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Russischer Stahlkonzern interessiert sich für "ArcelorMittal-Package"
Wirtschaft 2 Min. 24.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Russischer Stahlkonzern interessiert sich für "ArcelorMittal-Package"

Der Stahlkonzern möchte das italienische Werk Ilva übernehmen.

Russischer Stahlkonzern interessiert sich für "ArcelorMittal-Package"

Der Stahlkonzern möchte das italienische Werk Ilva übernehmen.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 24.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Russischer Stahlkonzern interessiert sich für "ArcelorMittal-Package"

Mara BILO
Mara BILO
Das belgische Nachrichtenportal "7sur7" berichtet, dass der russische Stahlkonzern Novolipetsk Steel (NLMK), der bereits in Belgien vertreten ist, auch am ArcelorMittal-Werk in Düdelingen interessiert sei.

Am Montag berichtete das belgische Nachrichtenportal "7sur7", dass der russische Stahlkonzern Novolipetsk Steel (NLMK), der bereits in Belgien vertreten ist, auch am ArcelorMittal-Werk in Düdelingen interessiert sei. Erst vor Kurzem hatte ArcelorMittal angekündigt, seinen Standort in Düdelingen verkaufen zu wollen. Dies erfolgte vor dem Hintergrund der Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva. Das Interesse des russischen Stahlkonzerns an den belgischen Werken war schon seit einigen Tagen bekannt.


An ArcelorMittal steel worker throws tyres into a fire during a strike outside the company's regional headquarters in Flemalle, near Liege October 4, 2011. Union members have prevented the management of ArcelorMittal site at Flemalle from leaving the building since Monday evening, local media reported. The unions are demanding the management to come to an agreement about the payment for temporary contract workers and are protesting against rumours of ArcelorMittal shutting down factories. REUTERS/Thierry Roge (BELGIUM - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY)
ArcelorMittal sacrifie à nouveau Liège
La décision d’ArcelorMittal de vendre sept sites dans le cadre de l’absorption du sidérurgiste italien Ilva a provoqué une onde de choc qui s’étend bien au-delà de Dudelange. Le bassin liégeois fait une fois de plus les frais des décisions du géant mondial de l’acier.

Die belgische Gewerkschaft Fédération générale du travail de Belgique (FGTB) erklärte am Dienstag auf Nachfrage des "Luxemburger Wort", dass am Montag ein Treffen mit dem Wirtschaftsminister für die wallonische Region Pierre-Yves Jeholet stattgefunden habe. Jean-Luc Rader, Gewerkschaftssekretär der belgischen Arbeitnehmerorganisation FGTB, erklärt, dass die Botschaft der FGTB beim Treffen mit der Regierung klar war: "Wir wollen, dass alle Werke zusammen verkauft werden. Ob ArcelorMittal oder NLMK der Besitzer der Werke ist, ist uns letztendlich egal." Das betrifft für die FGTB vor allem die Werke, die sich im Industriegebiet von Lüttich befinden (Tilleur und Flémalle). Das Düdelingen-Werk soll - Informationen des belgischen Nachrichtenportals "7sur7" zufolge - aber auch zum "ArcelorMittal-Package" gehören.

Noch kein konkreter Vorschlag

Ob die belgischen Werke mit dem luxemburgischen Standort tatsächlich als ein "Package" von NLMK betrachtet werden, steht allerdings nicht fest. Momentan hat NLMK noch nichts Konkretes vorgeschlagen, darauf weist Rader hin. "Wir wissen, dass NLMK die im Industriegebiet von Lüttich installierten Werke besucht hat. Das ist aber alles." Der belgische Gewerkschaftssekretär rechnet mit jedem möglichen Ausgang bei der Übernahme der ArcelorMittal-Werke: "Falls ein Käufer nicht an allen Werken interessiert ist, könnte es natürlich auch sein, dass eins davon separat verkauft werden muss."

Am 2. Mai finden in Belgien ein Dreiertreffen zwischen dem wallonischen Wirtschaftsministerium, ArcelorMittal-Vertretern und den beiden belgischen Gewerkschaften FGTB und CSC statt. In Luxemburg hatte sich die Arbeitnehmerorganisation OGBL am Montag gegen eine Tripartite ausgesprochen und ein Treffen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung vorgezogen. Das würde es beiden Seiten erlauben, eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten und mit einer Stimme gegenüber ArcelorMittal zu sprechen.


ArcelorMittal: OGBL fordert Treffen mit Regierung
Gegenwärtig erheben sich in Luxemburg viele Stimmen gegen den von ArcelorMittal angekündigten Verkauf vom ArcelorMittal-Standort Düdelingen. Die Arbeitnehmerorganisationen haben sich bereits für die Mitarbeiter in Düdelingen eingesetzt, der OGBL erklärt sich nun allerdings gegen ein Dreiertreffen.

Am Donnerstag findet in Brüssel erst ein Treffen der Fédération syndicale européenne de l'industrie (industriALL) statt, an dem sowohl der FGTB als auch der OGBL teilnehmen. "Wir werden während dieser Sammlung unsere Stellungnahme wiederholen", betont Rader. "Wir setzen uns für eine "Package-Übernahme" ein." Die Gewerkschaften werden allgemein versuchen, eine übergreifende gewerkschaftliche Antwort auszuarbeiten und überprüfen, wie auf europäischer Ebene gemeinsam gehandelt werden kann.


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