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Roaminggebühren könnten erst 2018 wegfallen: Viviane Reding warnt vor großem Fehler
Wirtschaft 2 Min. 29.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Roaminggebühren könnten erst 2018 wegfallen: Viviane Reding warnt vor großem Fehler

Spricht sich weiterhin für ein rasches Ende der Roaminggebühren aus: die frühere EU-Medienkommissarin und Vize-Präsidentin der Kommission, Viviane Reding.

Roaminggebühren könnten erst 2018 wegfallen: Viviane Reding warnt vor großem Fehler

Spricht sich weiterhin für ein rasches Ende der Roaminggebühren aus: die frühere EU-Medienkommissarin und Vize-Präsidentin der Kommission, Viviane Reding.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 29.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Roaminggebühren könnten erst 2018 wegfallen: Viviane Reding warnt vor großem Fehler

Der Vorschlag der lettischen EU-Ratspräsidentschaft, die Abschaffung der Roaminggebühren aufzuweichen und hinauszuzögern, hat die EU-Abgeordnete und frühere Medienkommissarin Viviane Reding auf den Plan gerufen.

(aa) - Nach dem Willen der EU-Kommission sollten die Roaminggebühren für Mobiltelefone in diesem Jahr eigentlich abgeschafft werden und zwar zum 15. Dezember 2015. Die Abgeordneten des europäischen Parlaments stimmten dem in erster Lesung zu. Seitdem liegt das Dossier immer noch beim  Ministerrat.

Wie das Luxemburger Wort bereits vor rund zwei Wochen berichtete, ist eine schnelle Einigung nicht abzusehen. Die Roadmap der lettischen Präsidentschaft sieht vor, weiter nach einer gemeinsamen Position zu suchen.

Roaminggebühren noch bis 2018?

Im aktuellen Diskussionspapier der Letten vom 27. Januar ist nur noch von einer „basic roaming allowance“ an einer Mindestanzahl von Tagen pro Jahr die Rede. Darüber hinaus könnte weiterhin ein Roamingaufschlag erhoben werden. Sollte dies letztlich umgesetzt werden, wäre die ursprünglich geplante völlige Abschaffung der Roaminggebühren vorerst vom Tisch.

Darüber hinaus heißt es in dem Diskussionspapier, die EU-Kommission solle nach dem Inkrafttreten der vorgeschlagenen Regelung den Roaming-Großhandelsmarkt überprüfen, um gegebenenfalls die Roaminggebühren auslaufen zu lassen. Die Kommission solle im Juni 2018 über ihre Erkenntnisse Bericht erstatten. Bis dann würden die Roaminggebühren nicht vollständig abgeschafft.

Viviane Reding fordert politischen Mut

Heute meldete sich nun die EU-Abgeordnete, frühere Medienkommissarin und frühere Vizekommissionspräsidentin Viviane Reding per Twitter zu Wort. Reding hatte sich jahrelang dafür eingesetzt, dass Mobilfunkkunden im EU-Ausland günstiger telefonieren können. Nun sieht sie offenbar die Fortführung der von ihr begonnenen Arbeit gefährdet.

"2007 habe ich den Roaming-Kampf mit Erfolg geführt. Ein starkes Europa benötigt politischen Mut, nicht nur Worte", twitterte die Luxemburgerin. "Eine Verzögerung bei der Abschaffung der Gebühren wäre ein großer Fehler", kritisierte sie indirekt das Vorhaben der lettischen Ratspräsidentschaft. Wie solle das Vertrauen zwischen der EU und den Bürgern hergestellt werden, wenn das Ende unter dem Druck der Netzbetreiber hinausgezögert werde?


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