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Schweizer Großbank UBS: Frankfurt setzt sich gegen Luxemburg durch
Wirtschaft 02.12.2016

Schweizer Großbank UBS: Frankfurt setzt sich gegen Luxemburg durch

Infolge des Brexits könnten viele Banken Stellen aus London in andere Städte verlagern. Frankfurt wäre dabei gern großer Gewinner.

Schweizer Großbank UBS: Frankfurt setzt sich gegen Luxemburg durch

Infolge des Brexits könnten viele Banken Stellen aus London in andere Städte verlagern. Frankfurt wäre dabei gern großer Gewinner.
Foto: Reuters
Wirtschaft 02.12.2016

Schweizer Großbank UBS: Frankfurt setzt sich gegen Luxemburg durch

Andreas ADAM
Andreas ADAM
In der am Donnerstag offiziell gegründeten UBS Europe SE sind die Geschäfte in acht Ländern gebündelt: Deutschland, Italien, Luxemburg, Österreich, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Spanien.

(dpa) - Frankfurt hat im Fall der Schweizer Großbank UBS gute Chancen, zum Brexit-Profiteur zu werden. Die UBS steuert ihre Vermögensverwaltung für Kontinentaleuropa ab sofort von der Main-Metropole aus, wie der Konzern mitteilte. In der am Donnerstag offiziell gegründeten UBS Europe SE sind die Geschäfte in acht Ländern gebündelt: Deutschland, Italien, Luxemburg, Österreich, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Spanien. Frankfurt setzte sich im konzerninternen Wettbewerb gegen Luxemburg durch.

Favorit für Verlagerungen aus London

Damit ist die hessische Großstadt auch Favorit für die mögliche Verlagerung von Stellen aus London, sollte Großbritannien im Zuge des Brexits den Marktzugang zur Europäischen Union verlieren. Zur neuen Tochtergesellschaft gehört bereits das deutsche Investmentbanking.

UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti hatte im Herbst in Aussicht gestellt, wegen des Brexits 1500 Arbeitsplätze aus der britischen Hauptstadt in andere europäische Regionen zu verlagern.

HSBC favorisiert eher Paris als Frankfurt

Viele Banken halten sich mit ihren konkreten Brexit-Überlegungen noch zurück. Zuletzt hieß es aber, dass auch bei der US-Investmentbank Goldman Sachs Frankfurt gute Chancen habe. Dagegen favorisiert die britische Großbank HSBC Paris als Ausweichort für London innerhalb der EU. Das deutsche Bundesfinanzministerium war zuletzt optimistisch, dass Banken und Unternehmen bald mit der Verlagerung von Geschäften nach Deutschland beginnen werden.

Keine Änderungen für lokales UBS-Management

Die UBS hat in Frankfurt derzeit rund 600 Mitarbeiter. Für die Kunden in den einzelnen Ländern und das lokale Management ändere sich durch die Verankerung der Europa-Zentrale in der deutschen Finanzhauptstadt nichts, sagte ein Sprecher.

Bei der neuen Tochter sind rund 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Konkrete Angaben zu möglichen Stellenverlagerungen wurden nicht gemacht. An der Spitze des Aufsichtsrats der Europa-Bank steht der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, der schon seit 2011 Chefkontrolleur der Deutschland-Tochter war.


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(Foto: Reuters)