urlaub nicht verzichten wollen.

Italien

Strand in Ostia in der Nähe von Rom.
Strand in Ostia in der Nähe von Rom.
Foto: AFP

Lässt sich der Sommerurlaub denn nun sicher planen? Es zeichnet sich derzeit ab, dass Reisen im Ausland zwar wieder möglich sein werden – allerdings mit Einschränkungen. Bei Auslandsreisen wird es stark vom jeweiligen Ziel abhängen. Italien will seine Grenzen bereits am 3. Juni wieder öffnen und den Tourismus in dem von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Land wieder ankurbeln. Dann sollen sowohl die Einreise aus EU-Staaten sowie Reisen innerhalb Italiens ohne Einschränkungen möglich sein, sagt Regierungschef Giuseppe Conte. Die zweiwöchige Quarantäne nach der Einreise soll nach dem 3. Juni wegfallen. In Isolation müssen dann nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet sind.

Frankreich

Der französische Tourismusverband hält Reisen von europäischen Urlaubern für möglich. Die Regierung will aber erst Ende des Monats über weitere Reisefreiheiten entscheiden, greift aber der durch die Corona-Krise gebeutelten Tourismusindustrie mit einem Milliardenplan unter die Arme. Premierminister Edouard Philippe zufolge beläuft sich die Summe aller Unterstützungen auf 18 Milliarden Euro. Zudem erklärte er, dass die Franzosen im Juli und August in Frankreich Urlaub machen können. Es müsse aber mit regionalen Unterschieden gerechnet werden und habe deshalb die Entwicklung der Pandemie im Land im Blick.

Griechenland

Foto: AFP

Der Tourismus in Griechenland soll erst am 1. Juli wieder anlaufen. In den Urlaubsorten am Meer werden Strandliegen und Sonnenschirme am Pool oder am Strand etwa drei bis fünf Meter voreinander entfernt stehen. Diskutiert wird noch, ob die Mahlzeiten im Buffet-Stil oder am Tisch serviert werden sollen. Und: Damit sich das Virus nicht unkontrolliert ausbreitet, sollen die Betten in den Zimmern nicht täglich frisch gemacht werden.

Spanien

Strand von La Malvarrosa  in Valencia.
Strand von La Malvarrosa in Valencia.
Foto: AFP

Auch eines der Lieblingsziele der Luxemburger hat noch einen weiten Weg bis zur Normalität: Der Alarmzustand, der derzeit bis zum 24. Mai gilt, soll ein letztes Mal bis Ende Juni verlängert werden. Dann könnte – so hofft zumindest die spanische Regierung – auch der internationale Tourismus wieder anlaufen. Lockerungen gibt es bereits auf den kaum von dem Virus betroffenen Kanareninseln El Hierro, La Graciosa und La Gomera sowie auf der Baleareninsel Formentera. Dort dürfen Geschäfte und kleinere Märkte sowie Restaurants und Cafés im Freien öffnen. Hotels und andere Unterkünfte dürften nach jetzigem Stand im Sommer wieder Gäste empfangen – zunächst allerdings nur Einheimische.

In Teilen des Landes dürfen Hotels schon jetzt unter strengen Auflagen wieder öffnen. Von Juni an wollen die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings wieder Urlauberjets auf die vom Virus weniger betroffene Baleareninsel Mallorca schicken. Das bislang geltende generelle Einreiseverbot für Ausländer soll am 24. Mai aufgehoben werden. Dann allerdings muss man sich nach der Einreise für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Portugal

Das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist extrem vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Nun will sich Portugal schrittweise für ausländischen Tourismus wieder öffnen. Der Hotelverband AHP teilt mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder Gäste begrüßen können. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem neuen Hygiene-Siegel unter dem Motto „Clean & Safe“ Vertrauen aufbauen. Tourismuseinrichtungen können sich kostenlos darum bewerben. Die Einhaltung der Bestimmungen soll regelmäßig überprüft werden.

Niederlande

Die Niederlande haben als eines der wenigen Länder einen konkreten Plan für Urlauber vorgelegt: Touristen dürfen vom 1. Juli an wieder in die holländischen Feriengebiete reisen; alle Campingplätze und Ferienparks sind geöffnet. Zudem dürfen Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen Anfang Juni jeweils maximal 30 Gäste empfangen, im Juli sind dann bis zu 100 erlaubt. Im Freien darf wieder Sport getrieben werden, solange man dabei keinen Körperkontakt mit anderen hat: Tennis, Golf und Schwimmen sind wieder erlaubt, Fußball aber nicht. 

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