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RTL meldet Rekordgewinn und kauft Magazine von Gruner+Jahr
Wirtschaft 3 Min. 06.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Halbjahresergebnis

RTL meldet Rekordgewinn und kauft Magazine von Gruner+Jahr

RTL verspricht sich durch die Übernahme der Magazinsparte von Gruner + Jahr große Synergieeffekte.
Halbjahresergebnis

RTL meldet Rekordgewinn und kauft Magazine von Gruner+Jahr

RTL verspricht sich durch die Übernahme der Magazinsparte von Gruner + Jahr große Synergieeffekte.
Foto: LW-Archiv
Wirtschaft 3 Min. 06.08.2021 Aus unserem online-Archiv
Halbjahresergebnis

RTL meldet Rekordgewinn und kauft Magazine von Gruner+Jahr

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Die RTL-Gruppe verbucht im ersten Halbjahr einen Gewinn von 929 Millionen Euro. Außerdem übernimmt der Konzern das Magazingeschäft von Gruner + Jahr.

mit dpa-Material

Die RTL-Gruppe vermeldet ein starkes erstes Halbjahr. Der Konzernumsatz stieg um 13,7 Prozent auf 3,014 Milliarden Euro, im Vergleich zu 2,65 Milliarden im ersten Halbjahr 2020. Das schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung am Freitag. Der Gewinn im ersten Halbjahr betrug 929 Millionen Euro im ersten Halbjahr - ein Rekord, wie das Unternehmen schreibt.  

“Im ersten Halbjahr 2021 hat sich die RTL Group stark entwickelt. Das bereinigte EBITA und der Konzerngewinn stiegen deutlich an, getrieben durch die Erholung der TV-Werbemärkte und das Wachstum unseres Inhaltsproduktions- und Streaming-Geschäfts”, kommentierte RTL-Ched Thomas Rabe das Ergebnis. Daher hebt der Konzern den Ausblick für das Gesamtjahr an und erwartet einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,05 Milliarden Euro bis Ende des Jahres, nachdem die Anlaufinvestitionen in den Streaming-Service abgezogen wurden. 

Übernahme des Magazingeschäftes

Im gleichen Zuge verkündete RTL auch die Übernahme der deutschen Magazingeschäfte und -marken des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr. Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Januar 2022 vorgesehen. Die Übernahme vereinbarten die RTL-Gruppe und der Konzern Bertelsmann, zu dem Gruner + Jahr gehört. Der Kaufpreis beträgt nach RTL-Angaben 230 Millionen Euro ohne Barmittel und Schulden.

Gruner + Jahr ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Bertelsmann-Konzerns. Zu dem Verlag zählen Titel wie „Stern“, „Geo“, „Brigitte“, „Essen & Trinken“, „Schöner Wohnen“ und „Gala“. Es gehören auch jüngere Marken wie „Chefkoch“ dazu. 2020 lag der Umsatz des Hamburger Zeitschriftenverlags bei rund 1,14 Milliarden Euro.

Thomas Rabe sprach von einer Zusammenführung von RTL Deutschland und Gruner + Jahr, man wolle einen crossmedialen „Champion“ schaffen. Dafür soll eine Organisation geschaffen werden, Details sollen in den kommenden Monaten festgelegt werden. Zusammengerechnet wären beide Einheiten 2020 auf einen Umsatz von 2,63 Milliarden Euro gekommen. Rabe betonte, dass es sich bei der Zusammenführung nicht um ein Kosten-, sondern ein Wachstumsprogramm handele.


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Durch die Zusammenführung könnten beide Seiten ihr Potenzial besser ausschöpfen. In crossmedialen Redaktionen sollen zum Beispiel exklusive Inhalte wie Dokumentationen entstehen. Das Ziel ist, größere Recherchen über mehrere Mediengattungen auszuspielen. Es wird voraussichtlich übergreifende Ressorts geben, die Identität der einzelnen Marken soll erhalten bleiben. Jährlich könnten Synergien von rund 100 Millionen Euro erzielt werden, die mehrheitlich umsatz- also wachstumsgetrieben sind, so das Unternehmen.   

Bertelsmann setzt schon seit längerem auf die inhaltliche Verzahnung von Unternehmensbereichen. Im Medienbereich ist das deutlich zu sehen: Zeitschriftenmarken, TV und der Audiobereich tauschen Inhalte aus und gehen für Projekte Kooperationen ein. So entstehen zum Beispiel gemeinsame Dokus oder Podcasts. Dahinter steht auch die Strategie „Champions“ – also Größe in einem Marktumfeld. Bertelsmann-Chef Rabe betonte in den vergangenen Monaten immer wieder, dass er nationale „Champions“ in europäischen Märkten schaffen wolle, um so auch internationalen Streamingkonkurrenten wie Netflix und Amazon regional etwas entgegensetzen zu können.


ARCHIV - 13.06.2021, Luxemburg: Das Logo der RTL Group am neuen Verwaltungsgebäude. (zu dpa "RTL will in den Niederlanden mit de Mols Medienkonzern fusionieren") Foto: Horst Galuschka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
RTL will mit de Mols Medienkonzern fusionieren
Die RTL Group macht den nächsten Schritt, um in den europäischen Medienmärkten durch Zusammenschlüsse stärker zu werden.

Auch für andere Länder prüfte RTL Optionen, mit unterschiedlichen Ergebnissen: In Frankreich hält die RTL Group Anteile an der Fernsehgruppe M6. Diese soll bis Ende 2022 mit der französischen Sendergruppe TF1 zusammengehen. Die RTL-Gruppe würde dort zunächst ihren gesamten Anteil in das fusionierte Unternehmen einbringen und dann Anteile an den TF1-Eigentümer Bouygues verkaufen. Am Ende will die RTL Group als zweitgrößter Aktionär am neuen Konzern beteiligt sein. 

In den Niederlanden will RTL Nederland 2022 mit John de Mols Medienunternehmen Talpa Network fusionieren. Eine strategisch wichtige Rolle soll der RTL-Streamingdienst Videoland bekommen. In Belgien will sich RTL von seinen TV- und Radiosendern trennen.  

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