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Regionale Angebotsbeschränkungen: Luxemburger Geschäfte und Kunden in der Bredouille
Wenn manche Waren im Großherzogtum nicht erhältlich oder teurer sind, liegt dies nicht unbedingt am hiesigen Einzelhändler oder Handwerker, sondern möglicherweise an Herstellern und Lieferanten.

Regionale Angebotsbeschränkungen: Luxemburger Geschäfte und Kunden in der Bredouille

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Wenn manche Waren im Großherzogtum nicht erhältlich oder teurer sind, liegt dies nicht unbedingt am hiesigen Einzelhändler oder Handwerker, sondern möglicherweise an Herstellern und Lieferanten.
Wirtschaft 24.10.2016

Regionale Angebotsbeschränkungen: Luxemburger Geschäfte und Kunden in der Bredouille

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Wenn manche Waren im Großherzogtum nicht erhältlich oder teurer sind, liegt dies nicht unbedingt am hiesigen Einzelhändler oder Handwerker, sondern möglicherweise an Herstellern und Lieferanten.

(aa) - Luxemburgische Unternehmen aus Einzelhandel und Handwerk stehen in direkter Konkurrenz zu Firmen aus der Großregion. Der freie Wettbewerb untereinander wird jedoch mitunter dadurch getrübt, dass Anbieter aus dem Großherzogtum sich nicht immer dort mit Waren versorgen können, wo es die ausländischen Konkurrenten tun.

Das Problem heißt „regionale Angebotsbeschränkung“ und bedeutet, dass bestimmte multinationale Lieferanten erheblichen Einfluss darauf nehmen, wo und wie Einzelhandel und Handwerk in Luxemburg an die von ihnen vertriebenen Waren gelangen.

Höhere Preise, weniger Auswahl

Das führt z. B. dazu, dass in Luxemburg nicht immer die gleichen Produkte angeboten werden können wie in einem bestimmten Nachbarland, weil der luxemburgische Betrieb möglicherweise über den ihm vorgeschriebenen Großhandel keinen Zugang dazu bekommt.

Ein anderer potenzieller Nachteil sind unterschiedliche Einkaufspreise für Waren im Großhandel. So ist es möglich, dass der Kunde im Luxemburger Laden möglicherweise mehr für das gleiche Produkt zahlen muss als dies im benachbarten Ausland der Fall ist.

Nachteile für Geschäfte und Kunden

Diese mangelnde Wahlfreiheit für bestimmte Einzelhändler und Handwerker stelle einen beträchtlichen Wettbewerbsnachteil dar, und zwar nicht nur für die Betriebe, sondern auch für die Kunden, so das Ministerium in einer Mitteilung.

Um diese Handelshemmnisse zu analysieren, soll nun in den Benelux-Ländern eine entsprechende Umfrage unter den Einzelhändlern und Handwerkern durchgeführt werden, wobei diesen vom Generalsekretariat Benelux eine absolute Vertraulichkeit zugesichert wird.

Anonyme Umfrage in Benelux-Ländern

„Ich möchte alle Unternehmen und vor allem jene, die sich durch regionale Angebotsbeschränkungen benachteiligt fühlen, dazu ermuntern, an dieser Umfrage teilzunehmen“, so Francine Closener, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium.

„Die Ergebnisse der Umfrage sollen es letztlich erlauben, unseren Argumenten gegenüber den europäischen Instanzen mehr Gewicht verleihen, die auf der Grundlage konkreter Elemente tätig werden“, sagte die Staatssekretärin.


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