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"Reiche Deutsche zieht es immer noch nach Luxemburg"
Wirtschaft 16.05.2019

"Reiche Deutsche zieht es immer noch nach Luxemburg"

20 der 100 reichsten Deutschen haben laut dem Bericht Verbindungen zu Luxemburg.

"Reiche Deutsche zieht es immer noch nach Luxemburg"

20 der 100 reichsten Deutschen haben laut dem Bericht Verbindungen zu Luxemburg.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 16.05.2019

"Reiche Deutsche zieht es immer noch nach Luxemburg"

Reporter aus Deutschland, Frankreich und Belgien haben Daten ausgewertet, die aus dem frei zugänglichen Handelsregister des Großherzogtums stammen.

(LW) - "Luxemburg ist noch immer der Finanzplatz der ersten Wahl für viele wohlhabende Deutsche." Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag. Reporter aus Deutschland, Frankreich und Belgien haben Daten ausgewertet, die aus dem frei zugänglichen Handelsregister des Großherzogtums stammen. Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung", NDR und WDR tauchen 20 der 100 reichsten Deutschen mit Unternehmen im Handelsregister auf, darunter bekannte Unternehmergrößen wie Klaus-Michael Kühne, Theo Müller, Alexander Otto oder die Familie Reimann.


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Die Luxemburger JAB Holding Company etwa, von den Reimanns 2011 gegründet, habe im Jahr 2017 auf rund 338 Millionen Euro Gewinn lediglich 1,1 Millionen Euro Steuern - weniger als ein halbes Prozent.

Laut SZ zeigt sich damit "viereinhalb Jahre nach den sogenannten Lux-Leak-Enthüllungen, dass Luxemburg – entgegen allen Beteuerungen der dortigen Regierung, die eigene Finanzpolitik zu ändern – immer noch mit einer extrem niedrigen Steuerlast lockt".

Außenminister Jean Asselborn verteidigt sein Land im Gespräch mit dem ARD-Magazin "Panorama". Luxemburg sei ein "sehr niedliches Land, ein sehr kleines Land", so der LSAP-Politiker. Man dürfe nicht, sagt Asselborn, "einfach so über uns herfallen". Luxemburg habe in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Steuertransparenz erzielt und seine "Arbeit gemacht".

Die Autoren erinnern daran, dass Reporter der SZ im November 2014 gemeinsam mit Kollegen des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ) aufgedeckt hatten, wie multinationale Konzerne ihre Steuerlast mithilfe von luxemburgischen Briefkastenfirmen zum Teil unter ein Prozent drückten.



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