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Russlands Währungsreserven schmelzen
Wirtschaft 25.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Auf dem Weg in die Wirtschaftskrise

Russlands Währungsreserven schmelzen

Russland durchlebt wegen westlicher Sanktionen im Ukraine-Konflikt und angesichts eines stark gefallenen Ölpreises eine immer offensichtlichere Krise.
Auf dem Weg in die Wirtschaftskrise

Russlands Währungsreserven schmelzen

Russland durchlebt wegen westlicher Sanktionen im Ukraine-Konflikt und angesichts eines stark gefallenen Ölpreises eine immer offensichtlichere Krise.
REUTERS
Wirtschaft 25.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Auf dem Weg in die Wirtschaftskrise

Russlands Währungsreserven schmelzen

Die Währungsreserven der angeschlagenen Rohstoffmacht Russland sind erstmals seit 2009 unter die Marke von 400 Milliarden Dollar gerutscht. Ein weiteres Anzeichen für die sich verfestigende Wirtschaftskrise in Russland.

(CBu/dpa) - Die Währungsreserven der angeschlagenen Rohstoffmacht Russland sind erstmals seit 2009 unter die Marke von 400 Milliarden Dollar gerutscht. Die Summe liege nun bei 398,9 Milliarden US-Dollar (327 Mrd Euro), teilte die russische Zentralbank am Donnerstag in Moskau mit. Demnach ist das Finanzpolster, das zu den größten der Welt gehört, allein vom 13. bis 19. Dezember um 15,7 Milliarden Dollar geschrumpft.

Finanzminister Anton Siluanow sagte, der Verfall der russischen Währung sei gestoppt. „Wir sehen eine Tendenz der Rubel-Stärkung“, meinte er. Nach einem historischen Tief in der Vorwoche hat sich der Rubel dank staatlicher Stützung deutlich erholt.

Zugleich stellten immer mehr staatliche und private Großunternehmen aus Angst vor Zahlungsausfällen Anträge auf Garantien, Kredite und andere Hilfsmaßnahmen. Darunter waren etwa der Ölkonzern Rosneft, die VTB Bank und die Fluggesellschaft Transaero. Die Regierung stellte Hilfen aus dem nationalen Wohlstandsfonds in Aussicht, der aktuell mit vier Billionen Rubel (63 Mrd Euro) gefüllt ist.

Folgen der internationalen Sanktionen

Russland durchlebt wegen westlicher Sanktionen im Ukraine-Konflikt und angesichts eines stark gefallenen Ölpreises eine Krise. Der russische Haushalt hängt zum Großteil von den Einnahmen aus dem Ölverkauf ab, weshalb 2015 eine Finanzlücke im Riesenreich klafft.

Kremlchef Wladimir Putin sagte, die Krise sei neben äußeren Faktoren auch auf eigene wirtschaftliche Probleme zurückzuführen. Die Lage biete die Chance für eine „innere Erneuerung“. Gleichzeitig müsse man sich aber auf eine Krise von bis zu zwei Jahren einstellen, so der Staatspräsident noch vor einigen Tagen.

Damals verwies Putin noch auf die satten Währungsreserven als Argument gegen die Darstellung, sein Land befinde sich in einer prekären Situation. Gleichzeitig lobte er die jüngsten Schritte der Regierung im Kampf gegen die Krise.


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