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Skandal weitet sich aus: Luxemburgs VW-Besitzer müssen keine Steuern nachzahlen
Wirtschaft 2 Min. 04.11.2015 Aus unserem online-Archiv

Skandal weitet sich aus: Luxemburgs VW-Besitzer müssen keine Steuern nachzahlen

Zur Zeit bleibt abzuwarten, welche CO2-Richtlinien in welchen Punkten von VW missachtet wurden.

Skandal weitet sich aus: Luxemburgs VW-Besitzer müssen keine Steuern nachzahlen

Zur Zeit bleibt abzuwarten, welche CO2-Richtlinien in welchen Punkten von VW missachtet wurden.
AFP
Wirtschaft 2 Min. 04.11.2015 Aus unserem online-Archiv

Skandal weitet sich aus: Luxemburgs VW-Besitzer müssen keine Steuern nachzahlen

Verbraucher, die wegen eines von Volkswagen zu niedrig angegebenen CO2-Ausstoßes weniger Kfz-Steuern zahlten, werden nicht extra zur Kasse gebeten. Dies versichert Umweltministerin Carole Dieschbourg.

(lb) - Bisher ging es in der Abgas-Affäre, die Mitte September bekannt wurde, ausschließlich um Manipulationen bei Stickoxid-Werten. Nun räumte Volkswagen auch "Unregelmäßigkeiten" bei CO2-Werten ein. Da es sich hierbei um das bedeutendste Treibhausgas handelt, das wesentlich für die vom Menschen verursachte Erderwärmung verantwortlich ist, befasst sich in Luxemburg nun das Umweltministerium mit der Angelegenheit.

Sollte sich eine Manipulation der CO2-Werte bestätigen, so teilt Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) die Ansicht von Nachhaltigkeitsminister François Bausch: Der Luxemburger Staat müsse eine Schadensersatzklage gegen VW einleiten.  Wurden die Werte falsch angegeben, hat der Staat dadurch Steuereinnahmen verloren. „In Luxemburg wurden die Kfz-Steuern und unter anderem die CAR-e-Prämien nach dem CO2-Ausstoß berechnet. Sollte sich bestätigen, dass dieser höher ist als bisher angegeben, müssen wir juristisch dagegen vorgehen“, so Dieschbourg.

VW-Besitzer, die befürchten, deshalb zur Kasse gebeten zu werden, können dennoch aufatmen. Dieschbourg versichert: „Der Verbraucher wird auf keinen Fall Steuern nachzahlen müssen. Er kann nicht dafür bestraft werden, wenn ein großer Autokonzern geschummelt hat und er unwissentlich ein solches Auto gekauft hat."

CO2-Werte werden bei SNCT-Kontrolle nicht gemessen

Dieschbourg zeigt sich zudem vorsichtig: Zur Zeit gelte es, erst einmal zu analysieren, welche Richtlinien in welchen Punkten eventuell missachtet wurden. „Die CO2-Ausstöße werden zur Zeit bei der technischen Kontrolle der SNCT nicht gemessen. Die Messwerte berufen sich lediglich auf Kohlenstoffmonoxid (CO) und Feinstaub-Partikel", so Dieschbourg. Demnach liegen zur Zeit einzig jene CO2-Werte vor, die der Hersteller VW selbst geliefert hat und die beim Ausstellen der EU-weit gültigen Typgenehmigung vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt geprüft wurden.

Auch der Luxemburger Importeur der Volkswagen-Gruppe konnte zur Zeit keine weiteren Angaben machen: „Wir warten noch auf weitere Informationen seitens des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg und haben zum jetzigen Zeitpunkt leider keine weiteren Informationen vorliegen. Wir sind daran interessiert, unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten und sind darum auch bemüht, unsere Kunden schnellstmöglich zu informieren“, so die Pressesprecherin von Losch-Import.

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