Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Shell kann in England wegen Umweltschäden in Nigeria verklagt werden
Wirtschaft 12.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Shell kann in England wegen Umweltschäden in Nigeria verklagt werden

Gasfackel in der Nähe der Utorogu-Flussstation der Shell-Ölgesellschaft in Warri, Nigeria: Erdöl ist seit den 1970er Jahren das wichtigste Exportgut des Landes. Nigeria ist der elftgrößte Erdölproduzent der Welt und der größte Erdölproduzent Afrikas.

Shell kann in England wegen Umweltschäden in Nigeria verklagt werden

Gasfackel in der Nähe der Utorogu-Flussstation der Shell-Ölgesellschaft in Warri, Nigeria: Erdöl ist seit den 1970er Jahren das wichtigste Exportgut des Landes. Nigeria ist der elftgrößte Erdölproduzent der Welt und der größte Erdölproduzent Afrikas.
Foto: AP
Wirtschaft 12.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Shell kann in England wegen Umweltschäden in Nigeria verklagt werden

Betroffene von Umweltschäden in Afrika können auch in England gegen den Mineralölkonzern klagen - der hatte sich jahrelang mit allen Mitteln dagegen gewehrt.

(dpa) - Der Ölkonzern Shell kann wegen Umweltschäden in Nigeria von dortigen Betroffenen auch vor englischen Gerichten verklagt werden. Das entschied der britische Supreme Court am Freitag in London. 

Hintergrund ist der bereits seit Jahren andauernde Rechtsstreit zweier nigerianischer Gemeinden mit dem britisch-niederländischen Konzern, die einem nigerianischen Tochterunternehmen von Shell vorwerfen, mit Öl-Lecks großflächige Umweltschäden im Niger-Delta angerichtet zu haben.


La pollution pétrolière exigerait le plus vaste nettoyage au monde
L'ONU a estimé jeudi que l'ampleur de la pollution pétrolière dans le sud du Nigeria, après 50 ans d'extraction de brut, était telle qu'elle pourrait nécessiter l'opération de nettoyage la plus vaste jamais réalisée au monde.

Kürzlich hatte bereits das Berufungsgericht im niederländischen Den Haag entschieden, dass Shell die Bauern in Nigeria für Ölverschmutzung entschädigen muss. Das Unternehmen sei haftbar für Verseuchungen durch Öl-Lecks 2004 und 2005, hieß es.

Konzern wehrte sich vergebens

Ein Sprecher von Shell bezeichnete die Entscheidung des Supreme Courts als „enttäuschend“. Der Konzern macht für die Umweltschäden kriminelle Machenschaften und Saboteure verantwortlich. Zuvor hatte Shell zudem argumentiert, in Europa nicht rechtlich haftbar für das nigerianische Tochterunternehmen zu sein.

Die Anwälte der Kläger begrüßten das Urteil und sagten, die Entscheidung werde es internationalen Konzernen künftig erschweren, ähnliche Klagen zu blockieren. Mark Dearn von der Corporate Responsibility Coalition UK sagte: „Es sendet eine klare Botschaft an multinationale Unternehmen wie Shell: Sie haben eine Sorgfaltspflicht, und sie werden für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden, die ihre Tochterunternehmen verursachen, zur Verantwortung gezogen.“    

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Sind die Kippschalter, das heißt die Klimaveränderungen, die den Weg in eine nächste Heißzeit unumkehrbar machen, einmal umgelegt, gibt es keinen Weg mehr zurück?
Shoppers wait at the entrance before a clothing chain store opens for business in Tokyo on December 14, 2018. - Confidence among Japan's biggest manufacturers was unchanged this quarter after slipping for three consecutive surveys, central bank data showed on December 14. (Photo by Kazuhiro NOGI / AFP)
Vor der Küste Alaskas ist eine Bohrinsel des Ölkonzerns Shell auf Grund gelaufen. Die „Kulluk" habe sich bei stürmischer See von einem Schlepper losgerissen und sei auf der unbewohnten Insel Sitkalidak an der Südküste Alaskas gestrandet.
Die losgerissene Shell-Bohrinsel "Kulluk" strandete vor der unbewohnten Insel Sitkalidak an der Südküste Alaskas.
Gefährliches Gas von einer Nordsee-Plattform des Energiekonzerns Total strömt auch am dritten Tag nach der Entdeckung eines Lecks ungehindert ins Meer vor Schottlands Küste. Das französische Unternehmen habe dort ein Überwachungsschiff in Stellung gebracht.
Aus dem Leck an einer Förderplattform vor Schottland strömt weiter ungehindert Gas in die Nordsee. Der Energiekonzern Total sucht fieberhaft eine Lösung. Doch es ist nicht einmal klar, wo genau sich das Leck befindet.