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So viel wollen Unternehmen dieses Jahr für Gehaltserhöhungen zahlen
Wirtschaft 2 Min. 20.01.2022
Trotz Corona

So viel wollen Unternehmen dieses Jahr für Gehaltserhöhungen zahlen

Lag das durchschnittliche Budget für Gehaltserhöhungen im Sommer noch bei 2,9 Prozent, so planen die Unternehmen nun mit durchschnittlich 3,3 Prozent.
Trotz Corona

So viel wollen Unternehmen dieses Jahr für Gehaltserhöhungen zahlen

Lag das durchschnittliche Budget für Gehaltserhöhungen im Sommer noch bei 2,9 Prozent, so planen die Unternehmen nun mit durchschnittlich 3,3 Prozent.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 20.01.2022
Trotz Corona

So viel wollen Unternehmen dieses Jahr für Gehaltserhöhungen zahlen

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Trotz der Corona-Krise ist auch Geld für Gehaltserhöhungen da. Das zeigt eine aktuelle Befragung von Arbeitgebern.

Wegen der Corona-Krise müssen viele Unternehmen sparen. Trotzdem ist auch Geld für Gehaltserhöhungen da, wie eine Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson zeigt.  

Die Vergütungsexperten haben 23.000 Unternehmen aus 130 Ländern gefragt, welche Gehaltserhöhungen sie zu Beginn des Jahres eingeplant haben. 96 Organisationen in Luxemburg haben mitgemacht. Das Ergebnis des „Rapport sur la planification du budget salarial“ für Luxemburg zeigt: Die luxemburgischen Unternehmen haben ihre für 2022 geplanten Budgets für Lohnerhöhungen in der zweiten Hälfte des letzten Jahres deutlich erhöht.

Laut Studie hat der aktuelle Talentmangel ganz klar zu einem wachsenden Lohndruck geführt. Die Unternehmen haben deshalb für 2022 die geplanten Budgets für Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 2,9 Prozent im Juli 2021 auf 3,3 Prozent im Dezember gesteigert. „Dies ist ein starker Anstieg, denn er liegt über den 2021 gewährten Lohnerhöhungen, die in Luxemburg im Durchschnitt 3,1 Prozent betrugen“, so die Studie.

Arbeitskräftemangel bereitet Sorgen

Der wichtigste Faktor, der zu den Lohnerhöhungen beiträgt, sei der Arbeitskräftemangel und der zunehmende Wettbewerb um Talente. Drei von fünf luxemburgischen Unternehmen (60 Prozent) geben an, dass sie sich in diesem Jahr über einen angespannten Arbeitsmarkt Sorgen machen.


Wirtschaft, Carlo Thelen, Christel Chatelain, 2022 Foto: Luxemburger Wort/Anouk Antony
"Der Index schadet der Wettbewerbsfähigkeit des Landes"
Die Kosten für Unternehmen explodieren, kritisiert der Direktor der Handelskammer. Das sei besonders in der Corona-Krise gefährlich.

Mehr als ein Drittel (37 Prozent) gab an, dass sie aufgrund der für 2022 erwarteten besseren Finanzergebnisse bei der Vergütung großzügiger sein werden. Fast ein Drittel (30 Prozent) der luxemburgischen Unternehmen gab zu, dass sie über die Inflation und die steigenden Ressourcenkosten besorgt sind und deshalb ihre Gehaltsbudgets geändert haben. 

„Der Arbeitskräftemangel in einigen Sektoren lässt die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steigen, und der Wachstumsschub in anderen Sektoren löst einen Wettlauf um Talente aus, wobei die Unternehmen miteinander wetteifern, um Mitarbeiter anzuziehen“, sagt Mary Cloosterman-Hughes, Benelux Rewards Data & Intelligence Leader bei WTW. 

Die Unternehmen hätten schnell auf diese Veränderungen reagiert. In einigen Branchen, insbesondere in der Pharmaindustrie und der Medizintechnik, seien noch höhere Gehaltssteigerungen zu erwarten.

Unternehmen wollen mehr Personal einstellen

Laut Studie planen 30 Prozent der Arbeitgeber, in den nächsten 12 Monaten mehr Personal einzustellen, nur drei Prozent rechnen mit einem Personalabbau. 53 Prozent der Unternehmen versuchen, Stellen im Bereich Informationstechnologie und 47 Prozent im Bereich Ingenieurwesen zu besetzen, während der Vertrieb (41 Prozent) und das Finanzwesen (24 Prozent) ebenfalls zu den Brennpunkten gehören. 


Wirtschaft, Visite Gradel, Ultraleichtbau in Luxembourg, Industrie, Technologie, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Steigende Preise, Materialmangel und steigende Löhne
Für Luxemburgs Statistikbehörde ist die hohe Inflation kein kurzfristiges Phänomen.

Weltweit sollen die Lohnerhöhungen in diesem Jahr voraussichtlich um 5,1 Prozent steigen, gegenüber 4,7 Prozent, die bis Juli 2021 erwartet wurden. 

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