Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schneider will staatliche Mehrheit bei Enovos
Staat, SNCI und Stadt Luxemburg sollen 51 Prozent oder 50 Prozent plus eine Aktie übernehmen, so Etienne Schneider.

Schneider will staatliche Mehrheit bei Enovos

Foto: Serge Waldbillig
Staat, SNCI und Stadt Luxemburg sollen 51 Prozent oder 50 Prozent plus eine Aktie übernehmen, so Etienne Schneider.
Wirtschaft 16.04.2014

Schneider will staatliche Mehrheit bei Enovos

Nachdem sich die Energieversorger RWE und E.ON von ihren Anteilen an der Enovos International s.a. trennen wollen, möchte Wirtschaftsminister Schneider zugreifen. Es geht um die Hoheit in der luxemburgischen Energiepolitik.

(aa) - Nachdem sich die beiden deutschen Energieversorger RWE und E.ON von ihren Anteilen an der Luxemburger Holding Enovos International s.a. trennen wollen, strebt Wirtschaftsminister Etienne Schneider aktiv eine staatliche Mehrheit an dem Unternehmen an.

Wie Schneider am Mittwoch gegenüber dem Luxemburger Wort sagte, wolle man nicht die kompletten 28,36 Prozent von RWE und E.ON übernehmen, sondern nur so viele wie erforderlich sind, um 51 Prozent oder auch 50 Prozent plus eine Aktie zu erreichen. Diese Mehrheit soll dabei vom Staat, der SNCI und der Stadt Luxemburg gemeinsam erreicht werden, so dass die Übernahmeaktion für den Staatshaushalt ggf. neutral bleibe. Die drei Aktionäre halten gemeinsam bereits 43,45 Prozent.

Auch eine Frage des Preises

Hintergrund sei es, dass nicht andere über die luxemburgische Energiepolitik entscheiden sollen. Wenn die öffentliche Hand das Sagen habe, werde sichergestellt, dass die notwendigen Investitionen in die Infrastrukturen getätigt werden. Schneider zeigte sich gegenüber dem Luxemburger Wort zuversichtlich, dass die Mehrheitsübernahme wie geplant über die Bühne gehen könne. Allerdings hätten die Verhandlungen noch nicht begonnen, und letztlich komme es natürlich auch auf den Preis an.

Das Aktionariat der Enovos International s.a. umfasst derzeit den luxemburgischen Staat mit 25,44 Prozent, die Ardian (Axa Redilion ManagementCo S.C.A.) mit 23,48 Prozent, die RWE Energy Beteiligungsverwaltung GmbH mit 18,36 Prozent, die Société nationale de crédit et d’investissement mit 10,01 Prozent, die E.ON Ruhrgas International GmbH mit zehn Prozent, die Stadtverwaltung Luxemburg mit acht Prozent und die GDF Suez – Electrabel s.a. mit 4,71 Prozent.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema