Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sinkender Gewinn bei SES
Wirtschaft 25.02.2021

Sinkender Gewinn bei SES

Beim Satellitenbetreiber SES entwickelt sich das Fernsehgeschäft wie erwartet zaghaft - dennoch konnte das Unternehmen auch 2020 Neuaufträge in Milliardenhöhe einsammeln.

Sinkender Gewinn bei SES

Beim Satellitenbetreiber SES entwickelt sich das Fernsehgeschäft wie erwartet zaghaft - dennoch konnte das Unternehmen auch 2020 Neuaufträge in Milliardenhöhe einsammeln.
Foto: Lex Kleren
Wirtschaft 25.02.2021

Sinkender Gewinn bei SES

Marco MENG
Marco MENG
Das Nettoergebnis lag im Pandemiejahr 2020 um die Hälfte niedriger als 2019. Das Networks-Geschäft wächst allerdings deutlich, und der Satellitenbetreiber erfreut sich neuer Aufträge.

Die bereinigten Umsatzerlöse sanken im letzten Jahr um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, gab der Luxemburger Satellitenbetreiber am Donnerstag in Betzdorf bekannt. Insgesamt lag das Vorsteuerergebnis sechs Prozent im letzten Geschäftsjahr unter dem von 2019. 

Unter dem Strich verbucht SES damit für 2020 einen Nettogewinn von 208 Millionen Euro, 47 Prozent weniger als 2019 (395 Millionen Euro). Der bereinigte Nettogewinn war auch niedriger als im Vorjahr, weil SES in den USA kräftig in den 5G-Ausbau investierte.

Die Umsatzerlöse aus dem traditionellen Fernsehgeschäft schwächeln wie erwartet weiter und lagen 2020 acht Prozent niedriger als im Vorjahr bei 1,1 Milliarden Euro. Das spiegele, so SES, auch die Auswirkungen von COVID-19 wider, da im vergangenen Jahr Sport- und andere Live-Veranstaltungen ausgefallen waren.

Internetgeschäft auf dem Vormarsch

Das Geschäftsfeld Networks wuchs im dritten Jahr in Folge um 5,3 Prozent auf 759 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis von 1,2  Milliarden Euro enthält keine Restrukturierungskosten, die sich auf etwa 40 Millionen Euro (2019: 21 Millionen Euro) beziffern.


Internet aus dem Orbit
Die Europäische Weltraumagentur will 5G mithilfe von Satelliten verlässlicher machen – Firmen aus Luxemburg helfen dabei.

SES-Chef Steve Collar sprach dennoch von einem „starken Geschäftsjahr“, das „klare Perspektiven für ein rentables Wachstum und ein Versprechen für die Aktienrendite“ versprach. Über 80 Prozent der Konzernumsatzprognose für dieses sind bereits unter Vertrag. SES hat seine Investitionsausgaben für 2020-2024 gegenüber den bisherigen Prognosen um 390 Millionen EUR reduziert. Steve Collar dazu: „Wir haben unser Simplify & Amplify-Programm mit Einsparungen bei den Betriebsausgaben von 50 Millionen Euro ab 2022 erfolgreich umgesetzt, und die Verschuldung befindet sich aufgrund eines hohen Cashflows auf einem 5-Jahres-Tiefststand.“

Die Nettoverschuldung in Höhe von 3,4 Milliarden Euro war um 505 Millionen Euro (oder 12,9 Prozent) niedriger als 2019. Damit konnte der Satellitenbetreiber seine Zinskosten deutlich senken. Zudem hat SES im vergangenen Jahr Kundenverträge im Wert von über 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen und erwartet aus den USA die erste Zahlung von einer Milliarde US-Dollar für die Neuausrichtung des C-Bands. Die Unternehmensführung wird eine Dividende für 2020 in Höhe von 0,40 Euro pro A-Aktie vorschlagen.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

SES: Aufspaltung bei Aktionärsversammlung kein Thema
Die Anteilseigner sind unzufrieden: Das Papier des Satellitenbetreibers SES verlor in den letzten Jahren beträchtlich an Wert. Konzernchef Steve Collar brachte jüngst die Idee der Teilung des Unternehmens ins Gespräch.
SES CEO Steve Collar, Foto Lex Kleren
SES denkt über Aufspaltung nach
Luxemburger Satellitenbetreiber muss viel in die Wachstumssparte „SES Networks“ investieren, während das klassische Fernsehsatellitengeschäft stagniert – aus beiden Segmenten könnten zwei eigene rechtliche Einheiten entstehen.
SES Antenna, Satellit, Parabole, Sender, Empfang