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Rifkin-Prozess: Weg vom Wegwerfen
Wirtschaft 2 Min. 03.12.2019

Rifkin-Prozess: Weg vom Wegwerfen

In einer Kreislaufwirtschaft soll durch neu entwickelte Produkte kein Abfall entstehen.

Rifkin-Prozess: Weg vom Wegwerfen

In einer Kreislaufwirtschaft soll durch neu entwickelte Produkte kein Abfall entstehen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 03.12.2019

Rifkin-Prozess: Weg vom Wegwerfen

Mara BILO
Mara BILO
Das Wirtschaftsministerium stellte am Dienstag eine Initiative zur Festlegung eines neuen Industriestandards vor.

Ob Glas, Karton, Plastik oder Bioabfall – dank der Mülltrennung in den privaten Haushalten ist es möglich, viele Wertstoffe zu recyceln. Aber es gibt noch Luft nach oben, vor allem bei Industrieprodukten. Diese Problematik hat nun das Wirtschaftsministerium aufgegriffen und eine neue Initiative zur Festlegung einer Norm für die effektive Wiederverwendung von hergestellten Produkten am Ende ihres Verwendungszyklus vorgestellt.


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Kurzgefasst handelt es sich um eine Art Identitätsausweis für Industrieware. „Es geht ja nicht nur um die Wiederverwertung von Produkten, sondern auch um ihre Wiederverwendung“, stellte Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) am Dienstag klar. Der Initiative nach soll es künftig einfacher sein, Industrieprodukte wiederzuverwenden.

Beispiel Stahl: Theoretisch ist es möglich, am Ende der Nutzung alle Teile eines Gebäudes – unter anderem die Stahlträger des Skelettbaus – zu demontieren und wiederzuverwenden; immerhin ist Stahl unbegrenzt recycelbar. Dafür „müssen sich Unternehmen allerdings bereits bei der Planung und nicht erst nach der Herstellung Gedanken darüber machen, wie die von ihnen genutzten Materialien wieder verwendet werden können“, erklärt Christian Tock vom Wirtschaftsministerium.

Gesparte Kosten

Deshalb soll nun ein Industriestandard entwickelt werden, der Informationen über die Eigenschaften eines Produktes liefert. Anhand dieser Daten wäre es für künftige Nutzer einfacher festzustellen, wie diese wiederverwendet werden können. „Wenn diese Informationen nicht vorliegen, kostet es manchmal mehr, die Zusammensetzung der Materialien eines Produktes zu testen, als ein neues herzustellen“, erklärt René Oly von der Diekircher Firma Astron Buildings.


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Auch sollen diese Informationen von einer externen und unabhängigen Firma geprüft werden, um ihnen Glaubwürdigkeit zu schenken. Deshalb unterstützt auch das luxemburgische Institut für Normung, Zulassung, Sicherheit und Qualität von Produkten und Dienstleistungen (Ilnas) die Initiative des Wirtschaftsministeriums, wie Ilnas-Direktor Jean-Marie Reiff betont. Besonderer Fokus wird bei der Ausarbeitung des Industriestandards auf den Umgang mit vertraulichen Daten gesetzt. „Die Informationen über die Produkteigenschaften bringen Betriebsgeheimnisse nicht in Gefahr“, stellt das Wirtschaftsministerium klar.

Derzeit steckt das Projekt allerdings noch in den Kinderschuhen: Auch wenn sich bereits50 Unternehmen aus zwölf Ländern – darunter Astron Buildings, ArcelorMittal, Saint-Gobain und Ikea – der Luxemburger „Circularity Dataset Initiative“ angeschlossen haben, findet das erste persönliche Treffen erst in ein paar Tagen statt. „Dann wird die Durchführbarkeit des Projektes getestet“, erklärt Christian Tock.


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Langfristig ist das Ziel, dass diese in Luxemburg entwickelte Norm auf europäischer und internationaler Ebene anerkannt wird. Ähnliche Initiativen gibt es zwar in anderen Ländern, dennoch „gehen sie nicht weit genug“, sagt Jeannot Schroeder von der Beratungsfirma +ImpaKT, die die Zusammenarbeit der teilnehmenden Unternehmen organisiert.


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