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Renaults Generaldirektor Bolloré fürchtet Putsch
Wirtschaft 10.10.2019

Renaults Generaldirektor Bolloré fürchtet Putsch

 Thierry Bolloré

Renaults Generaldirektor Bolloré fürchtet Putsch

Thierry Bolloré
AFP
Wirtschaft 10.10.2019

Renaults Generaldirektor Bolloré fürchtet Putsch

Der Autobauer hatte am Donnerstag überraschend eine Sitzung des Verwaltungsrats am Freitagmorgen angekündigt.

(dpa) - Renaults Generaldirektor Thierry Bolloré wirft dem französischen Autobauer vor einem kurzfristig angesetztem Treffen des Top-Managements einen „beunruhigenden Putsch“ vor. „Die Brutalität und die völlig unerwartete Natur des Geschehens sind erschütternd“, sagte er am Donnerstagabend im Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Er habe aus der Presse erfahren, dass Renault-Präsident Jean-Dominique Senard ihn bitten wolle, zu gehen.

Der Autobauer hatte am Donnerstag überraschend eine Sitzung des Verwaltungsrats am Freitagmorgen angekündigt. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass Senard dem Verwaltungsrat des Unternehmens die Ablösung von Bolloré vorschlagen wolle. Das nächste Treffen des Top-Managements war eigentlich erst für den 18. Oktober geplant.

Nachfolger von Ghosn


Former Nissan Chairman Carlos Ghosn leaves the office of his lawyer Junichiro Hironaka in Tokyo on April 3, 2019 - Tokyo prosecutors are considering pressing a fresh charge against Carlos Ghosn, local media said on April 3 as the former Nissan boss announced on Twitter he would be giving his side of the story. (Photo by Kazuhiro NOGI / AFP)
Automanager Ghosn erneut verhaftet
Gerade wollte der einstige Chef der Autoallianz aus Renault und Nissan vor der Weltöffentlichkeit seine Unschuld beweisen, da nimmt die Staatsanwaltschaft in Japan den einst gefeierten Manager erneut fest.

Bolloré ist bei Renault für das operative Geschäft zuständig. Der Manager war schon unter dem früheren Konzernchef Carlos Ghosn die Nummer Zwei bei dem Traditionshersteller. Ghosn, der Architekt des Autobündnisses zwischen Renault und dem japanischen Hersteller Nissan, war Ende vergangenen Jahres wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Japan festgenommen worden. Er wurde seither mehrmals wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam dann auf Kaution aus der Untersuchungshaft.

Nach der Verhaftung war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Autobündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Senard, früherer Chef des Reifenherstellers Michelin, war bei Renault zur Hilfe gerufen worden, um das Unternehmen nach dem Rückzug von Ghosn zu führen.     


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