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So will Luxemburg 15 Prozent des Gasverbrauchs einsparen
Wirtschaft 2 Min. 08.09.2022
Pressekonferenz

So will Luxemburg 15 Prozent des Gasverbrauchs einsparen

Öffentliche Räume und Büros sollen künftig auf maximal 20 Grad geheizt werden.
Pressekonferenz

So will Luxemburg 15 Prozent des Gasverbrauchs einsparen

Öffentliche Räume und Büros sollen künftig auf maximal 20 Grad geheizt werden.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 08.09.2022
Pressekonferenz

So will Luxemburg 15 Prozent des Gasverbrauchs einsparen

Liz MIKOS
Liz MIKOS
Der Energieminister, die Innenministerin und der Mittelstandsminister haben am Donnerstagvormittag Sparmaßnahmen präsentiert.

„Wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Ich kann keine Entwarnung geben“, leitet Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) am Donnerstagvormittag eine Pressekonferenz zum Thema Energiesparen ein. Zusammen mit Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) und Mittelstandsminister Lex Delles (DP) ist er vor die Presse getreten, um über die Entwicklung des Energiemarkts zu informieren. Im Vordergrund stand die EU-weite Reduzierung des Gasverbrauchs um 15 Prozent und die neue Kampagne „Zesumme spueren - zesummenhalen“. 

Die europäischen Gasspeicher seien gut gefüllt und es würde viel flüssiges Erdgas einkauft. „Sollte Russland die Gaszufuhr auf null drehen, reicht das jedoch nicht“, ermahnt Turmes. Um Versorgungssicherheit zu garantieren, müsse dringend gespart werden. „Hier ist die Solidarität von jedem Einzelnen gefragt“, sind sich die drei Minister einig.

„Ich kann keine Entwarnung geben“, sagt Energieminister Claude Turmes am Donnerstagvormittag.
„Ich kann keine Entwarnung geben“, sagt Energieminister Claude Turmes am Donnerstagvormittag.
Foto: Anouk Antony

Dass genau 15 Prozent eingespart werden sollen, sei indes kein Zufall. Diese Zahl sei auf europäischem Niveau ausgerechnet worden, um sich auf den „worst case“ vorzubereiten. „Wir sind auf dem richtigen Weg, um diese 15 Prozent einzusparen“, ist sich der Energieminister sicher. Weiter erklärt er, was Haushalte mit kleinen Gesten bereits erreichen können: „Ein Grad weniger im Wohnzimmer bedeutet sechs Prozent Verbrauch einzusparen. Bei zwei Grad weniger werden bereits zehn bis zwölf Prozent eingespart.“


02.09.2022 Pressebriefing , Pressekonferenz nach Regierungsrat : Xavier Bettel  ( Staatsminister Premier Premierminister ) und claude Turmes ,  Thema : Energie , Luxemburg , Foto: Marc Wilwert / Luxemburger Wort
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Was wird im öffentlichen Raum getan?

Insbesondere müsse jetzt der Verschwendung von Energie entgegengewirkt werden. In staatlichen Gebäuden bedeutet dies beispielsweise, dass Räume auf maximal 20 Grad geheizt werden und in Fluren auf das Heizen verzichtet wird. Weiter sollen Belüftungen und Beleuchtungen nachhaltiger eingesetzt werden.

Wir müssen als Gesellschaft resilient sein.

Taina Bofferding
Taina Bofferding und Lex Delles stellten Sparmaßnahmen der Gemeinden und Betriebe vor.
Taina Bofferding und Lex Delles stellten Sparmaßnahmen der Gemeinden und Betriebe vor.
Foto: Anouk Antony

Auch Gemeinden tragen ihren Beitrag zum Sparen bei, wie Innenministerin Taina Bofferding erklärt. Derzeit würden Pläne ausgearbeitet, damit Gemeinden schnellstmöglich auf jede Situation reagieren können, dazu gehöre selbstverständlich auch der Ernstfall. „Wir müssen als Gesellschaft resilient sein“, betont sie. Als positives Beispiel in puncto Sparmaßnahmen hebt sie eine Gemeinde hervor, die 100.000 Euro in LED-Beleuchtungen investiert hat. Dieses Investment habe der Gemeinde 66 Prozent der Stromausgaben eingespart: Ein Plan, der sich bereits nach fünf Jahren rentabel machte, wie Bofferding ausführt. 

Maßnahmen der Gemeinden und Betriebe

Da jede Gemeinde Teil des Klimapakts ist, stehen ihnen ohnehin Klimaberater zur Seite. In der aktuellen Krise sei auch dies ein Plus, zumal jetzt kurzfristige Lösungen gefunden werden müssten. Als Maßnahmen könne man sich vorstellen, öffentliche, dekorative Beleuchtungen zu reduzieren und anderweitig Beleuchtungen, wenn möglich, zu dimmen. Auch seitens des Syvicol wird angeführt, wie effektiv es sein kann, auf LED-Beleuchtungen zu setzen. Zudem wolle man auf warmes Wasser verzichten, wo es nicht nötig ist.


Wi , Pres Bilan Encevo , / Enovos , Claude Seywert Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Maßnahmen, denen auch Mittelstandsminister Lex Delles nur beipflichten kann. In der kommenden Woche werde auch die neue Kampagne des Ministeriums vorgestellt, in der es insbesondere darum ginge, Betriebe zu sensibilisieren. Die Empfehlungen seien dabei ähnlich, wie die, die auch in den Gemeinden und im öffentlichen Raum appliziert werden sollen.


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