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Risiko: Draghi warnt vor einer Immobilienblase in Luxemburg
Wirtschaft 2 Min. 29.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Risiko: Draghi warnt vor einer Immobilienblase in Luxemburg

Luxemburg sollte sich gegen eine mögliche Immobilienblase rüsten, meint Mario Draghi.

Risiko: Draghi warnt vor einer Immobilienblase in Luxemburg

Luxemburg sollte sich gegen eine mögliche Immobilienblase rüsten, meint Mario Draghi.
(Foto: Reuters)
Wirtschaft 2 Min. 29.11.2016 Aus unserem online-Archiv

Risiko: Draghi warnt vor einer Immobilienblase in Luxemburg

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die Immobilienpreise klettern vielerorts weiter nach oben. Nun sieht der Europäische Ausschuss für Systemrisiken eine Blasenbildung - auch in Luxemburg.

(ndp) - In Luxemburg setzt man weiterhin massiv auf Immobilien. Demnach ist auch der Anstieg der Immobilienpreise nach wie vor nicht aufzuhalten. Laut dem Immobilienportal „athome.lu“ stiegen die Appartements im letzten Jahr um durchschnittlich 4,35 Prozent, während die Häuser sich um drei Prozent verteuerten. Von einer Immobilienblase hierzulande wollte bisher dennoch kaum jemand sprechen. Wirtschaftsexperten nehmen den Begriff nur selten in den Mund...

Nun warnt der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) doch vor einer gefährlichen Entwicklung der Immobilienpreise. Der Markt für Wohnimmobilien drohe zu überhitzen, heißt es in einem Bericht, der gestern vorgestellt wurde. In  folgenden Ländern bestünden mittelfristig Risiken wegen überschießender Immobilienpreise oder einer zu starken Verschuldung der Haushalte:

  • Luxemburg,
  • Dänemark,
  • Österreich,
  • Belgien,
  • Finnland,
  • Schweden,
  • den Niederlanden
  • und in Großbritannien.

Der Ausschuss hat an diese Länder bereits entsprechende Schreiben gesandt. Darin fordert er die betroffenen Länder auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Der ESRB dient als Frühwarnsystem für Probleme im Finanzsektor. Das Gremium ist bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt und wird von Notenbank-Chef Mario Draghi geleitet.

Die niedrigen Zinsen kurbeln das Geschäft mit Immobilien in Luxemburg immer stärker an. Der Leitzins der EZB liegt seit März auf dem Rekordtief von null Prozent. Dadurch sind die Kosten für Haus - oder Wohnungskredite stark gesunken.

Gramegna: „Keine unmittelbar 
bevorstehende Bedrohung“

Bereits am 17. November hat Finanzminister Pierre Gramegna in einem Brief auf die Warnung des europäischen Ausschusses reagiert. „Der ESRB hat anerkannt, dass die luxemburgische Regierung im Wohnungsbereich eine Reihe von Maßnahmen ergriffen hat, um die Stabilität des Bankensektors zu verstärken“, heißt es in dem Schreiben, das an Francesco Mazzaferro, Leiter des ESRB-Sekretariats, adressiert ist und dem LW vorliegt.

„Seit über einem Jahrzehnt überwachen die Luxemburgische Zentralbank und die Finanzaufsicht CSSF die Entwicklung am luxemburgischen Immobilienmarkt sehr genau. Die Frage steht regelmäßig auf der Tagesordnung des 'Comité du risque systémique'. Die Analyse der luxemburgischen Behörde hat keine unmittelbar bevorstehende Bedrohung für die Finanzmarktstabilität identifiziert. Dies wurde auch seitens des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken anerkannt“, heißt es weiter.

Zudem seien die luxemburgischen Banken im Durchschnitt gut kapitalisiert und  gegenüber dem Immobilienmarkt nur gering exponiert. Der Preisanstieg sei nach wie vor durch die demographische Entwicklung und dem starken Wirtschaftswachstum des Landes zu erklären. Die Regierung werde die Entwicklung am Wohnungsmarkt weiterhin im Auge behalten.


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