Sermelux

Millionenloch treibt Fassadenbaufirma in den Konkurs

Die Firma aus Kehlen hat seit mehr als zwei Jahren versucht, Löcher in Millionenhöhe in ihren Bilanzen zu stopfen. Dennoch musste sie sich am vergangenen Freitag endgültig geschlagen geben.
Die Firma aus Kehlen hat seit mehr als zwei Jahren versucht, Löcher in Millionenhöhe in ihren Bilanzen zu stopfen. Dennoch musste sie sich am vergangenen Freitag endgültig geschlagen geben.
Foto: Chris Karaba

(M.G.) - Die Luxemburger Fassadenbaufirma Sermelux steht vor dem Aus. Nachdem die Firma seit mehr als zwei Jahren versucht hat, Löcher in Millionenhöhe in ihren Bilanzen zu stopfen, musste sie sich am vergangenen Freitag endgültig geschlagen geben und Konkurs anmelden. Ende 2015 seien hohe Fehlbeträge in den Büchern des Unternehmens festgestellt worden, erklärt der Anwalt der Firma, Marc Theisen.

Gleichzeitig kam heraus, dass auch die Jahresbilanzen nicht erstellt worden waren und die Firma der Steuerverwaltung einen größeren Betrag schuldete. Daraufhin wurde Anzeige erstattet und gleichzeitig versucht, die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Die Verantwortlichen der Firma haben das vergangene Jahr damit zugebracht, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen und die Schulden gegenüber dem Steueramt und der Sozialversicherung zu tilgen.

„Wegen der fehlenden Bilanzen und der Steuerschuld konnte die Firma seit Ende 2015 nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen. Dadurch entgingen ihr Aufträge in Höhe von fünf bis zehn Millionen Euro“, so Marc Theisen. Um der Firma aus dieser misslichen Lage zu helfen, suchte Sermelux nach einem neuen Investor. Denn obwohl die Banken sehr viel Geduld aufgebracht hatten, war das Problem der fehlenden Millionen nicht gelöst.

Ein Rückschlag zu viel

Nach einigen Rückschlägen habe in den vergangenen Wochen alles danach ausgesehen, als hätte die Firma endlich einen neuen Geldgeber gefunden, erklärt der Anwalt. Auch hatte die Firma bei einer öffentlichen Ausschreibung den ersten Platz belegt und einen Großauftrag an Land gezogen. Als der Zweitplatzierte dann Einspruch gegen diese Entscheidung einlegte, zog sich auch der Investor zurück, und die Situation spitzte sich endgültig zu.

Am Mittwoch nimmt der Konkursverwalter seine Arbeit auf. Er muss unter anderem klären, ob ausstehende Aufträge möglicherweise noch erfüllt werden können. Zusätzlich geht dem Tennis ein Sponsor verloren.

Zu den Ermittlungen bezüglich den verschwundenen Millionen aus dem Jahr 2015 gibt es, laut Marc Theisen, bis heute keine weiteren Informationen. Für die rund 80 Mitarbeiter der Firma kam diese Entwicklung sehr überraschend. Sie wurden über die Lage der Firma erst am vergangenen Freitag informiert, als der letzte Investor sich zurückgezogen hatte.