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Reiseland Luxemburg im Aufwind: Drei Millionen Übernachtungen
Das Mullerthal lockt im Vergleich zu anderen Teilen Luxemburgs weniger Touristen an.

Reiseland Luxemburg im Aufwind: Drei Millionen Übernachtungen

Foto: Guy Wolff
Das Mullerthal lockt im Vergleich zu anderen Teilen Luxemburgs weniger Touristen an.
Wirtschaft 3 Min. 06.03.2018

Reiseland Luxemburg im Aufwind: Drei Millionen Übernachtungen

Mara BILO
Mara BILO
Die Tourismusbranche in Luxemburg blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Mit mehr als drei Millionen Übernachtungen kann ein neuer Rekord verzeichnet werden.

Die Burg Vianden, die Kasematten der Stadt Luxemburg, das Mudam – eigentlich braucht sich die Tourismusbranche des Großherzogtums vor der ausländischen Konkurrenz nicht zu verstecken. Denn: Luxemburg wird als Reiseziel immer beliebter. Das haben die Ergebnisse des Tourismusjahres 2017, die am Dienstag im Wirtschaftsministerium vorgestellt wurden, gezeigt. „Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden“, sagt Staatssekretärin Francine Closener. „Die Zahlen sind so gut wie noch nie.“

Die Tourismusbranche kann sich tatsächlich über einen neuen Rekord freuen: drei Millionen Übernachtungen landesweit für das Jahr 2017. Dies umfasst sowohl Nächte, die Touristen in einem Hotel verbracht haben als auch Nächte auf den Campingplätzen oder in den Jugendherbergen. „Im Vergleich zum Jahr 2016 ist die Anzahl der Übernachtungen um 4,3 Prozent gestiegen“, betont Anne Hoffmann, Generaldirektorin der nationalen Agentur „Luxembourg for Tourism“, die für die Förderung der touristischen Aktivitäten in Luxemburg zuständig ist.

Dank der Eröffnung einer zweiten Jugendherberge in Esch/Alzette neben dem Bahnhof ist die Anzahl der Übernachtungen in den Jugendherbergen besonders stark gewachsen – etwa um zwölf Prozent. „Durch gute Infrastrukturen ist es möglich, eine neue Kundschaft zu gewinnen“, stellt Anne Hoffmann fest.

Im Jahr 2017 konnte die Tourismusbranche in Luxemburg erstmals mehr als drei Millionen Übernachtungen verzeichnen. Auch die Anzahl der Nächte, die Touristen auf Campingplätzen verbracht haben, sind zum ersten Mal seit 2005 auf ein rekordhohes Niveau von einer Million gestiegen.

Luxemburg schneidet gut ab

Die Auslastung der Hotelbetten ist mit 78,5 Prozent von einem Jahr zum anderen gestiegen. „Ein gutes Zeichen“, freut sich Francine Closener. „Im Vergleich zu den Nachbarländern schneidet Luxemburg gut ab“, analysiert Anne Hoffmann ihrerseits. Zur Einordnung: In Belgien liegt die Auslastung der Hotelbetten bei 72,6 Prozent, in Deutschland bei 71,6 Prozent und in Frankreich bei 67,6 Prozent. Geografisch gesehen ist die Anzahl der Übernachtungen in allen Teilen Luxemburgs auch gestiegen: Luxemburg-Stadt und der Süden verzeichnen im Jahr 2017 Wachstumraten in Höhe von sechs Prozent; dagegen stehen Wachstumsraten von vier Prozent für die Ardennen und die Mosel und von einem Prozent für das Mullerthal und den westlichen Teil des Landes.

Unter den beliebtesten Sehenswürdigkeiten befinden sich die Stadtführungen der Stadt Luxemburg, der Parc Merveilleux in Bettemburg und die Burg Vianden. Auch die Kasematten und das Mudam verzeichnen eine hohe Steigerung der Besucherzahl. Insgesamt macht die Tourismusbranche 6,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts Luxemburgs aus.

Eroberung der fernen „Märkte“

Ein Grund für das wachsende Interesse der Touristen für Luxemburg sieht Francine Closener in den auf die „Zielmärkte“ orientierten Promotionstätigkeiten. „Die guten Ergebnisse lassen sich durch die Zunahme der ausländischen Touristen erklären“, so die Staatssekretärin. Damit sind die Besucher aus Nachbarländern gemeint – aber nicht nur. Denn: „Die Zahl der Touristen aus den Vereinigten Staaten und China, die eine Nacht im Großherzogtum gebucht haben, ist um neun Prozent gewachsen.“ Die Zahl deutscher Gäste ist hingegen nur um ein Prozent gestiegen; ein Plus von drei Prozent verzeichnen die französischen Besucher. Durch die besseren wirtschaftlichen Bedingungen in Europa haben die Menschen auch mehr Geld in der Tasche, das sie im Urlaub ausgeben, darauf weist Anne Hoffmann hin.


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