Wählen Sie Ihre Nachrichten​

SES kündigt Sozialplan an
Wirtschaft 2 Min. 29.05.2020

SES kündigt Sozialplan an

SES kündigt Sozialplan an

Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 29.05.2020

SES kündigt Sozialplan an

Marco MENG
Marco MENG
Laut Luxemburger Satellitenbetreiber sind zwischen zehn und 15 Prozent der Belegschaft betroffen.

Jetzt wirkt sich der dauernde Gewinnrückgang doch aufs Personal aus, sogar in Luxemburg: Der Satellitenbauer SES (Société Européenne des Satellites) kündigte am Freitag an, dass er plant, einen Teil seiner europäischen Regionalbüros zu schließen. 

Auch in der Zentrale Betzdorf will das Unternehmen umstrukturieren und hat eigenen Angaben zufolge die Personalvertreter aufgerufen, die „Umsetzung eines Sozialplans zu erörtern“. 


SES CEO Steve Collar, Foto Lex Kleren
SES trotzt schwierigem Marktumfeld
Gewinn und Umsatz des Satellitenbetreibers gehen im ersten Halbjahr 2019 zurück - Netzwerksparte nimmt langsam Fahrt auf.

Wie viel Personal der 1985 gegründete Satellitenbetreiber, der lange als Luxemburger Erfolgsmodell galt, weltweit und im Großherzogtum abbauen will, wurde nicht bekannt gegeben. Es komme auf das Ergebnis der Umstrukturierungen an, teilte das Unternehmen dazu mit. 

Dass ein Konzern, der zu großen Teilen dem Staat gehört, einen Sozialplan erstellt, kommt nicht alle Tage vor. SES als luxemburgisches Vorzeigeunternehmen muss sich seit geraumer Zeit mit rückläufigen Geschäftszahlen zufrieden geben. Zuletzt wurde laut darüber nachgedacht, das Unternehmen aufzuteilen, weil es dann einfacher wäre, Investoren für die Wachstumssparte „Netzwerke“ zu finden.

Auch die 600 Mitarbeiter in Betzdorf betroffen 

Insgesamt beschäftigt SES heute mehr als 2.100 Mitarbeiter weltweit, knapp 600 davon am Stammsitz in Betzdorf. 

Konkret sollen nun die Büros in Brüssel, im Zentrum Londons, auf der Isle of Man, in Warschau und Zürich geschlossen und die Aktivitäten an diesen Standorten auf andere Büros in Kiew, Stockholm, Stockley Park in London und Den Haag sowie auf den Hauptsitz in Luxemburg verteilt werden.


7.8. Betzdorf / PK Bilan SES Astra / Satelittenantennen Foto: Guy Jallay
SES-Aktionäre folgen dem Management
Bei der virtuellen Generalversammlung der Anteilseigner ging es auch um den Aktienkurs, aber mehr noch um die Geschäftsentwicklung.

Offene Stellen sollen nicht besetzt werden, ein freiwilliges Programm zur schrittweisen Frühverrentung von Mitarbeitern sei gestartet worden, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. 

Gewinn seit Jahren im steten Sinkflug

Betroffen von den Umstrukturierungen wären zehn bis 15 Prozent der weltweiten Stellen. Das würde aber nicht den Abbau von bis zu fünfzehn Prozent des Personals bedeuten, Luxemburg eingerechnet, erklärt auf Nachfrage Unternehmenssprecherin Suzanne Ong. Ein Teil des betroffenen Personals könne umgeschult und in andere Geschäftsfelder versetzt werden

Die Sparte Video – das traditionelle Geschäft mit Fernsehsatelliten – entwickelte sich auch 2019 nicht so, wie die Geschäftsführung es erwartet hatte, und verfehlte zuletzt mit Einnahmen von 1.208 Millionen Euro klar die Prognose von 1.225 bis 1.255 Millionen Euro. 


SES CEO Steve Collar, Foto Lex Kleren
SES: Aufspaltung bei Aktionärsversammlung kein Thema
Die Anteilseigner sind unzufrieden: Das Papier des Satellitenbetreibers SES verlor in den letzten Jahren beträchtlich an Wert. Konzernchef Steve Collar brachte jüngst die Idee der Teilung des Unternehmens ins Gespräch.

Gegenüber dem Vorjahr ist damit das klassische Satellitengeschäft um 8,5 Prozent zurückgegangen. Networks hingegen konnte zur letzten Bilanz von 2018 auf 2019 4,7 Prozent auf 762 Millionen Euro zulegen. Dennoch sinkt der Gewinn: Wies das Unternehmen in den Jahren 2011 bis 2017 einen Überschuss zwischen 500 und 600 Millionen Euro aus, ist er seitdem auf die Hälfte geschrumpft. Das Papier des Satellitenbetreibers verlor in den letzten zwölf Monaten 65 Prozent an Wert; über die letzten fünf Jahre gerechnet, ist es ein Wertverlust von 85 Prozent. 

Der Staat Luxemburg ist direkt mit 11,6 Prozent an SES beteiligt, via BCEE und SNCI sind es insgesamt 33 Prozent von SES, die dem Staat gehören.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

SES: Aufspaltung bei Aktionärsversammlung kein Thema
Die Anteilseigner sind unzufrieden: Das Papier des Satellitenbetreibers SES verlor in den letzten Jahren beträchtlich an Wert. Konzernchef Steve Collar brachte jüngst die Idee der Teilung des Unternehmens ins Gespräch.
SES CEO Steve Collar, Foto Lex Kleren
SES denkt über Aufspaltung nach
Luxemburger Satellitenbetreiber muss viel in die Wachstumssparte „SES Networks“ investieren, während das klassische Fernsehsatellitengeschäft stagniert – aus beiden Segmenten könnten zwei eigene rechtliche Einheiten entstehen.
SES Antenna, Satellit, Parabole, Sender, Empfang
Satelliten: SES setzt ihren Höhenflug fort
Beim Luxemburger Satellitenbetreiber stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Im ersten Quartal 2015 weist die SES einen Konzerngewinn von 131 Millionen Euro auf (+26,8 Prozent im Vergleich zu dem Vorjahreszeitraum).