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Rentenausblick der OECD: Luxemburgs Rentensystem ist finanziell nachhaltig
Wirtschaft 2 Min. 08.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Rentenausblick der OECD: Luxemburgs Rentensystem ist finanziell nachhaltig

Der OECD nach müssen neue Mechanismen dafür sorgen, dass Ältere einen Arbeitsplatz finden und behalten könnten.

Rentenausblick der OECD: Luxemburgs Rentensystem ist finanziell nachhaltig

Der OECD nach müssen neue Mechanismen dafür sorgen, dass Ältere einen Arbeitsplatz finden und behalten könnten.
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Wirtschaft 2 Min. 08.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Rentenausblick der OECD: Luxemburgs Rentensystem ist finanziell nachhaltig

In dem am Montag veröffentlichten Rentenausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird die Rentenreform Luxemburgs unter die Lupe genommen.

(lb) Wie aus dem am Montag veröffentlichten Rentenausblick der  Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, hat die Krise in vielen seiner Mitgliedsländer zu Reformen geführt, die das Rentensystem nachhaltiger gestalten sollen. Darunter höhere Steuern auf Rentenerträgen, gekürzte Indexanpassungen der Renten, eine längere Beitragsdauer und ein höheres Renteneintrittsalter. Trotz Fortschritten auf dem Weg zu nachhaltigeren Rentensystemen sind nach Einschätzung der OECD mehr Reformen in den Mitgliedsländern nötig. Grund dafür seien der demografische Wandel und die schwache weltweite Konjunktur.

Die OECD sieht den Fall von Luxemburg eher positiv. Das neue Rentengesetz war Ende 2012 von den Abgeordneten verabschiedet worden. Damals war die Berechnungsmethode geändert worden. Das gesetzliche Renteneintrittsalter von 65 Jahren, das Vorruhestandsalter, sowie der Beitragssatz blieben unverändert. Wer dennoch die vollen Altersbezüge beanspruchen will, wird progressiv bis zu drei Jahre länger arbeiten müssen.

Der Impakt der Reform wird von der OECD als „mäßig“ eingestuft, auch wenn der Bericht erkennt, dass das Gesetz eine große Reichweite hat. Die Bilanz über die Einkommensangemessenheit fällt zudem gedämpft aus, die finanzielle Nachhaltigkeit des Modells wird aber als positiv eingeschätzt. Beispielsweise wurden die Staatsausgaben für Altersvorsorge und Renten der verschiedenen Länder verglichen, wo Luxemburg 2011 mit 18 Prozent knapp über dem OECD- Durchschnitt von 16 Prozent, aber weit unter dem Spitzenreiter Italien lag. Dieser gab ganze 32 Prozent seiner Staatsausgaben für Altersvorsorge und Renten aus. Dennoch geht die OECD davon aus, dass die Ausgaben wegen der demografischen Lage in den nächsten Jahren zunehmen werden. Berechnet man die öffentlichen Ausgaben für Renten im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt, so soll Luxemburgs Anteil von 8 Prozent des BIP in 2015 auf 18 Prozent in 2050 steigen, womit das Land das Ranking der OECD-Länder anführen wird.

Schaut man sich die Armutslage der Rentner an, so zählt Luxemburg zu jenen Ländern, wo ältere Bürger im Vergleich zur restlichen Bevölkerung der Armut weniger ausgesetzt sind. Bei der Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen liegt Luxemburg jedoch mit 40 Prozent weit hinter den anderen OECD-Ländern. Die OECD warnt: setzten Länder das Rentenalter hoch, dann müsse unbedingt auch mehr dafür getan werden, dass Ältere einen Arbeitsplatz finden und behalten könnten. Positiv ist wiederum, dass Luxemburg das dritte OECD-Land ist, das nach Dänemark und Israel das höchste Rentenniveau für sozial schwache Gruppen gewährleistet.


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