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Renault will 15.000 Jobs streichen
Wirtschaft 2 Min. 29.05.2020

Renault will 15.000 Jobs streichen

Im Werk Flins Flins im Pariser Großraum soll ein Recyclingzentrum entstehen.

Renault will 15.000 Jobs streichen

Im Werk Flins Flins im Pariser Großraum soll ein Recyclingzentrum entstehen.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 29.05.2020

Renault will 15.000 Jobs streichen

Schon vor der Corona-Krise kämpfte Renault mit Problemen. Nun zieht der Hersteller die Notbremse. Im Heimatland ist die Sanierung ein besonders heißes Eisen - denn Präsident Macron hat Forderungen.

(dpa) - Mit dem Abbau von rund 15.000 Stellen und milliardenschweren Kostensenkungen will der französische Autobauer Renault aus der Krise kommen. Ein kleineres Werk für mechanische Teile in der Nähe von Paris soll bis 2022 dichtgemacht werden, kündigte Renault-Präsident Jean-Dominique Senard am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris an. Weitere Schließungen seien nicht geplant, auch nicht im Ausland: „Das ist kein Plan für Fabrikschließungen, das ist ein Sparplan.“ 

Renault hat bisher allein in Frankreich 14 Standorte.
Renault hat bisher allein in Frankreich 14 Standorte.
Foto: AFP

Bei dem geplanten sozialverträglichen Abbau von Stellen entfallen rund 4.600 auf Frankreich, in den übrigen Ländern weltweit sollen es über 10.000 sein. Das über drei Jahre laufende Sparprogramm hat einen Umfang von über zwei Milliarden Euro. „Wir müssen profitabler werden“, sagte Interimschefin Clotilde Delbos. Ungeachtet der Probleme werde der Hersteller aber in der Formel 1 verbleiben.

Der Konzern mit bisher rund 180.000 Beschäftigten weltweit schrieb bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen. Die Corona-Pandemie und die Absatzkrise verstärkten die Probleme. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro; Senard zeigte sich zuversichtlich, dass der Vertrag bald unterschrieben werden kann. Das Unternehmen sei nicht bedroht: „Renault funktioniert, Renault lebt“, sagte der frühere Chef des Reifengiganten Michelin.


(FILES) This file photo taken on May 6, 2020 in Flins-sur-Seine, shows the assembly line that produces both the electric vehicle Renault Zoe and the hybrid vehicle Nissan Micra, the largest Renault production site in France. - France is preparing a package of measures to shore up automakers stung by the coronavirus crisis, including subsidies to encourage purchases of electric vehicles, Finance Minister Bruno Le Maire said May 18, 2020. (Photo by Martin BUREAU / AFP)
Macron greift Autobranche mit Milliarden unter die Arme
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Die gesamte Branche mit Hunderttausenden Arbeitsplätzen befindet sich im Umbruch. Bei anderen Autokonzernen laufen ebenfalls harte Umbau- und Kürzungsprogramme. Die Arbeitswelt in der Branche ändert sich radikal, die Unternehmen müssen bereits Milliarden in den schwierigen Wandel in Richtung E-Mobilität und Digitalisierung stecken. Der Nachfrageeinbruch in der Corona-Krise erhöht nun zusätzlich den Spardruck: Immer weniger Verbraucher interessieren sich für die Anschaffung eines Autos. Investitionen werden gedrosselt, viele weitere Jobs stehen auf der Kippe.

Chefsache

In Frankreich ist die Autokrise inzwischen Chefsache. Staatschef Emmanuel Macron legte zu Wochenbeginn einen milliardenschweren Rettungsplan für die heimische Autobranche vor. Das Ziel: Sein Land soll bei der Herstellung von sauberen Autos in Europa führend werden. Für den Milliardenkredit seien Zusagen von Renault für zwei Werke in Nordfrankreich nötig, hatte Macron gefordert. Der Staat hat mit einem Anteil von 15 Prozent bei dem Hersteller immer noch viel zu sagen.

Renault will weiter in der Formel 1 bleiben.
Renault will weiter in der Formel 1 bleiben.
Foto: AFP

Renault setzt nun auf Stärken wie das E-Auto. Senard sagte, die Fabriken im Heimatland seien nur zu rund 60 Prozent ausgelastet. Die weltweite Produktionskapazität von bisher vier Millionen Autos im Jahr soll innerhalb von vier Jahren auf 3,3 Millionen Fahrzeuge sinken. Senard verabschiedet sich damit endgültig vom Expansionskurs des früheren Topmanagers Carlos Ghosn. Dessen Rücktritt hatte den Hersteller im vergangenen Jahr in Turbulenzen gestürzt. Ghosn war in Japan wegen Vorwürfen festgenommen worden und flüchtete später in den Libanon.

Umdenken


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Senard machte deutlich, dass es in Inlandswerken Veränderungen geben müsse. Er nannte die Fabrik im nordfranzösischen Dieppe, wo bisher der Sportwagen Alpine gebaut werde. Die von Macron angesprochenen Werke Douai und Maubeuge sollen nun zu einem Zentrum für Elektro-Autos und leichte Nutzfahrzeuge werden. In der großen Fabrik Flins im Pariser Großraum, die nach Medienangaben bisher rund 2.400 Stammbeschäftigte hat, soll ein Recyclingzentrum entstehen. Für weitere strategische Entscheidungen wartet Renault auf den designierten Generaldirektor Luca de Meo - der frühere Seat-Vorstandschef soll am 1. Juli nach Boulogne-Billancourt kommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, kündigte die gemäßigte Gewerkschaft CFDT bereits Widerstand gegen den Sparplan an.     

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