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SES und Drohnenkrieg: SES Government Solutions reagiert auf Wort-Artikel
Kurz vor dem Erscheinen des Artikels sah die Internetseite von SES-GS noch so aus. Diese Bilder sind jetzt verschwunden.

SES und Drohnenkrieg: SES Government Solutions reagiert auf Wort-Artikel

Foto: screenschot SES-GS
Kurz vor dem Erscheinen des Artikels sah die Internetseite von SES-GS noch so aus. Diese Bilder sind jetzt verschwunden.
Wirtschaft 2 Min. 12.12.2016

SES und Drohnenkrieg: SES Government Solutions reagiert auf Wort-Artikel

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der amerikanischen Tochter von SES scheint ein Artikel auf wort.lu über die Aktivitäten im Militärdrohnenbereich eher peinlich zu sein. Die SES-Tochterfirma ließ nach Erscheinen des Artikels Drohnenfotos verschwinden.

Von Jacques Ganser

Die Veröffentlichungen in einem Wort.lu-Artikel dürften SES Government Solutions peinlich gewesen sein. Die hundertprozentige Tochter des luxemburgischen SES-Konzerns, hat nach der Veröffentlichung unseres Artikels sämtliche Drohnenfotos von ihren Internetseiten entfernt.  

SES-Government Solutions liefert Kommunikationsbandbreite für amerikanische Drohneneinsätze. Einzelne dieser Programme können aber nicht nur für Aufklärungs-und Spionageeinsätze, sondern auch für Angriffs-und Tötungseinsätze genutzt werden.

Laut eigener Webseite bietet SES-GS Bandbreite für die Drohnenmissionen CONUS/OCONUS, Gray Eagle in Afrika und dem Mittleren Osten sowie Global Hawk in den USA.

Das Gray Eagle System ist eine Weiterentwicklung der Predator-Drohne. Zu ihren Aufgabengebieten gehören Aufklärung und Überwachung, aber auch das Zerstören von Zielen. Die Drohne kann neben Kamera, Laser und Radarsystemen ebenfalls mit Hellfire-Raketen ausgestattet werden.

Spezieller Geheimhaltungsstatus

SES Government Solutions unterliegt in den Vereinigten Staaten speziellen Geheimhaltungsregeln welche mit dem Verteidigungsministerium über ein sogenanntes "proxy agreement" festgelegt wurden. Nur so kann sich SES-GS überhaupt Aufträge des amerikanischen Militärs sichern.

Aus kürzlich geleakten Dokumenten geht hervor, dass es sich bei SES-GS nicht nur um einen Anbieter unter vielen handelt. Die amerikanische "Defense Information Systems Agency" hat laut diesen Dokumenten im Juni 2015 einen mehrjährigen Vertrag exklusiv mit SES-GS verlängert und die Auftragssumme erhöht, dies ohne Ausschreibung. Als Grund wird die außerordentliche Bedeutung der Dienstleistung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten aufgeführt. Verlust an Aufklärung und Kommunikation könne Leben gefährden.  Aufgezählt werden dabei Kommunikationsdienste in Afghanistan und Iran.

Drohnen von Ramstein aus gesteuert

Zudem hat SES-GS geleakten Informationen zufolge einen Auftrag über 8 Millionen Dollar mit der Air Force unterschrieben, es geht dabei um die Bereitstellung von Übertragungskapazität unter anderen für die Air Base in Ramstein. Die USA hatten Ende November nach langem hin und her eingeräumt, dass Ramstein Dreh-und Angelpunkt für Drohnenangriffe in östlichen Krisengebieten sei. Eine Steuerung aus den USA sei wegen der Erdkrümmung gar nicht möglich. 

Sämtliche übertragene Dateninformationen zwischen dem Flugzeug und der Mannschaft laufen demnach über Ramstein. 

Die SES hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass sie Vertrauen in ihre Kunden habe und diese die SES-Dienste einzig für Kommunikations-und Aufklärungszwecke nutzen würden. Laut SES sei der Designwechsel des Internetauftrittes einzig eine marketingtechnische Maßnahme.

SES gehört über die Beteiligung der BCEE (74,76 %) und der SNCI auch dem luxemburgischen Staat, welcher über eine Sperrminorität verfügt.      


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