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Single Euro Payments Area: BCL kritisiert IBAN-Diskriminierung
Die Diskriminierung bestimmter Konten aufgrund ihrer geografischen Herkunft (IBAN-Diskriminierung) bremst Sepa und die damit verbundenen Vorteile aus.

Single Euro Payments Area: BCL kritisiert IBAN-Diskriminierung

Foto: Guy Wolff
Die Diskriminierung bestimmter Konten aufgrund ihrer geografischen Herkunft (IBAN-Diskriminierung) bremst Sepa und die damit verbundenen Vorteile aus.
Wirtschaft 17.03.2015

Single Euro Payments Area: BCL kritisiert IBAN-Diskriminierung

Die luxemburgische Zentralbank weist darauf hin, dass einige Regeln zur Integration der Sepa-Zahlungsinstrumente immer noch nicht angewendet würden. Vor allem grenzübergreifende Lastschriften seien betroffen. Das Luxemburger Wort hatte zuvor mehrfach darüber berichtet.

(aa) - Ein Ziel des gemeinsamen Euro-Zahlungsraumes ist es, dass Verbraucher  ihre Bankgeschäfte von einem einzigen Konto aus tätigen können - ganz gleich, in welchem Euro-Land dieses eröffnet wurde. Seit dem 1. August 2014 sollte dies eigentlich gewährleistet sein, doch auch Monate später bestehen noch Probleme, die vor allem grenzübergreifende Lastschriften betreffen. Das "Luxemburger Wort" hatte bereits mehrfach darüber berichtet.

Am Dienstag teilte nun die luxemburgische Zentralbank (BCL) in einem Kommuniqué mit, dass offenbar einige Regeln zur Integration der Sepa-Zahlungsinstrumente immer noch nicht angewendet würden. Die Diskriminierung bestimmter Konten aufgrund ihrer geografischen Herkunft (IBAN-Diskriminierung) bremse Sepa und die damit verbundenen Vorteile aus. Besonders auffallend sei dies bei den Sepa Lastschriften. 

Zentralbank verweist auf Sepa-Verordnung

Die BCL erinnert in diesem Zusammenhang an Artikel 9 der Sepa-Verordnung 260/2012, wonach der Begünstigte einer Lastschrift nicht festlegt, in welchen Land der Zahlende sein Konto haben muss, sofern es sich um ein Euro-Land handelt:

Artikel 9 - Erreichbarkeit von Konten

(1) Ein Zahler, der eine Überweisung an einen Zahlungsempfänger vornimmt, der Inhaber eines Zahlungskontos innerhalb der Union ist, gibt nicht vor, in welchem Mitgliedstaat dieses Zahlungskonto zu führen ist, sofern das Zahlungskonto gemäß Artikel 3 erreichbar ist.

(2) Ein Zahlungsempfänger, der eine Überweisung annimmt oder eine Lastschrift verwendet, um Geldbeträge von einem Zahler einzuziehen, der Inhaber eines Zahlungskontos innerhalb der Union ist, gibt nicht vor, in welchem Mitgliedstaat dieses Zahlungskonto zu führen ist, sofern das Zahlungskonto gemäß Artikel 3 erreichbar ist.

Konkret bedeutet dies, dass ein luxemburgisches Unternehmen es akzeptieren muss, wenn z.B. ein Kunde von einem deutschen Konto aus seine Rechnungen begleichen muss, und ein französisches Unternehmen darf z.B. Lastschriften von einem luxemburgischen Konto nicht ablehnen.


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